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Rösler wird in FDP indirekt Rücktritt nahegelegt

Berlin (dpa) - Entgegen allen Geschlossenheitsappellen hat der FDP-Fraktionsvize Volker Wissing Bundesparteichef Philipp Rösler indirekt einen Rücktritt nahegelegt, falls die Niedersachsen-Wahl verloren gehen sollte.

Wissing
Volker Wissing im Mai 2011 bei einem außerordentlichen Landesparteitag der FDP Rheinland-Pfalz. Foto: Thomas Frey/Archiv Foto: dpa

«Wenn er in Niedersachsen erfolgreich ist, freuen wir uns alle», sagte er am Freitag im ARD-«Morgenmagazin» und wies Rösler damit quasi die Hauptverantwortung für den Wahlausgang am 20. Januar zu. «Wenn nicht, wird Philipp Rösler klug genug sein, persönliche Konsequenzen zu ziehen.» Auf Nachfrage wollte der rheinland-pfälzische Parteivorsitzende diese nicht näher spezifizieren und sagte, er gehe davon aus, dass die FDP wieder in den Hannoveraner Landtag einziehe. Zugleich forderte auch Wissing: «Jetzt muss die Partei geschlossen hinter Philipp Rösler stehen.»

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Der frühere Parteichef Guido Westerwelle warnte die Freidemokraten vor einer Fortsetzung ihres Führungsstreits. «In Wahlkämpfen geht es zuallererst um politische Inhalte und nicht um innerparteiliche Selbstbeschäftigung», erklärte Westerwelle in der «Welt».

Auf die Frage nach einer Verbindung von Wahlerfolg und Röslers Zukunft sagte er: «Ich beteilige mich weder direkt noch indirekt an derartigen Spekulationen, sondern unterstütze meine Partei und die Führung.» Rösler hatte Westerwelle im Mai 2011 als Parteichef abgelöst. «Ich war zehn Jahre lang selbst Parteivorsitzender und weiß, wie verantwortungsvoll und manchmal schwer das Amt des FDP-Vorsitzenden ist», sagte Westerwelle.