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»Seid lieb zueinander«

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Constanze Lindner schlüpfte in Stein in verschiedene Rollen zum Beispiel als Immobilienmaklerin. (Foto: Mix)

Constanze Lindner wirbelte regelrecht durch die Aula der Schule Schloss Stein und, da sie nach eigenen Worten sehr harmoniesüchtig ist, umarmte sie zahlreiche Besucher und busselte sie herzhaft ab. In ihrem Programm »jetzt erst mal für immer« schlüpft sie in verschiedene Rollen und erzählt Geschichten über die Bewohnerinnen eines großen Mietshauses.


Die Kabarettistin und Schauspielerin war begeistert von der Schule Schloss Stein und meinte zu den anwesenden Schülern: »Ihr habt ja so ein Glück, dass ihr an dieser Schule sein dürft.« Sie selber habe keine so guten Erinnerungen an ihre Schulzeit und glaubt, »wenn ich so eine Schule gehabt hätte, dann hätte ich alles erreichen können und müsste jetzt nicht …, na ja egal!« In der Geschichte, die sie erzählt, geht es einmal um sie selber als Constanze, die in einem Mehrparteienhaus wohnt und seit einiger Zeit einen besonderen Gast bei sich in der Wohnung hat. Es ist eine Fee, die drei Wünsche erfüllen will. Da Constanze zwei Wünsche durch voreiliges, unüberlegtes Aussprechen schon verschleudert hat, will sie sich den dritten besonders gut überlegen und so lange ist die Fee bei ihr Gast, frisst sich durch die Vorräte und wird dabei immer fetter und bequemer.

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Auch die weiteren Bewohner des Hauses kommen zu Wort. Im Erdgeschoß wohnt eine liebe, alte Oma, die viel über ihre ungeliebte Schwiegertochter lästert und im Lifta-Treppenlift stecken bleibt. Die russische Dame Victoria schwärmt von ihrer Heimat und von ihrem hohen Männerverschleiß: »Eine Ehe kann schnell vorüber sein, du musst es nur ganz fest wollen.« Denn mit der Zeit trete bei den Ehemännern die »3-F-Regel« in Kraft, sie werden »fett, faul und verlogen«.

Mit Magie befasst sich die Mitbewohnerin Cordula, die ihre Zauberkräfte auf der Bühne unter Beweis stellen will. In Ermangelung einer Jungfrau im Publikum nimmt sie ersatzweise auch einen Mann, um die berühmte Nummer der »zersägten Jungfrau« vorführen zu können. Als dieser jedoch keine Säge dabei hat und auch die Magierin auf die Schnelle keine findet, fällt die Nummer ersatzlos aus. Cordula ist dringend auf der Suche nach einem Mann und da sich eine Frau laut Statistik in jeden siebten Mann verliebt, zählt sie einfach mal im Publikum ab, wer ihr Traummann sein könnte.

Eine Maklerin schließlich will das Haus grundsanieren lassen und dazu die Mieter rausekeln, die sie sich damit nicht unbedingt zu Freunden macht. Turbulent, schwungvoll, mit rasch wechselnden Verkleidungen wirbelt die Kabarettistin regelrecht durchs Programm, sodass den Zuschauern schon beinah schwindlig wird bei so viel Energie. Sie bezieht das Publikum immer wieder mit ein. Ein Herr in der ersten Reihe erinnert sie angeblich an ihren früheren Freund. Er darf immer wieder herhalten für die unterschiedlichsten Gags, wofür er dann natürlich wieder mit einer Umarmung und einem Busserl belohnt wird.

Die sympathische Kabarettistin zog sich auch in der Pause nicht ins stille Kämmerlein zurück, sondern ging aktiv auf die Besucher zu und suchte das Gespräch mit ihnen. Alles in allem war es ein sehr amüsanter, witziger Abend voller Lebenslust, Wärme und der mehrmals geäußerten Aufforderung: Seid lieb zueinander. Pia Mix