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Schlittschuhläufer vom Langbürgner See gerettet – Rettungshubschrauber im Einsatz

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Schlittschuhläufer
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Foto: dpa/Ingo Wagner

Prien/Rimsting – Zwei risikofreudige Schlittschuhläufer mussten am Sonntag von der Eisfläche des Langbürgner Sees gerettet werden. Der Einsatz bei Hemhof wurde auch von einem Hubschrauber begleitet.


Wie die Wasserwacht Rosenheim auf ihrer Facebook-Seite mitteilt, handelte es sich bei der Rettungsaktion am Sonntag bereits um den sechsten Einsatz für die Retter in diesem noch jungen Jahr.

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Gemeinsam mit der BRK-Wasserwacht Ortsgruppe Bad Endorf/Höslwang und der Wasserwacht Prien/Rimsting wurden die Rosenheimer Retter zum Langbürgner See bei Hemhof alarmiert. Dort hatte ein besorgter Bürger zwei Paar Schuhe und die Verpackung von Schlittschuhen am Ufer entdeckt.

Die Integrierte Leitstelle in Rosenheim informierte die Wasserwachten über einen möglichen "Eisunfall 2". Das bedeutet, dass ein oder zwei Personen im Eis eingebrochen sein können.

Die Schlittschuhläufer konnten vom ebenfalls alarmierten Rettungshubschrauber Christoph 14 auf dem Eis gesichtet werden. Sie waren nicht eingebrochen. Im Einsatz waren zwei Fahrzeuge und neun Helfer.

 

Vorsicht: Das Eis auf den Seen im Landkreis trägt noch nicht!

Derzeit sorgt der tiefe Nachtfrost dafür, dass auf kleineren Seen auch in der Region eine Eisdecke entsteht. Aber Vorsicht: Sie ist trügerisch und noch nicht immer wirklich tragfähig. Die einfachste Regel: Eisflächen auf Gewässern überhaupt nicht betreten. Die winterliche Natur lässt sich auch auf dem sicheren Ufer genießen.

Das eiskalte Wasser verursacht schneidende Schmerzen und raubt dem Körper Muskelkraft. Einem Verunglückten bleiben deshalb nur wenige Minuten Zeit, sich selbst zu retten. Außerdem bedeutet Unterkühlung im eisigen Wasser fast immer Lebensgefahr.

Wichtig ist es, erst viele Tage mit dauerhaft starkem Nachtfrost abzuwarten, bevor man eine Eisfläche betritt. Bei Seen sollte die Eisdecke mindestens 15 Zentimeter stark sein, damit das Eis betreten werden kann. Und trotz einer vermeintlich dicken Eisschicht können an verschiedenen Stellen Gefahren lauern: Über fließendem Wasser wächst die Eisschicht langsamer als auf stehendem. Daher besteht besondere Gefahr an Zu- und Abflüssen, an Quellen im See, die Strömungen verursachen, und an bewachsenen Uferstellen.

Zugefrorene Seen und Flüsse nicht betreten – es herrscht Einbruchsgefahr
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Auch wenn die Verlockung groß ist, sollte man nicht bedenkenlos auf zugefrorene Eisflächen gehen. Es besteht die Gefahr, einzubrechen.

Auch Hundebesitzer sollten jetzt achtgeben und Hunde in der Nähe von Gewässern an die Leine nehmen, damit er nicht auf die Eisfläche läuft. Wenn ein Hund eingebrochen ist, sollten Herrchen oder Frauchen nicht aufs Eis gehen, um ihn zu retten. Das Einbrechen des Tiers ist ein Warnzeichen: Eis, das einen Hund nicht trägt, trägt erst recht keinen Menschen. In diesem Fall die Rettungskräfte mit geeigneter Ausrüstung über Notruf 112 alarmieren.

Wissenswertes über das Eis

Dunkle Stellen im Eis bedeuten eine besonders dünne Eisschicht. Eine Schneeschicht auf dem Eis verhindert zusätzlich das Anwachsen der Eisschicht. Ein Knistern oder Knacken beim Betreten der Eisschicht ist ein letzter Hinweis dafür, dass die Tragkraft des Eises nicht ausreicht.

Wenn man ins Eis eingebrochen ist

Es verbleibt nicht viel Zeit, um sich selbst aus dem frostigen Wasser auf die Eisfläche zu retten. Binnen weniger Minuten tritt eine Unterkühlung ein. Das eiskalte Wasser verursacht starke Schmerzen und die Kräfte für eine Selbstrettung schwinden sehr schnell. Wichtig ist es, Ruhe zu bewahren und Panik zu vermeiden. Eingebrochene sollen auf sich aufmerksam machen und laut um Hilfe rufen.

Zudem sollen die Arme über die Eisoberfläche vor sich ausgebreitet werden, um sich langsam flach auf die Eisfläche zu schieben und kriechend das Ufer zu erreichen. Es soll vermieden werden, unter das Eis zu geraten. Ein schnelles und entschlossenes Handeln ist angesagt, heftige Bewegungen sollten aber unterbleiben, da diese zu noch mehr Wärmeverlust führen.

Wenn man sieht, dass jemand ins Eis eingebrochen ist, empfiehlt die DLRG, laut um Hilfe zu rufen, um weitere Personen zur Unterstützung zu animieren. Wichtig ist, sofort den Notruf abzusetzen (112). Alle weiteren Personen vom Eis winken, sie sollen sich von der Einbruchstelle im Liegen wegbewegen.

Vermeiden sollte man es in dieser Situation, die Eisfläche zu betreten, um einer eingebrochenen Person zu helfen. Rettungsversuche können vom Ufer aus mit Rettungsmitteln wie mit Ast, Leiter, Seil oder Schal erfolgen. Erst wenn dies nicht möglich ist, sollten Helfer sich aufs Eis wagen, liegend und vom Ufer aus gesichert, etwa mit einem Seil. Auch dann rät die DLRG, Hilfsmittel als »verlängerten Arm« zu verwenden.

Erstversorgung eines Geretteten

Aus dem Eis gerettete Personen sind oft stark unterkühlt, deshalb schnellstmöglich die Rettungsleitstelle anrufen (Notruf 112). Bis zu dessen Eintreffen bitte unbedingt beachten: der Gerettete ist vor weiterer Auskühlung zu schützen, soll aber nicht aufgewärmt werden, da sonst die Gefahr von Herz- /Kreislaufversagen besteht. Der Körper sollte flach gelagert und nicht unnötig bewegt werden. Beim Aussetzen von Atmung oder Kreislauf lebensrettende Sofortmaßnahmen einleiten (Herz-Lungen-Wiederbelebung) und bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes fortsetzen.

Pressemitteilung DLRG