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Sein Herz hing am TSV

Berchtesgaden - Max Leo aus der Oberau verstarb am Freitag nach schwerer Krankheit im Kreise seiner Familie.

Max Leo kam im Jahr 1941 in Tegernsee auf die Welt. Als Naturmensch erlebte er die Jugendjahre mit seinen Eltern in den Sommermonaten stets auf einer Alm am Walberg, seinem Hausberg.

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Als Jugendlicher begann der Sportler mit dem Rodeln und war schnell auf den Naturbahnen zu Hause. Aufgrund seines Könnens kam der Tegernseer in die Rodel-Nationalmannschaft und blickte auf viele erfolgreiche Rennen zurück. Sein größter Erfolg als Rennrodler war 1962 zusammen mit Fritz Nachmann der Gewinn der Silbermedaille im Doppelsitzerbewerb bei den Weltmeisterschaften in Krynica/Polen.

Bei den Olympischen Winterspielen 1964 in Innsbruck lernte Rodler Max Leo seine spätere Frau Burgl Färbinger aus Berchtesgaden kennen, die in der Ski-Nationalmannschaft Rennen bestritt. Das Berchtesgadener Land kannte Max Leo ja bereits von verschiedenen Wettkämpfen auf der Kunsteisbahn am Königssee.

1970 wurde in der Oberau Hochzeit gefeiert. Aus der Ehe entstammen die Kinder Susanne und Max. In den Jahren 1970 bis 1972 bauten die Leos ihre Pension in der Oberau. Bis zu 35 Gäste fühlten sich in ihrem Haus stets wohl. Als Sportfamilie gründete die Familie eine Skischule, die Max Leo als Geschäftsführer leitete.

Die große Leidenschaft des jetzt Verstorbenen war der Fußball, vor allem der heimische. Viele Jahre leitete Max Leo die Geschicke der Fußballabteilung im TSV Berchtesgaden sehr erfolgreich. Nachdem es beim TSV Berchtesgaden nicht immer rund lief, machte Sohn Max zunächst als Kaderskiläufer von sich reden und später auch als Landesligaspieler beim ESV Freilassing. Das Herz des Vaters hing immer am TSV Berchtesgaden, den er unterstützte, wo immer es ging.

Eine große Freude waren die vier Enkelkinder, mit denen Max Leo viel Zeit verbrachte. »Immer dachte der Papa an andere, stets hatte er ein offenes Ohr und stellte seine Person in den Hintergrund«, denkt Sohn Max mit Wehmut an seinen verstorbenen Vater zurück.

Im 70. Lebensjahr bekam Max Leo die niederschmetternde Diagnose, an »ALS« erkrankt zu sein. »Wir alle wussten, dass unser Papa nicht mehr lange bei uns sein würde, aber er nahm auch dies mit Fassung und verlor nie seinen trockenen Humor«, so Sohn Leo. Der weiß, dass es jetzt weitergehen muss. Schon weil der Papa das so wollte. cw