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Ronaldo droht Zitter-Qualifikation - Spanien glänzt

Berlin (dpa) - Cristiano Ronaldo und seinen Portugiesen droht schon wieder eine Zitter-Qualifikation, in der Heimat sind die alten Versagensängste erwacht. Grund war das 0:1 (0:1) in der Spitzenpartie des 3. Spieltags der WM-Qualifikation in Russland.

Sorgenkind
Cristiano Ronaldo mag das Ergebnis nicht gefallen, Portugals 0:1 gegen ist Russland Fakt. Foto: Yuri Kochetkov Foto: dpa

«Ein undenkbar schlechter Start», klagte die auflagenstarke Zeitung «Correio da Manha». Der Rest der Favoriten steuert dagegen vorerst klar auf Kurs Brasilien 2014. Wie die deutsche Nationalelf beim 6:1 in Irland lösten auch Titelverteidiger Spanien, die Niederlande, Italien und England ihre Pflichtaufgaben souverän.

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Das Sorgenkind der Eurozone heißt also Portugal. «Das war kein faires Resultat», urteilte Trainer Paulo Bento angesäuert, nachdem seine Auswahl auf dem Moskauer Kunstrasen im Luschniki-Stadion über weite Strecken überlegen war. Doch die Hausherren haben unter dem italienischen Trainer-General Fabio Capello das Verteidigen gelernt. Nach dem frühen 1:0 von Alexander Kerschakow brachten die Russen ihren knappen Vorsprung geschickt über die Zeit. «Es war ein russischer Sieg á la italiana mit dem Markenzeichen von Capello», fasste das Blatt «Público» enttäuscht zusammen.

Mit drei Siegen aus drei Spielen und 7:0 Toren stehen die Russen nun glänzend da und haben drei Zähler Distanz zwischen sich und den vermeintlich stärksten Rivalen Portugal gelegt. «Ich habe ein Russland gesehen, dass mit viel Herz, viel Willen gespielt hat», lobte Capello, der im Sommer den Niederländer Dick Advocaat als Nationaltrainer abgelöst hat. Die Internetzeitung «Sport.ru» bejubelte «Die Geburt der Sieger». Dagegen mahnte «Sport Express»: «Die Statistik warnt auch davor, sich zu früh zu freuen!»

Einmal mehr unaufhaltsam präsentierten sich die Spanier bei ihrem 4:0 in Weißrussland - vor allem dank des Dreifach-Torschützen Pedro. «Ich habe noch nie einen Hattrick geschossen. Man weiß nie, wann es passiert», sagte der Matchwinner vom FC Barcelona. Zum Führungstor von Jordi Alba hatte der Stürmer zudem die Vorarbeit geleistet. «Er hat uns die Aggressivität gegeben, die wir brauchen», meinte Trainer Vicente del Bosque. Es war der 24. Sieg in Serie für die Spanier in Qualifikationsspielen.

«Weißrussland war ein Spielzeug in den Händen des Welt- und Europameisters. Das war in Minsk ein Kinderspiel für Spanien», schwärmte «Marca». Der Kantersieg war zugleich die perfekte Einstimmung für das Topspiel gegen Frankreich am Dienstag in Madrid, zumal die Franzosen sich parallel eine 0:1-Schlappe im Heimtest gegen Japan leisteten.

Nicht mehr als ein Arbeitssieg war das 3:0 der Niederländer gegen Fußballzwerg Andorra. Der ins Team zurückgekehrte Rafael van der Vaart (6. Minute) in seinem 101. Länderspiel und Klaas-Jan Huntelaar (14.) stellten schon früh die Weichen. Mehr als das 3:0 durch Ruben Schaken (49.) gelang aber nicht. «Nur die ersten 20 Minuten waren gut», murrte Bondscoach Louis van Gaal. «Ein bisschen mager», befand auch das «Algemeen Dagblad». Dank der besseren Tordifferenz sind die Holländer aber nun Erster der Gruppe D vor Rumänien.

Gewohnt ökonomisch sicherten sich die Italiener durch das 3:1 in Armenien ihre Punkte fünf bis sieben. «Wir hatten den Mut anzugreifen, auch wenn wir dabei Risiken eingegangen sind. Italien hat mit gefallen», resümierte Trainer Cesare Prandelli.

Auch die Engländer führen nach dem schmucklosen 5:0 gegen San Marino ihre Gruppe an. «Zu einfach, um darüber zu reden. Zu langweilig, um es zu genießen», mäkelte der «Daily Mirror». Etwas Lob gab es immerhin für den diesmal als Kapitän aufgelaufenen Wayne Rooney, der ebenso doppelt traf wie ManUnited-Kollege Danny Welbeck. «Rooney liefert in der Rolle des England-Chefs ein Fest ab», schrieb der «Guardian». Getrübt wurde die Freude über den Pflichterfolg durch die Brustverletzung von Theo Walcott, dessen Einsatz in Polen am Dienstag fraglich ist.