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Sarah Kuttner moderiert »Extra 3«

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Sarah Kuttner - «Extra 3»
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Sarah Kuttner meldet sich mit einer Satireshow im Fernsehen zurück. Foto: Thomas Pritschet/NDR/dpa Foto: dpa

Die NDR-Satireshow »Extra 3« bekommt ein neues Gesicht: Moderatorin und Autorin Sarah Kuttner (41) wird durch 18 zusätzliche Ausgaben der TV-Sendung führen. Thematisch geht es dann um den »Irrsinn des Alltags«. Warum sie sich damit auskennt, hat sie der dpa erzählt.


Hamburg (dpa) - Fast glaubte man, Sarah Kuttner sei dem Fernsehen abhandengekommen. Vier Romane hat die Berlinerin seit 2009 veröffentlicht, darunter das später verfilmte »Mängelexemplar« und ihr im vergangenen Jahr erschienenes Buch »Kurt«, das ebenfalls in die Kinos kommen wird.

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Auf der Mattscheibe sah man die durch die Musiksender Viva und MTV bekannt gewordene Moderatorin zuletzt nur noch selten. Das ändert sich nun: Von Mittwoch an wird Kuttner im NDR Fernsehen erstmals durch die Satire-Show »Extra 3« führen.

Sie tritt künftig immer dann auf, wenn der Hauptmoderator Christian Ehring in der selben Woche mit einer eigenen Ausgabe von »Extra 3« im Ersten auf Sendung ist. Dort läuft die Show am Donnerstagabend. 18 zusätzliche Ausgaben sollen dieses Jahr mit Kuttner entstehen.

»Ich habe jahrelang eine Sendung nach der nächsten gemacht, aber irgendwann langweilt einen das ein bisschen«, sagte Kuttner über ihre zwischenzeitliche Abwesenheit von der Bildfläche der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg. »Ich weiß genau, was ich will und was ich nicht will. Damit hat man's nicht so irre leicht im Fernsehen. Eckigkeit wird so dringend gar nicht benötigt, zumindest nicht, was das Große, Kommerzielle angeht. Und außerhalb dessen, also innerhalb dieser Eckigkeit, habe ich etliche Sachen gemacht.« Bis 2016 moderierte sie auf ZDFneo das Talkshow-Format »Kuttner plus Zwei«. Mit Journalist Stefan Niggemeier präsentiert sie seit drei Jahren den unterhaltsamen Medien-Podcast »Das kleine Fernsehballett«.

Für ihre neue Aufgabe bei »Extra 3« musste die schlagfertige 41-Jährige dennoch ein Casting absolvieren. »Ich dachte erst: «Hey, ihr wisst doch, was ich im Fernsehen mache. Guckt euch das doch gefälligst an und nehmt mich einfach so!«, erinnerte sich Kuttner. »Aber dann sagte ich mir: »Nee, das macht totalen Sinn, zum Casting zu gehen. Die wollen wissen, wie sieht die kleine Frau vor der grünen Kulisse aus. Kann die das tatsächlich noch? Vielleicht kriegt die den Mund gar nicht mehr auf!«« Ein wenig aufgeregt sei sie gewesen, verriet Kuttner. Aber letztendlich habe es sich »wie zu Hause« angefühlt.

Respekt habe sie vor der traditionsreichen Sendung, die es seit 1976 - damals noch moderiert von Dieter Kronzucker - gibt, nicht jedoch vor der Aufgabe: »Ich nehme ja niemandem etwas weg, ich biete einfach etwas anderes an. Wir haben die Sendung auch ein bisschen spitzer gemacht. Das ist nicht einfach Christian Ehrings Sendung, die ich übernehme, sondern es ist eine spezielle Variante von "Extra 3", die sich unterscheidet.«

Während die von Ehring moderierte Satire auch parteipolitisch ist, fokussiert Kuttners Show sich auf den »Irrsinn des Alltags«. »Das passt wie Arsch auf Eimer, denn mit Irrsinn und Alltag kenne ich mich aus«, meint sie. »Mir passiert ständig etwas, gerade auch mit meinen drei Hunden. Mir fallen im Alltag viele kleine absurde Dinge auf. Ich bin ein sehr guter Analyse-Heini. Das ist für "Extra 3" wirklich perfekt.«

In der ersten Sendung geht es unter anderem um Polizisten in Bayern, denen ihre Uniformen zu klein sind, und um den Hype um die E-Zigaretten. »Ich rauche selber E-Zigarette, aber ich versteh schon, dass man als Außenstehender denkt: Was soll das eigentlich? Ist das überhaupt gesünder? Ist das gut für Jugendliche? Kleine Spoiler-Warnung: Ist es nicht«, so Kuttner.

In jeder Sendung soll es außerdem einen Gast geben, der von seinem ganz persönlichen Irrsinn berichtet. Das können Promis, Wissenschaftler oder der Mensch von nebenan sein. »Am Mittwoch haben wir Wolfgang Trepper dabei und reden mit ihm über Shitstorms und wie das für einen Kabarettisten ist, wenn er die ganze Zeit austeilt«, so Kuttner.

Sie selbst fürchtet keinen Shitstorm. »Wann ist man denn heutzutage nicht in der Nähe eines Shitstorms? Ich glaube, dass die so ein bisschen an Gefahr verloren haben.«

Extra 3