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Schöne Landschaft entschädigte Wallfahrer-Mühen

Wonneberg. Gebete und Lieder, miteinander ratschen und auch Zeiten der Stille wechselten sich ab bei der Fußwallfahrt des Pfarrverbandes Waging-Otting-St. Leonhard nach Maria Kirchental. Gewallfahrtet wurde in drei Gruppen: Eine legte die gesamte, knapp 75 Kilometer lange Strecke zu Fuß zurück, eine wanderte von Unken nach Kirchental und schließlich die Busfahrer, die direkt zum Wallfahrer-Gottesdienst hingefahren waren. Überall aber wurde die Stimmung unterwegs als sehr gut empfunden.

Die intensivsten Eindrücke nahmen natürlich diejenigen mit nach Hause, die sich den ganzen Weg zu Fuß »antaten«; neben der Strecke waren zudem auch noch 570 Höhenmeter am ersten Tag zu überwinden und nochmals gut 700 am zweiten. Dies hatte Heini Ufertinger genau ausgerechnet. Martin Riedl, der Gemeindereferent im Pfarrverband, führte die Gruppe, er hatte die ganze Wallfahrt auch organisiert und begleitete sie spirituell. Für ihre Mühen wurden die Wanderer schier auf Schritt und Tritt von der wunderschönen Landschaft entschädigt, vor allem am Tag zwei: immer die Loferer Berge vor den Augen, auf ruhigen Wegen abwechselnd durch Auen, Wiesen, Wälder oder kleine Weiler. Davon schwärmten danach alle Teilnehmer – und die Blasen, die sich etliche naturgemäß geholt hatten, taten der Begeisterung kaum Abbruch.

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Los gegangen war es am ersten Tag schon um 5 Uhr nach einer Besinnung in St. Leonhard. Der Weg führte dann über Weibhausen, Ettendorf, Traunstein, Siegsdorf, Ruhpolding-Laubau und den Fischbach entlang. Unterwegs in Siegsdorf und in Ruhpolding schlossen sich einige weitere Teilnehmer an, denen die gesamte Strecke zu lang war.

Durchs schöne, bewaldete Fischbachtal hindurch erreichte man den Anstieg zum Staubfall. Auf schmalem Bergpfad und unter den herunterstürzenden Wassermassen bei großartiger Bachkulisse führte der Pfad weiter ins Heutal. Ein fröhlicher Abend sorgte für schnelle Erholung der erschöpften Wallfahrer, und der Schwimmteich des Hotels wurde von fast allen zur Erfrischung sehr gern angenommen. Dank Hermann Eder wurde das gesellige Beisammensein zusätzlich musikalisch umrahmt.

Am zweiten Tag wurde um 7 Uhr gestartet, auf kleinen Wirtschaftswegen ging es nach Unken. Dort waren per Bus weitere 25 Teilnehmer eingetroffen, um die restliche Strecke nach Maria Kirchental auf sich zu nehmen. Die Wallfahrer pilgerten über die Saalach und durch die teilweise sehr enge Innersbachklamm. Zum Schluss mussten dann noch die 240 Höhenmeter nach Maria Kirchental überwunden werden. Schlag 14 Uhr war es dann so-weit: Die Gruppe war am Ziel angekommen.

Den Wallfahrer-Gottesdienst in Maria Kirchental zelebrierte Pfarrer Andreas Ager, der selbst von Unken aus mitgepilgert war. Letztendlich waren zu Fuß sowie mit Bus und Autos rund 120 Personen aus dem Pfarrverband zum Gottesdienst gekommen. Der Waginger Organist Alfons Schmuck und zwei Sängerinnen umrahmten die Messfeier, auch die Wallfahrer selber sangen bei einem Marienlied und dem »Großer Gott, wir loben Dich« zum Schluss kräftig mit. Kirchenpfleger Hans Meyer zeigte Interessierten danach noch die kurz nach dem verheerenden Brand von Waging im Jahr 1763 gestiftete Votivtafel. Diese ist nach allgemeinem Wissensstand die älteste Bilddarstellung von Waging. Anschließen kehrten die Wallfahrer beim Wirt in Maria Kirchental ein, ehe alle mit Bussen und Privatautos heimfuhren. Die Stimmung war so gut, dass auf der Rückfahrt im Bus trotz der Müdigkeit noch gesungen wurde. he