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Sachenbacher-Stehle schon 2006 wegen Blutwerten im Fokus

Sotschi 2014
Evi Sachenbacher-Stehle bei den Olympischen Winterspielen in Russland. Foto: Kay Nietfeld Foto: dpa

Krasnaja Poljana (dpa) - Der tränenreiche Auftritt von Evi Sachenbacher-Stehle bei den Olympischen Winterspielen 2006 in Turin bleibt unvergessen.


Die damals 25-Jährige verpasste das 15-Kilometer-Jagdrennen im Langlauf, weil sie wegen erhöhter Blutwerte mit einer fünftägigen Schutzsperre belegt worden war.

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Bei einer Dopingprobe vor den Spielen hatte ihr Hämoglobinwert 16,4 Gramm pro Deziliter betragen. Damit war der zulässige Grenzwert um 0,4 überschritten worden. Ein hoher Hämoglobinwert kann, muss aber kein Hinweis auf eine Manipulation mit dem Blutdopingmittel EPO sein.

Unter Tränen versicherte Sachenbacher-Stehle damals, nie wissentlich gedopt zu haben, sondern dass sie in der Höhe oft höhere Hämoglobinwerte aufweise. Als Beleg dafür führte Alfons Hörmann als damaliger Präsident des Deutschen Skiverbandes (DSV) ein Gutachten der hämatologischen Abteilung der Klinik der Universität Tübingen vom 6. September 2005 an. Demnach waren 22 Hämoglobinwerte aus diversen Blutkontrollen untersucht worden, laut Hörmann hatten vier über dem Grenzwert von 16,0 und sechs im Grenzbereich zwischen 15,5 und 16,0 gelegen.

Ein Antrag des DSV auf eine Ausnahmegenehmigung für Sachenbacher-Stehle wurde damals vom Ski-Weltverband FIS abgelehnt, genauso wie der Einspruch des deutschen Teams gegen die Schutzsperre beim Internationalen Sportgerichtshof (CAS). Die Dopingkontrollen in Turin, wo Sachenbacher-Stehle später mit der Staffel Silber gewann, fielen alle negativ aus.