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TV-Tipp

Schuld

Neben Moritz Bleibtreu als Anwalt Kronberg treten in der neuen «Schuld»-Staffel Größen wie Lars Eidinger, Jürgen Vogel und Iris Berben auf. Dennoch bleiben die Fernseh-Kriminalfälle nach Geschichten von Ferdinand von Schirach recht schablonenhaft.

Schuld
Moritz Bleibtreu spielt in der Fortsetung der Miniserie «Schuld» einen sensiblen Juristen. Foto: Julia Terjung/ZDF Foto: dpanitf3

Hamburg (dpa) – Im Spannungsfeld zwischen gesetzlichem Recht und empfundener Moral bewegt sich der Anwalt Friedrich Kronberg nun schon in einer zweiten ZDF-Staffel mit dem Obertitel «Schuld».

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Ab Freitag (15. September), 21.15 Uhr, verkörpert Moritz Bleibtreu den sensiblen Juristen in vier weiteren Folgen nach dem gleichnamigen, auf wahren Ereignissen beruhenden Erzählband des Bestsellerautors Ferdinand von Schirach («Terror»). Die erste Staffel der von Oliver Berbens Firma Moovie für das ZDF produzierten Miniserie war im Februar 2015 gestartet und hatte jeweils zwischen 3,5 bis 5 Millionen Zuschauer.

Hoch ist der Anspruch des Senders an das Projekt des seit einigen Jahren teils gehypten, teils geschmähten Verfassers von Schirach, der selbst Strafverteidiger ist. So fragt sich Günther van Endert, Leiter der ZDF-Redaktion Fernsehfilm II: «Wie ist Schuld zu bewerten, wenn man das Falsche aus den richtigen Gründen tut? Oder kann man, wenn durch eine Tat Schlimmeres verhindert wird, Schuld aufwiegen? Ab wann ist Rache moralisch nachvollziehbar?» All das seien Fragen, die in der zweiten Staffel von «Schuld» thematisiert würden. Allerdings: Trotz solcher Überlegungen auf der Metaebene fallen die Fernsehgeschichten ziemlich schablonenhaft aus.

Vielleicht liegt es an der Kürze der Episoden, die in 45 Minuten selten mehr erlauben als die vereinfachte Darstellung eines Falls samt seiner Beteiligten mit ihren jeweiligen Motiven. Der man überdies das pädagogische Anliegen der Macher deutlich anmerkt, die Zuschauer möchten sich bitte mit den Grundproblemen von Recht und Moral auseinandersetzen, die mit den Geschichten verbunden sind.

Dabei sind neben dem zurückhaltend agierenden Schauspielstar Moritz Bleibtreu («Lommbock») Größen wie Jürgen Vogel, Iris Berben und Lars Eidinger mit von der Partie. Gedreht wurde unter der Regie von Hannu Salonen diesmal nicht nur in Berlin, sondern auch in der Uckermark, in Portugal und in Brasilien.

In der ersten Folge «Kinder» verkörpert Marcus Mittermeier einen Mann, der wegen Kindesmissbrauchs angeklagt wird. Er beteuert seine Unschuld, doch der Richter glaubt dem Mädchen, das ihn beschuldigt. Aus dem Gefängnis entlassen, erwacht sein Wunsch nach Rache. In «Anatomie» (22. September) geht es um einen Fall fahrlässiger Tötung bei einem Autounfall. Alles scheint klar – doch dann deutet alles darauf hin, dass der Getötete ein Sadist unvorstellbaren Ausmaßes war. Den nur sein Tod an einem grausamen Verbrechen gehindert hat.

«Das Cello» (29. September) verhandelt eine Tragödie, bei der zwei Geschwister in einer symbiotischen Beziehung leben – bis die Schwester (Josefine Preuß) den Bruder (Louis Hofmann) aus Mitleid tötet. In «Familie» (6. Oktober) schließlich geben Jürgen Vogel und Lars Eidinger zwei ungleiche Halbbrüder einer Sippe mit krimineller Vergangenheit, die über Generationen zurückreicht. Alle vier «Schuld»-Folgen sind ab 15. September auch in der ZDF-Mediathek im Internet zu sehen. 

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