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Salzburg kündigt Termine für Fahrverbote an – Staugefahr im Berchtesgadener Land?

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Bei den offenen Ausfahrten und auf den Schleichwegen soll die Polizei das Fahrverbot für den Durchzugsverkehr kontrollieren. (Foto: Hudelist)

Salzburg/Berchtesgaden – Das Bundesland Salzburg folgt dem Beispiel Tirols und kündigt Termine für anstehende Wochenend-Fahrverbote an. Damit ergreift Österreich drastische Maßnahmen gegen den Ausweichverkehr der Autobahnen und den Verkehr aus und nach Bayern.


Das Land Salzburg will vom 13. Juli bis zum 18. August alle Abfahrten der Tauernautobahn (A10) sperren – und zwar jeweils an Samstagen und Sonntagen von 6 Uhr morgens bis 20 Uhr abends.

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Abfahren dürfen nur von Anwohnern oder Gästen, die in der Umgebung ihre Unterkunft gebucht haben, befahren werden. Die Sperrungen sollen zwischen Puch-Urstein bei Hallein und Sankt Michael im Lungau eingerichtet werden. Wie das Büro des zuständigen Landesrates Stefan Schnöll mitteilt, wolle man bis zum kommenden Samstag eine entsprechende Verordnung erlassen.

Dies geschieht nun unabhängig von der dritten Abfertigungsspur am Autobahngrenzübergang Walserberg, die von Bundesinnenminister Horst Seehofer zugesagt wurde und bis Ende Juli fertiggestellt sein soll. Ende Juni hatte Salzburgs Verkehrslandesrat Schnöll bei einer Pressekonferenz noch gesagt, dass "Umleitungen nach Bayern damit überflüssig werden sollen".

Bayerns Verkehrsminister Hans Reichhart (CSU) reagierte zurückhaltend: "Mit uns abgesprochen ist das nicht. Wir werden weiterhin die Gespräche mit Salzburg und Tirol suchen."

Darüber hinaus kündigte Tirols Landeschef Günther Platter (ÖVP) am Mittwoch an, sein Land werde unabhängig von künftigen Verhandlungen mit den Nachbarstaaten die Regeln für den Grenzverkehr weiter verschärfen. Das in Planung befindliche automatisierte System betreffe sowohl den Güter- als auch den Personenverkehr, sagte er der österreichischen Nachrichtenagentur APA. Zum Einsatz kommen soll das System zunächst für den Lkw-Verkehr am Grenzübergang bei Kufstein.

Falls es auf der Inntalautobahn zu einer ernsten Staulage komme, werde es für den Schwerverkehr Geschwindigkeitsreduktionen geben, die bis zum Stillstand reichen könnten, sagte Platter. Das System werde derzeit mit dem Autobahnbetreiber Asfinag aufgesetzt.

Salzburg folgt damit dem Beispiel Tirols. Dort wurden schon an den drei vergangenen Wochenenden Fahrverbote angeordnet, um die Dörfer in Autobahnnähe des Großraums Innsbruck zu entlasten. In beiden Bundesländern spielen auch Sicherheitsbedenken eine Rolle, da Rettungskräfte bei Einsätzen nicht schnell genug durch die staugeplagten Dörfer kämen.

Stau auf der Europabrücke
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Auf der Europabrücke der Brennerautobahn gibt es einen Stau. Foto: Zeitungsfoto.At/APA/Archivbild Foto: dpa

Allzu große Probleme im Reiseverkehr verursachten die Fahrverbote in Tirol bisher nicht. Die Maßnahme löste allerdings einen anhaltenden Verkehrsstreit zwischen Deutschland und Österreich aus. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) bewertete die Tiroler Fahrverbote als "zutiefst diskriminierend" und drohte eine Klage gegen Österreich an. Tirols Landeschef Günther Platter erklärte am Mittwoch, dass weitere Verschärfungen im Transitverkehr schon in Planung seien.

red/dpa