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Schwäche des Honda Jazz (seit 2008) sind die Bremsscheiben

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Der Honda Jazz (seit 2008)
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Nippon-Zwerg: Doch ganz so klein braucht sich der Honda Jazz nicht zu fühlen, Gebrauchtwagenexperten urteilen recht positiv über den Viertürer. Foto: Honda/dpa-tmn Foto: dpa

Jazz aus Japan - das gab es erstmals in den 1980ern Jahren. Wie schlagen sich spätere Generationen der Neuauflage, die Honda von seinem Kleinwagen seit den frühen 2000ern fertigt gebraucht?


Berlin (dpa/tmn) - Da ist Musik drin - im übertragenen Sinne gilt das für den Honda Jazz: Er nimmt für einen Kleinwagen viel Ladung auf und variiert auch mal seinen Motorsound: Neben den Benzinern gibt es ihn mit Hybridantrieb.

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Bei der Hauptuntersuchung (HU) glänzt er - mit Ausnahmen bei einer Baugruppe allerdings.

Modellhistorie: Im Jahr 2002 startet die erste Generation (als Nachfahre des Ur-Jazz aus den 1980er Jahren). Die hier betrachteten Generationen zwei und drei rückten 2008 und 2015 nach. Facelifts führte der japanische Hersteller 2011 und 2017 durch. Seit 2020 ist die Viertauflage am Markt.

Karosserievarianten: Der Jazz zählt seit jeher zum Kleinwagensegment. War der Ur-Jazz noch ein Zweitürer, baute Honda alle nachfolgenden Versionen mit vier Türen. Die zwischen 2008 und 2014 gefertigte Generation besitzt einen an Minivans angelehnten Aufbau.

Abmessungen: 2. Generation: 3,90 m x 1,70 m x 1,53 m (LxBxH), Kofferraumvolumen: 428 l bis 1396 l (Hybrid: 332 l bis 1323 l); 3. Generation: 4,00 m x 1,69 m x 1,52 m (LxBxH), Kofferraumvolumen: 354 l bis 1314 l.

Stärken: Für einen Kleinwagen ist vor allem die zweite Modellgeneration geräumig. Der Innenraum ist flexibel, die Motoren gelten als ausreichend dimensioniert. Bei der Hauptuntersuchung (HU) gehören die meisten Probleme der Vergangenheit an. Vor allem die Fahrwerkskomponenten ernten Lob: Beanstandungen an Lenkanlage, Antriebswellen und Achsfedern liegen weit unter dem Durchschnitt, wie der »Auto Bild Tüv Report 2020« berichtet. Gleiches gilt für die Beleuchtung, und Ölverlust kommt ebenfalls nur selten vor.

Schwächen: »Wären da nicht die über dem Durchschnitt liegenden Mängelquoten an Bremsscheiben und -leitungen - der Jazz wäre eine uneingeschränkte Empfehlung«, schreibt der Tüv-Report. Ab einem Fahrzeugalter von fünf Jahren leiden die Scheiben unter hohem Verschleiß, Rostbefall, und die Fußbremse wird überdurchschnittlich oft bemängelt. Immerhin seien diese Mängel recht kostengünstig zu beheben, und vor allem junge Modelle der dritten Generation sind noch nicht betroffen.

Pannenverhalten: Ebenfalls kaum Bedenken vom ADAC. Der Club schreibt mit Blick auf seine Pannenstatistik: »Der Jazz schneidet gut bis sehr gut ab.« Die Mängelschwerpunkte beschränken sich auf defekte Batterien bei Fahrzeugen der Erstzulassungsjahre 2014 und 2015 sowie streikende Zündkerzen (2012 und 2013).

Motoren: 2. Generation: Benziner (Vierzylinder mit Frontantrieb): 66 kW/90 PS bis 88 kW/120 PS; Hybrid (Vierzylinder + E-Motor mit Frontantrieb): 65 kW/88 PS + 10 kW/14 PS; 3. Generation: Benziner (Vierzylinder mit Frontantrieb): 75 kW/102 PS und 96 kW/130 PS.

Marktpreise (laut »DAT Marktspiegel« der Deutschen Automobil Treuhand mit jeweils statistisch erwartbaren Kilometern): - Jazz 1.2 i Trend (2013); 66 kW/90 PS (Vierzylinder); 99 000 Kilometer; 6375 Euro. - Jazz 1.3 DSI Hybrid Comfort (2015); 65 kW/88 PS (Vierzylinder + E-Motor); 74 000 Kilometer; 9450 Euro. - Jazz 1.3 i-VTEC Trend (2017); 75 kW/102 PS (Vierzylinder); 48 000 Kilometer; 10 400 Euro.

© dpa-infocom, dpa:200810-99-112704/4