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Rodelspaß im Regennass

Schönau am Königssee - Einladend erwies sich das Wetter beim Weltcup im Rennrodeln am Königssee beileibe nicht. Dennoch kamen erstaunlich viele Menschen an die Bahn, die trotz Dauerregens in einem sehr guten Zustand war. Die Zuschauer wurden in der Zielkurve gleich von mehrere Brotzeitständen mit den verschiedensten Angeboten, egal ob süß oder sauer, empfangen. Wer sein Glück versuchen wollte, auf den wartete etwas weiter oben ein Lotto-Stand. Zumindest gab es jedoch »Ratschen«, mit denen die jeweiligen Favoriten angefeuert werden konnten.

Kamera? Läuft. Regenponchos? Sind dicht. Standplatz? Gesichert.

Wer die ganze Bahn hinauf wanderte, der hatte insgesamt noch sechsmal die Möglichkeit, sich an den verschiedensten Ständen zu stärken.

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Für die Promis wird in jedem Jahr sogar ein großes Zelt aufgebaut, ein sogenanntes VIP-Zelt, in dem die Gastro-Gruppe »S.H.O.B.« feinste Speisen aufkocht und wo es flüssige Genüsse gibt. Wem es im Freien zu ungemütlich war, der konnte sich das Rennen in diesem VIP-Zelt auch auf mehreren Bildschirmen ansehen. Nach den Rennen kamen die deutschen Sieger sogar zum Interview ins Zelt. Und deutsche Sieger und Medaillengewinner gab es ja am Samstag schon einmal fünf an der Zahl. Nur die Bronzemedaille im Doppel ging nach Österreich.

Für gute Stimmung sorgte im Zielbereich DJ Wasti, der die Leute sogar zum Mittanzen brachte. Schon traditionell dabei waren wieder die »Symbadischen Senfoniker«, die ihren Instrumenten immer wieder tolle Rhythmen entlocken. Dieses Mal glänzten sie sogar mit »In the Mood« von Glenn Miller.

Natürlich ließen es sich auch viele Kufenstars aus der Vergangenheit nicht nehmen, ihren Nachfolgern zuzuschauen. Aber auch sonst war viel Prominenz aus dem öffentlichen Leben und der Politik zu sehen. Sogar ein echter Fußballstar war unter den Zuschauern. Der gebürtige Berchtesgadener Johannes Focher, lange Jahre beim BVB die Nummer drei im Tor, wechselte letztes Jahr zum österreichischen Bundesligisten Sturm Graz. Dort saß Focher zwölf Spiele auf der Bank, ehe ihn der Trainer zur Nummer eins machte. Focher spielte zuletzt zehnmal in Folge in der Bundesligamannschaft: »Wenn in Österreich auch Ski alpin und Skispringen die Sportarten Nummer eins sind, so gefällt es mir in Graz sehr gut. Vor allem die Freundlichkeit und das gute Benehmen der Österreicher fallen mir auf und ist angenehm. Am Montag beginnt das Training, dann werden wir sehen, ob ich noch die Nummer eins bin. Ganz habe ich das Thema deutsche Bundesliga noch nicht abgeschlossen, ich bin ja erst 22 Jahre alt«, so Focher, der traditionell über die Feiertage mit seiner Familie in Berchtesgaden Urlaub macht.

Sogar der langjährige Direktor des Skigymnasiums am Dürreck, Thomas Schröder-Klementa, war aus dem fernen Ägypten angereist.

Viel zu tun hatte in den letzten Tagen Kathrin Staudinger vom Bob- und Schlittenverband für Deutschland (BSD). Sie war für die wichtigen Gäste aus dem Ausland, vornehmlich aus Russland, verantwortlich. »Meine Arbeit begann bei den Flugreisen und ging über die Shuttledienste bis hin zu allfälligen Betreuungsmaßnahmen. Ich kam mir vor wie eine Hostess, aber es hat Spaß gemacht, mit den gut aufgeräumten Gästen zu arbeiten.«

Erstmals bei einem großen Rennen kam Barbara Niedernhuber als Technische Delegierte des Internationalen Rodelverbandes (FIL) zum Einsatz: »Das war eine echt interessante Aufgabe. Vor allem für mich, da ich ja jetzt auf der anderen Seite stehe«, so die zweifache Silbermedaillengewinnerin der Olympischen Winterspiele 1998 und 2002.

Es gab auch zwei Geburtstage von Athleten zu feiern: Am Freitag wurde der Südtiroler Armin Zöggeler 39 Jahre alt, einen Tag später feierte Anke Wischnewski aus Oberwiesenthal Wiegenfest. cw