weather-image

Sieben Fälle von Keuchhusten im Raum Berchtesgaden und Marktschellenberg

5.0
5.0
Keuchhustenfälle in Berchtesgaden und Marktschellenberg – Sieben Kinder im Berchtesgadener Land betroffen
Bildtext einblenden
Foto: Symbolbild (pexels.com)

Berchtesgadener Land – Im südlichen Teil des Landkreises häufen sich aktuell Fälle von Keuchhusten bei Kindern. Betroffen sind demnach vor allem der Raum Berchtesgaden und Marktschellenberg.


Dem Gesundheitsamt wurden diese Woche sieben Erkrankungsfälle gemeldet, die die jetzt antibiotisch behandelt werden. Für Kontaktpersonen werden Schutzmaßnahmen empfohlen. Das teilte das Landratsamt Berchtesgadener Land am heutigen Freitag mit.

Anzeige

Bei Keuchhusten leiden die Patienten wochenlang unter zum Teil heftigen Hustenanfällen. Die durch Bakterien verursachte Atemwegsinfektion führt bei Betroffenen anfangs zu leichten Erkältungsbeschwerden, wie Schnupfen, Husten und Schwächegefühl. Später ist ein langwieriger, trockener Husten typisch. Die häufigste Komplikation ist eine Lungenentzündung. Besonders gefährdet sind Säuglinge bis einem Jahr, Schwangere im dritten Trimenon und Kinder mit kardialen oder pulmonalen Grunderkrankungen.

Gegen die sehr ansteckende Krankheit gibt eine wirksame Behandlung mit einem Antibiotikum. Wird dieses rechtzeitig – innerhalb der ersten zwei Wochen – eingesetzt, heilt der Husten rasch aus und Erkrankte dürfen bereits nach fünf Tagen wieder die Schule oder den Kindergarten besuchen. Ohne Antibiotikum ist das erst 21 Tage nach Beginn des Hustens zulässig.

Außerdem müssen Betroffene Kontakt mit Ungeschützten vermeiden. Ansteckungsgefahr besteht für ungeimpfte enge Kontaktpersonen von Erkrankten – insbesondere im familiären Umfeld. Das Gesundheitsamt empfiehlt hier, den Hausarzt aufzusuchen und die Notwendigkeit einer antibiotischen Behandlung oder Schutzimpfung zu besprechen. Dies gilt besonders, wenn bereits Krankheitssymptome vorhanden sind und auch für Risikogruppen.

Gegen Keuchhusten gibt es eine zuverlässige Schutzimpfung, die alle Kinder mit den Kombinationsimpfungen ab dem dritten Lebensmonat bekommen sollten. Bei Erwachsenen soll alle zehn Jahre aufgefrischt werden, was am einfachsten in Kombination mit der Routineauffrischung gegen Tetanus und Diphterie erfolgt. Besonders Eltern, Großeltern, Geschwister und andere Bezugspersonen von Neugeborenen sollten ausreichend geimpft sein, damit das Neugeborene über den sogenannten 'Nestschutz' vor einer in diesem Fall lebensgefährlichen Ansteckung geschützt ist. Die Impfung wird beim Hausarzt oder Kinderarzt durchgeführt und von allen Kassen übernommen.

Weitere Informationen zu Keuchhusten stehen auf der Internetseite des Landratsamts Berchtesgadener Land unter www.lra-bgl.de oder des Robert-Koch-Instituts unter www.rki.de bereit. Bei Fragen geben die Haus- und Kinderärzte oder auch das Gesundheitsamt Auskunft.