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Besser runterkommen

Schlafräuber Job: Zeitpuffer vor und nach der Arbeit helfen

Viele Deutsche schlafen schlecht. Ein Grund dafür ist die Arbeit – etwa weil sie den Rhythmus stört oder den Kopf nicht ruhen lässt. Dagegen hilft, mehr Abstand zwischen Schlaf und Job einzuplanen. Und in der Zwischenzeit möglichst auch mal gar nichts zu tun.

So wird das nichts
So wird das nichts: Wer vor der Nachtruhe noch einen schnellen Blick in die E-Mails wirft, darf sich über schlechten Schlaf nicht wundern. Foto: Christin Klose/dpa-tmn Foto: dpanitf3

Schnell aufstehen, Katzenwäsche und ohne Frühstück zur Arbeit? Oder abends bis lange nach Feierabend schuften und zu Hause sofort ins Bett? Beides ist aus gesundheitlicher Sicht keine gute Idee, sagt Anette Wahl-Wachendorf vom Verband der Werks- und Betriebsärzte.

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Schlechte E-Mails = schlechter Schlaf?

Berufstätige brauchen zeitliche Abstände zwischen Schlaf und Job – und zwar vor und nach Feierabend, auch im Nacht- oder im Schichtdienst. Wie lang die sein sollten, lässt sich allerdings nicht genau sagen. "Wie viel Zeit jemand morgens braucht, ist individuell unterschiedlich", sagt die Expertin. "Wichtig ist vor allem, dass ich nicht gestresst im Büro ankomme." Das bedeutet erstens, dass sich Arbeitnehmer nicht abhetzen sollten. Und zweitens, dass sie auf dem Weg zur Arbeit mit dem Kopf nicht schon dort sein sollten – indem sie in der Bahn zum Beispiel die ersten E-Mails schreiben.

Denn darunter leidet langfristig nicht nur die Gesundheit. Auch für die Arbeit selbst hat morgendliche Hektik Konsequenzen, so Wahl-Wachendorf: Wer morgens zum Beispiel eine wichtige Besprechung hat, vorher aber schon per E-Mail die ersten Krisen bekämpft, tritt in dem Gespräch natürlich anders auf.

Gleiches gilt für den Feierabend: Auch hier ist etwas Abstand zwischen Dienstschluss und Augenschließen dringend notwendig. Ein bis zwei Stunden sollten es mindestens sein, rät Wahl-Wachendorf. Und auf keinen Fall sollte man noch im Bett einen schnellen Blick in die E-Mails werfen. "Die Schlafqualität ist dann definitiv anders, das ist auf keinen Fall gesundheitsfördernd."

Gar nicht so leicht: Das "Nichtstun"

Wie das Abschalten am besten klappt, ist eine Typfrage. Vor der Arbeit ist eine kleine Pause aber nie verkehrt: "Man sollte sich morgens einfach Zeit nehmen, in Ruhe eine Tasse Kaffee oder Tee zu trinken", sagt Wahl-Wachendorf. Abends geht der eine dann lieber zum Sport, der nächste spielt mit seinen Kindern – und der dritte liegt nur auf dem Sofa. Auch das sei gar keine schlechte Idee: "Ich würde wenigstens dazu raten, das Nichtstun mal auszuprobieren. Das ist zwar ziemlich schwer, aber auch ziemlich gut."

Wie schaffe ich es, mal richtig "abzuschalten"?

Einfach mal nix tun, ist leichter gesagt als getan. Denn wenn man sich in dieser Absicht auf die Couch legt, wird es nicht lange dauern, bis man wieder zum Handy greift, den Fernseher einschaltet oder sich Gedanken über den nächsten Urlaub macht...

Aber was ist mit Nichtstun eigentlich gemeint? Gar nichts tun? Das Wichtige beim Nichtstun ist sicher nicht nur, dass man irgendwo herumsitzt und versucht, möglichst wenig zu denken, sondern vielleicht auch mal eine sportliche Betätigung ausprobiert, bei der man auf andere Gedanken kommt.

Gezieltes Abschalten ist nur schwer möglich. Versuche, mit Deinen Gedanken abzudriften. In eine entfernte Welt oder in diese Welt. Vielleicht kennst Du einen Film, ein Computerspiel oder ein Buch, das Dir besonders gefällt. Spinne doch die Welt dahinter weiter. Lass Dich von Sachen beeindrucken, die Du nicht verstehst, oder die für uns Menschen nie erreichbar sein werden. Konzentriere Dich darauf, lass Dich nicht ablenken und achte darauf, dass diese Gedanken weit weg von jenen liegen, die Dich im Job oder bei anderen Arbeiten beschäftigen.

Es gibt viele Möglichkeiten, wie wir unseren Körper in einen guten Schlaf befördern können. Was bist Du für ein Typ?

Der Hör-Typ:

Der Seh-Typ:

Bilder-Galerie zum Einschlafen:

Der Fühl-Typ:

Aufwachen und ausgeschlafen sein -> für jeden möglich "Wecker, der nur klingelt, wenn man ausgeschlafen ist"

Deutschland schläft schlecht, ist aber ausgeschlafen

Ein Drittel der Deutschen findet nicht richtig in den Schlaf. Ein knappes Viertel (24 Prozent) kommt nicht auf das von Gesundheitsexperten empfohlene Minimum von sechs Stunden. Das geht aus der Studie "Schlaf gut, Deutschland" hervor, die die Techniker Krankenkasse (TK) vorstellte. Danach sind die "Menschen in Deutschland ein ausgeschlafenes Volk".

Überdurchschnittlich hoch sei demnach der Anteil der Schlecht-Schläfer unter den Berufstätigen mit unregelmäßigen Arbeitszeiten oder Schichtdienst. Von diesen sogenannten Flex-Beschäftigten klagten 40 Prozent über schlechte Schlafqualität. Die Hälfte schlafe höchstens fünf Stunden. Wer nicht ausreichend schläft, wird krank und gefährdet nicht nur die eigene Gesundheit, wenn das Unfallrisiko und die Fehlerquote im Job steigen, so die Herausgeber der Studie.

dpa/tmn / th

 

 

gute Laune Tipps: Unsere Gesundheitsexpertin Charlotte Karlinder gibt euch hilfreiche Tipps, wie ihr trotz dunkler Jahreszeit eure gute Laune behaltet.

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