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Schneechaos fordert mehrere Unfälle und Verletzte – Alarmstufe Dunkelrot in den Alpen

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Am Vormittag kam ein Golffahrer bei Ising von der Straße ab und landete kopfüber in einem Bach (links). Auf der A8 stellte sich in den frühen Vormittagsstunden bei Neukirchen ein Autotransporter quer zur Fahrbahn und sorgte für einen kilometerlangen Stau (rechts). Foto: l. FDL/AKI, r. Redaktion (Montage)

Landkreis – Die starken Schneefälle in den frühen Montagmorgenstunden sorgten auf den Straßen der Region für großes Chaos und viele Unfälle. In den Alpen herrscht höchste Lawinengefahr.


Update, 16.30 Uhr:

Im gesamten Alpenraum verursachen Unmengen Neuschnee über Hunderte Kilometer höchste Lawinengefahr. Im Schnee- und Lawinenforschungsinstitut (SLF) in Davos gehen stündlich Meldungen von herabstürzenden Schneemassen ein, wie Michael Bründl, Spezialist für Lawinendynamik und Risikomanagement, der Deutschen Presse-Agentur am Montag sagte. Bahnlinien und Straßen sind in den gefährdeten Regionen gesperrt, so dass zunächst niemand zu Schaden kam. Auf so breiter Fläche sei die Lage seit 1999 nicht mehr so prekär gewesen, sagte Bründl. Zum Artikel:  Ausnahmewinter in den Alpen.

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Update, 14.15 Uhr:

Insgesamt 75 Unfälle meldet die Polizei im südlichen Oberbayern. Allerdings blieb es bis auf vier leicht verletzte Personen lediglich bei Blechschäden.

Vachendorf – Gegen 6.30 Uhr befuhr eine 21-Jährige aus Inzell mit ihrem VW Polo die Hauptstraße in Vachendorf in Fahrtrichtung Bergen. Nach einer engen Kurve geriet sie auf die Gegenfahrbahn und kollidierte mit dem entgegenkommenden Ford Transit eines 60-jährigen Bergeners. An den beiden Fahrzeugen entstand Sachschaden von rund 5000 Euro, verletzt wurde niemand.

Traunstein – Ebenfalls gegen 6.30 Uhr fuhr ein 28-Jähriger aus Ruhpolding mit seinem Winterdienstfahrzeug auf der B304 von Traunstein-Nord kommend in Richtung Matzing. Auf Höhe der Einmündung Mögstetten bremste er verkehrsbedingt ab. Eine 23-Jährige aus Traunstein wollte mit ihrem Peugeot rechts an dem Schneepflug vorbeifahren und touchierte dabei den rückseitigen Bereich des Schneeschildes. Am Peugeot der Unfallverursacherin entstand ein Schaden von etwa 1000 Euro, der Schneepflug wurde nicht beschädigt. Verletzt wurde bei dem Unfall niemand.

Traunstein – In einer Kurve in Wolkersdorf kam eine 46-Jährige aus Traunstein gegen 8.30 Uhr mit ihrem Ford auf die Gegenfahrbahn und stieß frontal mit dem Renault Espace eines 52-jährigen Traunsteiners zusammen. Der Ford war nicht mehr fahrbereit und musste abgeschleppt werden, es entstand Sachschaden in Höhe von etwa 2000 Euro. An dem Renault Espace des Geschädigten entstand ein Schaden von etwa 1000 Euro. Die beiden Unfallbeteiligten blieben unverletzt.

Chieming – Ein 28-Jähriger aus München fuhr gegen 9 Uhr mit seinem VW Golf die Staatsstraße 2095 von Laimgrub in Richtung Chieming. Als er verkehrsbedingt bremsen musste, kam er ins Schleudern und landete auf dem Dach seines Wagens im Graben.

Am VW Golf entstand Sachschaden von rund 4000 Euro. Der Zustand der Reifen an seinem Auto war absolut ungenügend. Der Münchner kam leicht verletzt ins Klinikum Traunstein.

Inzell – Auch am frühen Sonntagmorgen kam es auf der B305 bei Inzell zu einem Vorfall mit zwei Verletzten, der aber vergleichsweise glimpflich ausging. Ein 52-Jähriger aus Ruhpolding war gegen 4 Uhr mit seinem Nissan-Kleintransporter in Richtung Inzell unterwegs. Zu dieser Zeit herrschte Schneefall und die Fahrbahn war stark schneebedeckt. Als der Ruhpoldinger einen kleinen Baum bemerkte, der quer über der Fahrbahn lag, bremste er sein Fahrzeug ab und blieb stehen. Er machte den Warnblinker an und stieg zusammen mit seiner 14-jährigen Tochter aus. Trotz der Dunkelheit und dem starken Schneefall trugen beide keine Warnwesten.

Zu dieser Zeit näherte sich in gleicher Fahrtrichtung ein 41-Jähriger aus Bergen mit seinem Iveco-Kleintransporter. Er bemerkte den Warnblinker und dachte, das Fahrzeug wäre steckengeblieben. Er setzte zum Überholen an und übersah dabei den am Boden liegenden Baum und auch die beiden Personen. Als er über den Baum fuhr, wurde dieser verrissen und schlug sowohl gegen den Nissan des Ruhpoldingers als auch gegen den Ruhpoldinger und seine Tochter. Die beiden wurden bei dem Unfall zum Glück nur leicht verletzt.

Update, 10.40 Uhr: Unfall bei Ising

Gegen 9.20 Uhr verlor ein 28-jähriger Golf-Fahrer aus München, der auf der Staatsstraße 2095 in Höhe von Ising Richtung Seebruck unterwegs war, die Kontrolle über sein Fahrzeug. Kurz nach der Abzweigung Richtung Ising drehte sich der Golf, kam von der Fahrbahn ab und landete etwa zwei Meter tiefer in einem kleinen Bach und blieb dort auf dem Dach liegen.

Der junge Fahrer konnte sich nicht von selbst aus dem Fahrzeug befreien. Ein Polizeibeamter und ein Mitarbeiter des Winterdienstes, die sich zu diesem Zeitpunkt zufällig in der Nähe befanden, befreiten den jungen Mann über die Heckklappe aus seinem Auto und übergaben ihn dem BRK.

Die Feuerwehr Ising und Seebruck waren vor Ort im Einsatz, die Feuerwehr Chieming befand sich auf der Anfahrt. Die Unfallstelle war für gut eine Stunde gesperrt. Über die Verletzungen des Mannes ist derzeit noch nichts bekannt. Die Polizei Traunstein wird nachberichten.

Update, 10.30 Uhr:

Zwischen Neukirchen und Anger wurden die Aufräumarbeiten größtenteils abgeschlossen. Inzwischen sind alle Fahrbahnen wieder frei. Auf der A8 kam es zu zahlreichen kleineren, vermutlich schnee- und glättebedingten Unfällen, bei denen aber zum Glück bislang keine Verletzten gemeldet wurden.

Erstmeldung, 9.38 Uhr:

Derzeit ist die A8 in Fahrtrichtung Salzburg zwischen Neukirchen und Anger wegen eines quer stehenden Autotransporters komplett gesperrt. Es bildet sich ein kilometerlanger Rückstau.

Gegen 10 Uhr passierte an der Anschlussstelle Bergen in Richtung Salzburg ein Unfall, der die Einfahrt derzeit blockiert.

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Höchste Lawinengefahr in den Alpen

In großen Teilen der Alpen herrscht seit Montagmorgen die höchste Lawinenwarnstufe. Bei heftigen Niederschlägen wächst die Gefahr gefährlicher Abgänge immer weiter. Durch wärmere Luft sei Niederschlag bis zu 2000 Metern Höhe als Regen gefallen, was die Schneedecke zusätzlich labil werden lasse, warnten Fachleute in der Schweiz und Österreich.

Wegen des Tauwetters bestehe im Laufe des Montags auf 1500 bis 1600 Metern Höhe "auf jeden Fall Lawinengefahr", teilte der Wetterdienst der Zugspitze am Morgen mit. Laut Prognosen des Lawinenwarndienstes besteht in den bayerischen Alpen derzeit Warnstufe vier von fünf.

red/dpa