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Romney gegen Obama: Überprüfung der Fakten

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Wandmalerei in Teheran
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Mitt Romney hat Barack Obamas Verhältnis zur iranischen Opposition kritisiert. Foto: Abedin Taherkenareh Foto: dpa

Washington (dpa) - Besuch in Israel, Russland als Feind und die Zahl der amerikanischen Kanonenboote: Die Debatte über die US-Außenpolitik war voller Behauptungen und gegenseitiger Anschuldigungen.


Nicht alle Äußerungen halten der Faktenüberprüfung stand, urteilen Experten von «factcheck.org», «politifact.com» und «Washington Post». dpa gibt die Einschätzungen stark verkürzt wieder.

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Obama: Romney hat als Geschäftsmann in Firmen investiert, die Jobs ins Ausland verlagern.

Urteil von «politifact»: Streng genommen die halbe Wahrheit. Romneys Investmentgesellschaft Bain Capital kaufte Unternehmen auf, die Arbeitsplätze in den USA abbauen und im Ausland investieren sollten. Als Gründer und Teilhaber von Bain geriet Romney in den Verdacht, das Geschäft einer Finanz-«Heuschrecke» zu betreiben. Allerdings ist umstritten, ob er direkte Verantwortung für das «Outsourcing» hat. Es gibt keinen Beleg dafür, dass er unmittelbar als Manager für eines jener Unternehmen gearbeitet hat.

Romney: Obama schwieg, als 2009 viele Iraner gegen die aus ihrer Sicht gefälschte Präsidentenwahl auf die Straßen gingen.

«Washington Post»: Stimmt so nicht. Obama betonte umgehend, wie wichtig Meinungsfreiheit und das Recht auf friedlichen Widerstand auch im Fall Iran seien. Er reagierte in den ersten Tagen aber zurückhaltend, um nicht Verhandlungen über das iranische Atomprogramm zu gefährden. Zudem wollte er sich nicht dem Vorwurf aussetzen, die USA stünden hinter den Protesten.

Romney: Forderung nach schärferen Sanktionen gegen Teheran. Schiffe mit iranischem Öl sollten nicht mehr US-Häfen anlaufen.

«Washington Post»: Eine rätselhafte Aussage. Die USA bekommen seit langem kein iranisches Öl mehr. Der republikanische Präsident Ronald Reagan hatte bereits 1987 entsprechende Sanktionen durchgesetzt.

Obama: Romney hat Russland als größten geopolitischen Feind der USA bezeichnet.

«politifact»: Stimmt. Allerdings fügte Romney hinzu, dass ein Iran mit Atomwaffen die größte Bedrohung für die Welt wäre.

Romney: Obama war als Präsident nicht in Israel.

«politifact»: Stimmt. Als Präsident hat er kein einziges Mal den Verbündeten besucht. Dafür war er als Senator 2006 und als Präsidentschaftsbewerber 2008 im Land. Auch eine historische Wahrheit: Die Mehrheit der elf letzten US-Präsidenten hat im Amt auf einen Israel-Besuch verzichtet.

Romney: «Unsere Marine ist kleiner als je zuvor seit 1917.»

«Washington Post»: Das ist ein Vergleich von Äpfel und Birnen. Damals waren vor allem Kanonen- und Torpedoboote im Einsatz. Die moderne US-Navy verfügt über atombetriebene U-Boote und Flugzeugträger. Zuletzt standen 285 Schiffe unter dem Kommando der Flotte. Weniger waren es 2007 unter Präsident George W. Bush (278).

Link Aspekt Job-Outsourcing

Obama Iran

USA Sanktionen Iran

Obama Israel

US-Navy

Abschrift der Debatte, «Washington Post»

Abschrift und Video der Debatte, «New York Times»