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Musik und Slapstick mit der Showband »The Les Clöchards« im k1

Rockkonzert mit Zirkusatmosphäre

Ob die knapp zwanzig Besucher tatsächlich Traunreuts kulturelle Elite darstellten, wie der Sänger der Band in seiner launigen Begrüßung mutmaßte, kann ich nicht beurteilen. Tatsache ist nur, dass sie einen verdammt guten Riecher hatten, als sie Tickets für dieses Konzert erstanden. Denn was die fünfköpfige Showband »The Les Clöchards« mit ihrem aktuellen Programm »Dirty but Nice« da im Studiotheater des k1 ablieferte, war schlichtweg sensationell und ist eigentlich kaum zu beschreiben.

Ein sensationelles Konzert bot die Gruppe »The Les Clöchards« mit ihrem aktuellen Programm »Dirty but Nice« im Studiotheater des k1 in Traunreut. (Foto: M. Heel)

Fünf zerlumpte Gestalten, ausgestattet mit einem Schlagzeug aus Trommelmüll, Omas Heimorgel, einer verbeulten Metallgitarre und einem abgenutzten Kontrabass, die sich als eine der schrägsten Cover-Bands der Welt entpuppten, die derart rasant und eigenwillig ans Werk gingen, dass man nur staunen konnte.

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Das kündigte sich schon beim Eingangskracher »It’s A Long Way To The Top (If You Wanna Rock’n’Roll)« von AC/DC an, dem ein furioser Ritt quer durch die Rock- und Popgeschichte folgte, von »These Boots Are Made For Walking« über »Ace Of Spades« (Motörhead) bis hin zu »Is This Love« von Bob Marley und »Sexbomb« bei den Zugaben. Titel, die zwar jeder (Hardrock)Fan kennt, die hier aber, extravagant arrangiert und mit sagenhaftem Drive präsentiert, nicht nur aufs Neue begeisterten, sondern auch so manches Original in den Schatten stellten.

Aber nicht nur musikalisch überraschten die fünf, auch als Komikertruppe waren sie ein Volltreffer. Ständig in Bewegung und immer zu einem Scherz aufgelegt, verbreiteten sie mit ihren perfekt inszenierten Clownerien, Slapstick-Einlagen und Tanzschritten anregende Zirkusatmosphäre auf der Bühne. Zum Spaß trug auch der sehr sympathische und stets zum Plaudern aufgelegte Sänger bei, indem er in französisch angehauchtem Englisch behauptete, dass die Band von einer winzigen Insel bei Korsika käme und sie jedes gespielte Stück auch selbst geschrieben hätten. Nur hätten ihnen dauernd irgendwelche anderen Musiker die Stücke geklaut und als ihre eigenen ausgegeben. Wie dem auch sei, einigermaßen sicher ist, dass die Band 2005 als Straßenmusikerband begann und nach einigen Jahren den Sprung auf die Bühne schaffte. Seitdem sind die fünf Musikkomödianten quer durch Europa unterwegs und geben pro Jahr ca. 70 bis 80 Konzerte an den unterschiedlichsten Orten. Die jetzt dabei waren, können sich jedenfalls gratulieren, kulturelle Elite hin oder her. Wolfgang Schweiger