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Sieger Froome schockt Konkurrenz - Contador abgehängt

Ax-3-Domaines (dpa) - Der haushohe Favorit hat die erste Pyrenäen-Etappe zur großen Christopher Froome-Show genutzt und damit die Jubiläumstour vielleicht schon vorentschieden.

Gipfelstürmer
Favorit Christopher Froome gewinnt die erste Bergetappe der Tour. Foto: Yoan Valat Foto: dpa
Froome-Show
Die Zuschauer treiben den Briten Christopher Froome voran. Foto: Guillaume Horcajuelo Foto: dpa
Abgehängt
Alberto Contador hat auf der 8. Etappe an Boden verloren. Foto: Guillaume Horcajuelo Foto: dpa
Überragend
Die Sky-Mannschaft ist bei der 100. Tour de France das Maß der Dinge. Foto: Guillaume Horcajuelo Foto: dpa
Bergetappe
Auf dem 8. Tagesabschnitt der Tour geht es durch die Pyrenäen. Foto: Guillaume Horcajuelo Foto: dpa
Spitzenreiter
Durch seinen Furiosen Sieg erobert Christopher Froome das Gelbe Trikot. Foto: Yoan Valat Foto: dpa

Der Brite aus der alle überragenden Sky-Mannschaft gewann die achte Etappe der 100. Tour de France in einer ungläubiges Staunen provozierenden Manier im Alleingang. 4,5 Kilometer vor dem Ziel in der 1350 Meter hoch gelegenen Skistation Ax-3-Domaines hatte er zu seinem Solo angesetzt und die Konkurrenz in Grund und Boden gestrampelt. Froome kämpfte verbissen um jeden Zentimeter und jede Sekunde - die Jubelpose nach 195 Kilometern leistete er sich erst, als er die Ziellinie passiert hatte.

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Auf der Strecke blieb die prominente Konkurrenz. Der zweifache Toursieger Alberto Contador verlor vor den Augen vieler einheimischer Fans aus Spanien an diesem glutheißen Tag 1:45 Minuten auf Froome, Cadel Evans, der Toursieger von 2011, büßte 4:13 Minuten ein. Am folgenden Tag könnte schon der nächste Froome-Schlag in Bagnères-de-Bigorre folgen.

Fast ein bisschen trotzig erklärte Contadors Teamchef Bjarne Riis, der wegen der Ermittlungen der dänischen Anti-Doping-Agentur für einige Tage nach Dänemark gereist war: «Die Tour ist noch lange nicht entschieden.» Der durch seine Verletzungen weiter gehandicapte Tony Martin, der 23:12 Minuten auf Froome verloren hatte, war anderer Meinung: «Dass die Abstände so extrem sein würden, hätte ich nicht gedacht. Ich glaube nicht, dass noch viel passieren wird».

Die Pressekonferenz in einem riesigen Zelt in Ax-3-Domaines nutzte Froome nach seinem großen Sieg zu einem Anti-Doping-Statement. «Das ist auch meine persönliche Botschaft, dass sich der Sport geändert hat. Unsere Resultate sind glaubwürdig und ich bin sicher, dass sie in zehn oder 20 Jahren noch Bestand haben werden», sagte Froome, der auf die Frage, «Können wir sicher sein, dass Ihre Leistungen sauber sind?» antwortete: «Zu 100 Prozent, 100 Prozent».

Zuvor hatte er sein Team in höchsten Tönen gelobt. «Wir haben heute eine brillante Teamarbeit gezeigt. Aber es ist noch ein so weiter Weg nach Paris. Wir haben noch über zwei Wochen, aber ich habe jetzt natürlich eine ausgezeichnete Position. Mehr als alles andere haben wir jetzt vor allem einen psychologischen Vorteil», sagte der neue Mann in Gelb nach seiner Triumphfahrt, die ihm zum ersten Mal in seiner Karriere an die Spitze der Tour de Fance katapultiert hatte.

Der Australier Richie Porte machte den Doppelsieg des Sky-Teams 51 Sekunden hinter Froome perfekt. Mit diesem Vorsprung auf seinen Teamkollegen führt Froome jetzt auch das Gesamtklassement an.

Der große Schlagabtausch der Topmannschaften hatte 52 Kilometer vor dem Ziel am Fuß des ersten Anstiegs auf den 2001 Meter hohen Pailhères begonnen. Fast im Stil eines Team-Zeitfahrens setzten sich die Mannschaften Sky, Saxo-Bank und BMC an die Spitze des Feldes und steigerten kontinuierlich das Tempo. Mit diesem Rezept hatte im Vorjahr Bradley Wiggins inmitten eines bärenstarkem Sky-Teams triumphiert. Dieselbe Marschroute verfolgen die Briten bei der Jubiläums-Tour für ihren diesjährigen Chef Chris Froome. Erfinder dieser Methode war 1999 Lance Armstrong.

Contador und Evans mit ihren Leuten versuchten, zunächst dagegen zu halten. Aber Sky ließ sich die Kontrolle nicht aus der Hand nehmen und ebnete Froome den Boden für seine finale Attacke. «Endlich die Pyrenäen - darauf haben wir gewartet. Wir sind gerüstet», hatte Froome vor dem Etappenstart in Castres erklärt, was wohl als Warnsignal für die Konkurrenz verstanden werden sollte. Im Vorjahr hatte es sich der in Kenia geborene Brite in den Pyrenäen nicht nehmen lassen, sogar seinem damaligen Kapitän Wiggins zu zeigen, wer in diesem Terrain der Stärkste ist.