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Schellenberger Zollhäuslquelle macht Sorgen

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Benzingeruch an Zollhäuslquelle in Marktschellenberg
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Die Anwohner im Bereich der ehemaligen Marktschellenberger Zollhäuser haben aktuell kein verwendbares Trinkwasser aus der Zollhäuslquelle. (Foto: Wechslinger)

Marktschellenberg – Für Aufregung in Marktschellenberg sorgt seit dem Wochenende die Verunreinigung der sogenannten Zollhäuslquelle nahe der Landesgrenze, von der Benzingeruch ausgeht. Betroffen ist allerdings nur der kleine Weiler rund um die ehemaligen Zollhäuser und den Gasthof »Obermeier«. Das Wasser aus der Privatquelle darf zurzeit nicht als Trinkwasser verwendet werden.


Im Rathaus der Marktgemeinde erfuhr man am Samstag davon, dass vom Quellwasser Benzingeruch ausgeht. Geschäftsleiter Michael Ernst hielt daraufhin Rücksprache mit dem Gesundheitsamt in Bad Reichenhall. Die Folge war die Herausgabe einer Bürgerinfo. Die Gemeinde ließ die von Bürgermeister Franz Halmich unterschriebene Info noch am selben Tag an die Anwohner – das sind rund 50 Bürger in insgesamt neun Anwesen – verteilen.

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Die Marktgemeinde Marktschellenberg empfahl den Nutzern dringend, dass Wasser nicht als Trinkwasser sowie weder zur Zubereitung von Speisen und Nahrung noch zum Zähneputzen zu verwenden. Außerdem empfahl man den betroffenen Bürgern, sich mit Trinkwasser aus Lebensmittelläden zu versorgen.

Wie Landratsamtssprecher Andreas Bratzdrum gestern auf Anfrage des »Berchtesgadener Anzeigers« mitteilte, war nach derzeitigem Wissensstand im Rahmen der geplanten Hochbehältersanierung ein mit einem Verbrennungsmotor betriebenes Aggregat in der Nähe des Trinkwasserbehälters abgestellt worden. Zwar sei es nicht zum Auslaufen von Treib- oder Schmierstoffen gekommen. Die geruchliche Beeinträchtigung des Wassers sei aber vermutlich durch die flüchtigen Benzindämpfe entstanden. »Da auch eine Gefährdung der menschlichen Gesundheit nicht auszuschließen war, wurde eine sofortige Nutzungseinschränkung hinsichtlich Verzehr und Gebrauch des Wassers zur Körperpflege ausgesprochen«, so Bratzdrum. Eine Nutzung des Brauchwassers sei aber weiterhin möglich.

Nach Rücksprache mit dem Landesgesundheitsamt als obere Fachbehörde wird das Wasser nun in einer zweiten Probereihe unter Aufsicht des Gesundheitsamtes und der Gemeinde auf verschiedene Inhaltsstoffe (flüchtige aromatische Kohlenwasserstoffe) untersucht. Nach derzeitiger Einschätzung des Landratsamtes sind jedoch aufgrund des lediglich indirekten Kontaktes über die Luft wahrscheinlich keine gesundheitlich relevanten Mengen dieser Stoffe zu erwarten.

Nach Spülung und Reinigung der betreffenden Anlagenteile werden die Probeergebnisse Ende der Woche erwartet. Bratzdrum: »Eine uneingeschränkte Nutzung wird dann voraussichtlich wieder möglich sein«. Ulli Kastner

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