weather-image

Seniorenpolitisches Konzept für den Landkreis Traunstein

Für eine dezentrale Alten- und Pflegeheimstruktur sprach sich der Ausschuss für Gesundheitsfragen und soziale Angelegenheiten in seiner Sitzung im Landratsamt aus. »Was wir brauchen, sind kleinere ortsnahe Einrichtungen«, betonten Waltraud Wiesholer-Niederlöhner und Hans Spiel. Damit wäre die »Schmerzgrenze« für die Betroffenen weniger groß, sagte Spiel.

Diese Forderung und weitere Handlungsfelder sollen jetzt in ein seniorenpolitisches Gesamtkonzept einfließen, das für den Landkreis Traunstein erarbeitet werden soll. Beschlossen wurde, ein Gesamtkonzept zu erarbeiten und dafür eine Steuerungsgruppe zur Begleitung der Konzepterarbeitung einzurichten.

Anzeige

Die Teilnehmer dieses Begleitgremiums sollen sich nach dem Willen des Ausschusses aus Politikern, Vertretern der Wohlfahrtsverbände, freier und anderer Träger sowie Mitarbeitern des Landratsamtes zusammensetzen. Diese Personen werden sich damit beschäftigen, wie es im Landkreis mit der Seniorenpolitik weitergehen soll, sagte der stellvertretende Landrat Josef Konhäuser, der Landrat Hermann Steinmaßl in der Sitzung vertrat.

Wie dieses Konzept genau aussehen werde, welche Methoden angewandt werden und welche bereits vorhandenen Daten dafür verwendet werden können, sei noch offen. Seinen Angaben zufolge hätten andere Landkreise gute Erfahrungen mit dem Einsatz einer Steuerungsgruppe als Begleitgremium für den Entstehungsprozess ihres Seniorenpolitischen Gesamtkonzeptes gemacht. Die Seniorenbeauftragte und Geschäftsführerin der Kreisaltenheime des Landkreises Traunstein, Monika Samar, die in der Sitzung zu den Einzelheiten Stellung nahm, geht davon aus, dieses Konzept im Juli nächsten Jahres dem Kreistag präsentieren zu können. Bis dahin werde die Steuerungsgruppe regelmäßig tagen und sich mit den Handlungsfeldern befassen.

Wie Samar erläuterte, habe der Landkreis im Rahmen der Seniorenkonferenz schon einiges bewegt und umgesetzt. Mit dem seniorenpolitischen Gesamtkonzept soll jetzt quasi ein Masterplan erstellt werden mit dem Ergebnis vorhandene Daten handbar zu machen, sowie relevante Handlungsfelder und Zusammenhänge zu erkennen. Ihren Aussagen zufolge herrsche in vielen Bereichen Nachholbedarf.

Herausfordernde Themen seien Demenz, Fachkräftemangel und die Betreuung von älteren Menschen mit Behinderung. Letzterem werde man sich zunehmend stellen müssen, sagte Konhäuser und verwies auf das neue Wohnheim der Lebenshilfe. Anreize, behindertengerechte Einliegerwohnungen zu schaffen, wie Kreisrat Heinz Wallner anhand eines Chieminger Pilotprojekts erläuterte, sowie Angehörige bei der Pflege zu entlasten und Generationen wieder zusammen zu bringen, waren weitere Aspekte, die nach Ansicht des Gremiums in dem Konzept zu berücksichtigen seien.

Für eine Vernetzung des schon vorhandenen Angebots und bauliche Nachrüstungen sprach sich Waltraud Niederlöhner aus. Gleichzeitig übte sie Kritik an den Kommunen, die sich nicht an den Altenhilfeplan des Landkreises halten, in dem der Bedarf an Altenheimplätzen ganz klar festgelegt sei. Gezielt die wirklich Betroffenen anzusprechen, forderte Markus Fröschl. ga