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"Sie können drei Tote abholen": 49-Jähriger erschießt Frau, Mutter und sich selbst

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Foto: Symbol, Armin Weigel/dpa

Altfraunhofen – Nach dem Fund der drei Toten in einem Einfamilienhaus geht die Kripo weiterhin von einer Familientragödie aus. Ein 49-jähriger Mann soll an Allerheiligen seine Lebensgefährtin, seine Mutter und zuletzt sich selbst erschossen haben.


In einem Einfamilienhaus in Altfraunhofen wurden am Mittwochnachmittag ein 49-jähriger Mann, seine 83-jährige Mutter und seine 61-jährige Lebensgefährtin tot aufgefunden. Alle drei Personen wiesen Schussverletzungen auf.

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Telefonisch teilte der 49-Jährige den Beamten nur mit, dass sie in dem Haus "drei Tote abholen" könnten und legte auf. Danach war er für die Polizei nicht mehr erreichbar. In dem Einfamilienhaus entdeckten die Beamten daraufhin die drei Leichen.

Frau und Mutter mit deren Einverständnis getötet

Kripo und Staatsanwaltschaft gehen davon aus, dass der Mann die beiden Frauen mit deren Einverständnis tötete, dann die Polizei rief und sich selbst tötete. Es gebe ein Schriftstück, das auf das Einverständnis der beiden Frauen hindeute, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Landshut. Das Schreiben müsse jedoch noch auf seine Urheberschaft hin untersucht werden.

Dass weitere Menschen an der Tat beteiligt gewesen sein könnten, schließen die Ermittler aus. Die Leichen sollten am Donnerstag obduziert werden. Die Tatwaffe war nach Auskunft der Staatsanwaltschaft nicht registriert. Das Motiv der Tat ist persönlich motiviert.

Drama in ländlicher Idylle

Am Donnerstagvormittag herrschte Ruhe rund um das Grundstück, Nachbarn ließen sich nicht blicken. Im Rathaus der Gemeinde arbeitete Bürgermeisterin Katharina Rottenwallner Medienanfragen ab. "Das ist ein Schock", sagte sie. Man rechne ja nicht damit, "dass so etwas in unserer ländlichen Idylle passiert". Die Leute seien im Dorf bekannt gewesen, die beiden jüngeren hätten sich früher als Wahlhelfer betätigt.

Sie habe von dem Drama während der Gräbersegnung zu Allerheiligen am Friedhof erfahren, sagte Rottenwallner. Dort seien viele Menschen versammelt gewesen. "Plötzlich hat die Feuerwehrsirene geheult und die Feuerwehrmänner sind auf und davon." Dass Menschen sterben, ohne Hilfe geholt zu haben, geht ihr nahe. "Wer in Not ist, kann doch immer beim Pfarrer anrufen, im Rathaus oder bei Nachbarn. Damit es gar nicht so weit kommt."

Update, Donnerstagmorgen:

Auf Nachfrage zum Stand der bisherigen Ermittlungsergebnisse am Donnerstagmorgen wollte sich ein Polizeisprecher nicht äußern. Angaben über das Verhältnis der Toten zueinander konnte der Sprecher nicht machen. Zu möglichen Hintergründen gab er nach Absprache mit der Staatsanwaltschaft ebenfalls keine Informationen preis.

Erstmeldung:

Drei tote Erwachsene mit Schussverletzungen hat die Polizei am Mittwochnachmittag in einem Einfamilienhaus in Altfraunhofen gefunden.

Die Ermittler gehen von einer Familientragödie aus, teilte ein Sprecher der Polizei am späten gestrigen Abend mit. Gegen 15 Uhr nachmittags erhielt die Polizeieinsatzzentrale des Präsidiums Niederbayern einen Anruf über eine mögliche Familientragödie in einem Einfamilienhaus in Altfraunhofen. Bei der Durchsuchung des Gebäudes entdeckten die Einsatzkräfte drei tote Personen mit Schussverletzungen.

Bei den Toten handelt es sich ersten Erkenntnissen zufolge um die Bewohner des Hauses. Über den genauen Tatablauf und die Hintergründe der Tat liegen noch keine gesicherten Informationen vor. Erste Hinweise deuten auf ein innerfamiliäres Motiv hin. Dass an dem Verbrechen weitere Personen beteiligt sind, schließt die Kripo nach ersten Ermittlungen aus. 

Die Kriminalpolizei Landshut und die Staatsanwaltschaft führen die weiteren Ermittlungen. 

Pressemeldung des Polizeipräsidiums Niederbayern


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