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Schwimmbadbetreiber sitzen auf dem Trockenen

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Das erfrischende Wasser des »Aschi« lockt verführerisch. Leider wird es erst einmal nichts mit dem Planschen. Keiner der drei Befragten – Bürgermeister Hannes Rasp, Geschäftsleiter Rupert Walch und Bürgermeister Michael Ernst – wagt eine Prognose, wann die Freibäder im Talkessel öffnen dürfen. (Foto: Christian Wechslinger)

Berchtesgaden – Schönstes Freibadwetter und trotzdem keine Badegäste: Die Gemeinden, die Schwimmbäder im Talkessel betreiben, wissen nicht, wie es weitergehen soll. Der 1. Bürgermeister von Schönau am Königssee Hannes Rasp hat vergeblich versucht, Informationen von oben zu bekommen. Er hofft auf baldige Weisung vom Freistaat, wann denn das Schornbad wieder aufsperren kann. Auch Michael Ernst, Bürgermeister von Marktschellenberg, und der Geschäftsleiter der Gemeinde Bischofswiesen Rupert Walch erhoffen sich eine baldige Entscheidung.


Wäre es ein ganz normaler Frühsommer, dann wäre im Schornbad nun Feiern angesagt. »Eigentlich haben wir heuer das zehnjährige Bestehen unseres umgebauten Schornbads«, berichtet Hannes Rasp. Der Bürgermeister hat in den vergangenen Tagen mehr als einmal versucht, Informationen zum Thema Schwimmbadöffnung zu erhalten. »Ich habe keine Antwort erhalten«, seufzt Rasp. So habe er unter anderem den Bürgermeistersprecher des Berchtesgadener Landes Hans Eschlberger kontaktiert, und auch selbst im Landratsamt nachgefragt. »Wir wissen nicht einmal, ob es derzeit eine Richtung gibt, ob und wann man aufsperren könnte.«

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14 Tage Vorlaufzeit für Öffnung des »Schornis«

Im Schornbad wurden in der Zwischenzeit alle Ausbesserungsarbeiten erledigt, die Liegewiese ist vorbereitet. Nur das Wasser wurde noch nicht eingelassen. »Sobald wir was wissen, fangen wir sofort an«, versichert Hannes Rasp. Die Mitarbeiter des Schornbads sind im Übrigen nicht arbeitslos, sondern derzeit im Bauhof beschäftigt. Sollte nun in den nächsten Tagen das OK für die Öffnung der Freibäder kommen, kann es allerdings nicht sofort losgehen mit dem Planschen: »Wir benötigen eine Vorlaufzeit von 14 Tagen«, erklärt der Bürgermeister. Würde die Entscheidung nun lauten, die Bäder dürften erst ab 1. August öffnen, so wäre dies eine schlechte Nachricht. »Dann würden wir das Bad geschlossen lassen, da es sich einfach nicht mehr lohnen würde.« Persönlich hofft Hannes Rasp, dass es so schnell wie möglich so weit ist. »Ich wünsche es mir vor allem für die Kinder. Sie haben viel durchgemacht. Denen sind wir es schuldig, dass wir bald aufsperren.« Genauso den Touristen, fügt er noch hinzu.

»Die Entscheidung wird dringlich erwartet«

Michael Ernst, Bürgermeister der Marktgemeinde Marktschellenberg, setzt all seine Hoffnung auf Anfang Juni. Dann soll es eine offizielle Aussage seitens der Bayerischen Staatsregierung zu den Freibädern geben. Das Wasser ist schon eingelassen worden. »Franz Halmich hat noch die Saisonvorbereitung freigegeben«, informiert Ernst und fügt hinzu: »Die Entscheidung, ob man aufsperren darf, wird auf jeden Fall dringlich erwartet.«

Das Aschauerweiherbad in Bischofswiesen ist grundgereinigt und »alles ist vorbereitet«, so der Geschäftsleiter der Gemeinde Bischofswiesen, Rupert Walch. »Wir haben alle Arbeiten auf das Mindestnotwendige zurückgefahren.« Das heißt zum Beispiel, dass der Rasen nicht jeden Tag gemäht wird. Im Naturbad ist das Wasser bereits in den Becken, die Umwälzpumpe läuft. Auch in Bischofswiesen arbeiten die sonstigen Bademeister derzeit im Bauhof.

Die Gemeinde benötigt ab dem Zeitpunkt der Freigabe durch die Regierung ebenfalls eine Vorlaufzeit, allerdings nur wenige Tage. Wie lange es wohl noch dauert, bis es so weit ist? Rupert Walch lacht laut auf: »Das ist Glaskugelschauen.« Das Aschauerweiherbad sei zumindest von der Fläche her relativ groß, größer als das Schornbad.

»Es könnte trotz Abstandsregeln funktionieren, genug Platz wäre ja.« Aber solange es nicht die notwendige Rückendeckung durch die Politik gebe, mache Bischofswiesen »überhaupt nichts«.

Annabelle Voss