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Skispringer Andreas Wellinger möchte trotz Abiturvorbereitung auf der Schanze überzeugen

Schule und Skispringen unter einen Hut bringen

Berchtesgaden – Beim Weltcupauftakt der Skispringer am Wochenende in Klingenthal wird auch Christophorusschüler Andreas Wellinger an den Start gehen. Der Olympiasieger aus Weißbach will freilich am liebsten da anknüpfen, wo er im letzten, so erfolgreichen Jahr aufgehört hat. Mit dem »Berchtesgadener Anzeiger« sprach der 19-Jährige in Berchtesgaden über das Training, seine Form und die Ziele.

Skispringer Andreas Wellinger (r.) vom SC Ruhpolding mit seinem Heimtrainer Christian Leitner. Wellinger übernahm erst jüngst die lila Kopfbedeckung von Martin Schmitt. (Foto: Wechslinger)

Andreas, wie sieht deine Form aus?

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Andreas Wellinger: Ich war verletzungsfrei und meine Form ist o.  k., wenn ich auch noch nicht alles ausgereizt habe. Für die Tournee und die weiteren Aufgaben bin ich noch ausbaufähig. Am kommenden Wochenende werden wir beim Weltcupauftakt in Klingenthal sehen, wo wir stehen.

Es gab Diskussionen, ob man mit dem Weltcup nicht im hohen Norden beginnen sollte, wo jetzt schon winterliche Bedingungen herrschen.

Wellinger: Der Vorteil für uns ist die kurze Anreise – und ein Weltcup daheim ist immer schön. Ich hoffe, die Veranstalter bekommen die Schanze ordentlich hin, alles andere können wir ohnehin nicht beeinflussen.

Was waren die Gründe, dass du dieses Mal beim Sommer Grand Prix nicht immer dabei warst?

Wellinger: Zum einen stehe ich vor dem Abitur an der Christophorusschule und im Weiteren wollte ich in Absprache mit dem Trainer den Fokus mehr auf das Training setzen. Ich denke, das hat gut funktioniert und wir sind gut für den Winter gerüstet.

In den Siegerlisten des Sommer Grand Prix sind ein paar neue Namen aufgetaucht. Wer wird denn im Winter vorne sein?

Wellinger: Es werden wohl wieder die üblichen Verdächtigen sein, die ganz vorne mitmischen. Aber es wird sicher auch wieder Überraschungen mit neuen Namen geben, das ist ja fast immer so. Es werden aber wieder die etablierten Nationen sein, aus denen die Besten kommen.

Stimmt es, dass dein Mannschaftskamerad Severin Freund so etwas wie ein Vorbild für dich ist?

Wellinger: Er hat eine extrem gute Art und Weise, wie er sein Leben gestaltet. Severin ist unglaublich zielstrebig, was sich ja auch im letzten Jahr auf seine Leistungen ausgewirkt hat. Von ihm kann ich mir einiges abschauen. Außerdem ist meine Position im Team nach zwei Jahren eine andere. Wir haben ein hervorragendes Klima, einer profitiert vom anderen.

Wie sehen denn deine Vorhaben für die nächste Saison aus?

Wellinger: In erster Linie möchte ich Sport und Schule unter einen Hut bringen, gesund und verletzungsfrei bleiben sowie da weitermachen, wo ich in der letzten Saison aufgehört habe. Was dann dabei herauskommt, das kann man vorher nicht sagen. Ich möchte mit mir selbst zufrieden sein. Wenn ich meine Leistung gebracht habe, ist es mir egal, ob ich Erster, Fünfter oder Zehnter bin.

Ist dein Leben nach dem Olympiasieg von Sotschi stressiger geworden?

Wellinger: Stressig war es durch meine schnellen Erfolge auch schon vor Olympia. Aber natürlich ist es mit Olympia noch einmal mehr geworden, ich habe mehr zu tun als die Jahre davor. Aber ich mache mir keine Sorgen, die Dinge auch in Zukunft hinzubekommen.

Jahrelang war Martin Schmitt der Milka-Mann, jetzt trägst du den lila Helm. Soll deine Karriere ebenso lange wie die von Martin Schmitt, der im vergangenen Jahr erst mit 36 Jahren aufhörte, andauern?

Wellinger (lacht): Nein, da habe ich vorher sicher schon aufgehört. Jetzt muss ich aber erst einmal zu Servus TV nach Salzburg, wo wir uns mit den Österreichern zu einer Gesprächsrunde treffen. Christian Wechslinger