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Silvio Berlusconi: Skandalgeplagter Politiker mischt wieder mit

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Silvio Berlusconi
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Der Politiker, Lebemann und Medienmogul Silvio Berlusconi liegt in den Umfragen vor den Wahlen in Italien zurück, aber er holt deutlich auf. Foto: Guido Montani/Archiv Foto: dpa

Rom (dpa) - Silvio Berlusconi hat immer wieder vor allem mit seinen Skandalen von sich reden gemacht. Mitte November 2011 trat der Rechtspopulist als italienischer Regierungschef ab - im Parlament ohne Mehrheit und bedrängt von Affären und Prozessen.


Dann gab der 76-Jährige Ende 2012 zunächst offiziell bekannt, doch noch einmal um das Amt des Regierungschefs kämpfen zu wollen. Seine Partei PdL ließ er dabei so agieren, dass Regierungschef Mario Monti seinen Rücktritt ankündigte. Nach dem letzten Stand ist es jetzt sein Ziel, in einer neuen Regierung nach den Wahlen »nur« Wirtschaftsminister zu werden.

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Stets im Zwist mit der Justiz und verfolgt von Sexgeschichten konnte sich der Skandalpremier jahrelang erfolgreich behaupten. Erst die letzten Skandale zuzeiten der Wirtschaftskrise wurden dem umstrittenen Regierungschef 2011 zum Verhängnis. Nach seinem Abgang wurde Berlusconi noch nachgesagt, Staatspräsident werden zu wollen.

Dabei ist er nach wie vor in mehreren Prozessen angeklagt. Der spektakuläre »Ruby«-Prozess um möglichen Sex mit minderjährigen Prostituierten und Amtsmissbrauch steht kurz vor dem ersten Urteil, und ein Verfahren wegen Steuerbetrugs wird in zweiter Instanz entschieden.

Der Sohn eines Bankangestellten kann auf einen beachtlichen Werdegang blicken. Vom Entertainer auf Kreuzfahrtschiffen brachte es der studierte Jurist zu einem Milliardenvermögen. Mit der Gründung neuer Parteien und Formationen gelang es dem Medienmogul seit 1994, Frontmann des rechten Lagers zu sein - lange Zeit fast unangefochten. Sein Medienimperium untermauerte seine Macht.

Berlusconi hat nahezu zwei Jahrzehnte lang Italien politisch geprägt. 3340 Tage hat er im Regierungspalast Chigi verbracht, alles in allem so lange wie kein anderer in der Geschichte der italienischen Republik.

Seine Sexskandale konterte der gebürtige Mailänder in der Regel mit saloppen Sprüchen über seine Potenz. Italien wurde durch die Eskapaden des gelifteten Politikers international zum »Bunga-Bunga«-Land abgestempelt.

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