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Sie raucht, sie trinkt – und sucht einen Mann

Reit im Winkl. Berta Greulich ist anders als andere Frauen. Berta Greulich trinkt Bier und Schnaps, sie raucht dicke Zigarren, sie ist arbeitsscheu und bedient sich einer Sprache, die man eher derben Männern zuschreiben würde. Berta Greulich ist eine Bühnenfigur, sie ist die Hauptperson des neuen Stücks »Der ledige Bauplatz« des Theatervereins Reit im Winkl.

Neben der Zigarre rauchenden Berta Greulich (gespielt von Marlen Höflinger, rechts) sind im neuen Stück des Theatervereins auch die beiden Schwestern Karola Hufnagel (Elvira Stückl) und Mathilde Koch (Maria Schmuck, links) zu sehen. (Foto: Ostermaier)

Derzeit laufen die Proben des zehnköpfigen Ensembles auf Hochtouren, denn am ersten Weihnachtstag soll der Dreiakter von Regina Lösch im Festsaal an der Tiroler Straße um 20 Uhr erstmals aufgeführt werden. Berta Greulich wird gespielt von Marlen Höflinger, sie führt wie seit Jahren schon beim Weihnachtsstück Regie. »Ich finde den Schwank sehr, sehr lustig«, begründet sie ihre Auswahl, »dass eine Frau mit derartigen Männerattributen in Szene gesetzt wird, kommt in diesem Genre ganz selten vor.«

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Die Geschichte mit ihren Akteuren im kurzen Überblick: Berta Greulich soll verheiratet werden, darauf drängen die Familien ihrer beiden Schwestern, also Karola Hufnagel (Elvira Stückl) und ihr Ehemann Otto (Fred Hanrieder), sowie Mathilde Koch (Maria Schmuck) mit ihrem Mann Hugo (Alfons Egger). Nachdem Berta aber schwer vermittelbar ist, wird eine Heiratsanzeige in die Zeitung gesetzt. Angeboten wird dabei die burschikose Junggesellin inklusive einem besonderen Anreiz: mit einem Bauplatz.

Bald schon folgen die ersten Reaktionen auf das Inserat, und zwar in Gestalt von Ludwig König (Hias Schlechter), Franz Scharf (Georg Klauser) und Helmut Birnstengel (Barthl Irlinger), was in der Folge auf dem Hof freilich zu Verwechslungen und Verwicklungen führt.

Mit von der Partie sind bei diesem neuen Stück ferner Kurt Hufnagel (Max Weiß) und die erst 16-jährige Antonia Wolfenstetter: Sie spielt in ihrer allerersten Rolle Irmi Hufnagel, die Tochter einer der beiden Familien. Sie sei stolz darauf, beim Theaterverein mitspielen zu dürfen, ist sich aber nicht sicher, ob denn ihre Aufregung oder ihre Freude vor der Premiere größer sei. Nach der Erstaufführung am ersten Weihnachtsfeiertag soll dieses Stück in den Saisonplan für 2014 aufgenommen werden. ost