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Sanierung oder Neubau der Nußdorfer Grundschule?

Nußdorf. Soll die Grundschule generalsaniert oder ein neues Schulhaus gebaut werden? Die Entscheidung darüber wurde in der letzten Sitzung des Gemeinderates nach langer Diskussion vertagt. Vor einer Beschlussfassung will der Gemeinderat eine Ortsbesichtigung und Begehung mit Baufachleuten durchführen.

Immer wieder stehen an der Nußdorfer Grundschule Reparaturen an. Nun muss sich der Gemeinderat entscheiden, ob er das Gebäude saniert oder doch neu baut. (Foto: Volk)

Auch waren einigen Gemeinderäten die Informationen über die Höhe der erwarteten Kosten für Sanierung und Neubau zu wage. Deshalb sei auch die Frage der Finanzierung und wie sich dies mit dem Gemeindehaushalt der nächsten Jahre vertrage, nur unzureichend zu beantworten.

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Nichtöffentlich bereits für Neubau ausgesprochen

Bürgermeister Hans Gnadl erinnerte an die Beratungen in der letzten nichtöffentlichen Sitzung des Gemeinderates. Dabei sprachen sich die Räte für einen Neubau aus, weil eine Generalsanierung nach den vorliegenden Schätzungen mindestens 4,3 Millionen Euro betragen würde.

Dem gegenüber sind bei einem Neubau ohne Turnhalle Baukosten von rund 4,1 Millionen Euro zu erwarten, beim Bau einschließlich einer kleinen Schulturnhalle 4,4 Millionen Euro und für ein Schulgebäude mit eineinhalbfacher Turnhalle etwa 5,9 Millionen Euro. Bezuschusst würde der Bau eines neuen Schulhauses mit 1,2 Millionen Euro.

Für Franz Purzeller ist jeder Euro, der in das bestehende, alte Gebäude gesteckt wird eine Fehlinvestition. »Die Grundschule muss unbedingt im Ort bleiben. Wir müssen für eine attraktive Schule sorgen«, so Purzeller. Der Schulstandort sei für 15 Jahre gesichert, was Schulamt und Staatsregierung zusicherten. Jetzt sei der richtige Zeitpunkt in die Zukunft zu investieren. Auch in der Vergangenheit habe die Gemeinde wichtige und große Projekte, zum Beispiel den Kanalbau, geschultert. Gebaut werden müsse so, dass es für die Gemeinde finanzierbar ist, so Purzeller.

Hans Dandl rechnet damit, dass die veranschlagten Neubaukosten von 4,1 Millionen Euro nicht ausreichen werden. Seiner Meinung nach wird ein neues Schulhaus mindestens 5 Millionen Euro kosten. Damit würde die Pro-Kopf-Verschuldung der Gemeinde von derzeit 500 auf über 2000 Euro steigen. »Muss es sein, dass bei sinkenden Geburtenzahlen mehr als fünf Millionen Euro ausgegeben werden und wir vielleicht in sieben Jahren keine Grundschule mehr haben?« Dandl sei nicht gegen den Erhalt der Schule in Nußdorf, glaube aber, dass eine »maximale Sanierung« ausreiche.

Thomas Ober erinnerte das Ratsgremium, dass das Thema der Sitzung nicht eine Abstimmung über fünf Millionen Euro für einen Neubau sei, sondern die Frage ob saniert oder neu gebaut wird. Zuerst müsse darüber eine Entscheidung getroffen werden, um festzulegen, wie weiter verfahren werde. Auch die Frage, ob bei einer Entscheidung für einen Neubau am alten Standort oder auf einem Areal außerhalb des Ortskerns gebaut werde, sei noch nicht das Thema.

»Kostenentwicklung ist bei Sanierung nicht absehbar«

Rund 3 Millionen Euro für eine energetische und noch viel mehr für eine Generalsanierung auszugeben, sei unwirtschaftlich, so Hans Stöger. Er sei kein Freund davon alte Gebäude abzureißen. Der Gemeinderat jedoch müsse sich auf den fachlichen Rat von Energieberatern und Planern verlassen. Und im Fall der Grundschule Nußdorf sei ein Neubau die bessere Alternative als eine Sanierung, deren Kostenentwicklung nicht absehbar sei.

Damit widersprach Stöger auch dem Vorschlag von Ludwig Kroiß, der dazu aufrief, nichts übers Knie zu brechen und sich die Mängel am Schulhaus genau anzuschauen, bevor eine weitreichende Entscheidung zur Zukunft getroffen werde. Helmut Braml, der den Zustand des Schulhauses genau kennt, sagte, dass am Gebäude ständig etwas repariert werden müsse. »Jeder Euro, der reingesteckt wird, ist rausgeworfenes Geld.« Die Schule sei gewiss nicht baufällig, doch es müsse langsam aber sicher eine nachhaltige Verbesserung in Angriff genommen werden.

Wenn an der Schule alles so schlecht wäre, wie von den meisten Gemeinderäten beschrieben, wäre schon längst kein Betrieb mehr möglich, meinte Hans Dandl. Er zeigte sich überzeugt, dass eine Generalsanierung bis zum maximalen Renovierungszustand ausreiche. »Nur wenig Leute gehen mit öffentlichen Geldern so um, als sei es ihr eigenes«, mahnte Dandl.

Nach der kontroversen Diskussion wurde dem Antrag auf Vertagung des Tagesordnungspunktes mit acht zu fünf Stimmen zugestimmt. Der Gemeinderat wird in seiner ersten Sitzung im neuen Jahr und nach vorheriger Ortsbesichtigung weiter über die Zukunft der Grundschule beraten. pv