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Rock- und Pop-Konzerte im Mai

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Elton John
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Elton John ist auf großer Abschiedstournee. Foto: Rob Grabowski/Invision Foto: dpa

Berlin (dpa) - Der Wonnemonat Mai beglückt auch die Musikfans. Denn es stehen absolute Weltstars auf deutschen Bühnen, einige wohl zum letzten Mal.


ELTON JOHN feiert seinen Abschied auf Raten - und dreht dabei die eine oder andere Ehrenrunde. Vor einem Jahr kündigte die britische Musiklegende die letzte Welttournee an. Die dauert zwei Jahre. »Es wird das letzte Mal sein, dass ich um die Welt toure und sie bereise, da sich meine Prioritäten geändert haben«, sagte John damals bei der Verkündung in New York. Der als Reginald Kenneth Dwight in einem feinen Londoner Vorort geborene Musiker hat mit seinem Ehemann zwei Kinder und will ihnen gern beim Erwachsenwerden zusehen.

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Auch die Gesundheit dürfte bei der Entscheidung wohl eine Rolle gespielt haben. 2017 zog er sich während einer Tour eine lebensgefährliche bakterielle Infektion zu. Zuletzt machten sich Fans Sorgen, als der Brite ein Foto von sich im Rollstuhl postete. Ein verstauchter Knöchel habe ihn dazu gezwungen, einen Museumsbesuch in Florenz etwas anders zu gestalten als geplant. Auf seiner Abschiedsreise wird der Komponist, der im Oktober seine Autobiografie veröffentlicht, Welthits seiner fast 50-jährigen Karriere präsentieren - darunter »Candle in the Wind«, »Your Song« oder »Rocket Man«. Die ersten Termine im Mai führen ihn nach Bremen (9.5.), Stuttgart (11.5.), Oberhausen (12.5.), Hannover (22.5.) und München (26.5.).

ROD STEWART hat eine ähnlich eindrucksvolle Karriere nachzuweisen, unterscheidet sich imagemäßig aber von seinem Landsmann. In ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen, Playboy der Nation und acht Kinder von fünf verschiedenen Frauen: Roderick David Stewart machte nie einen Hehl daraus, das Leben zu genießen. Viele seiner Songideen seien in britischen Pubs entstanden. Mit Erfolg. Hits wie »Sailing«, »Da Ya Think I'm Sexy« oder »Baby Jane« wurden zu Klassikern der Popmusik. Ans Aufhören denkt der 74-Jährige mit der stacheligen Frisur, Reibeisenstimme und dem unnachahmlichen Hüftschwung nicht. Nachdem er seinen Besuch bei der Bambi-Verleihung im vergangenen November absagen musste, weil er sich beim Fußball verletzt hatte, kommt Stewart nun für einige Konzerte nach Deutschland - und zwar nach Berlin (3.5.), Hamburg (5.5.), Mannheim (9.5.) und Köln (18.5.).

MARK KNOPFLER hat das Stadionrock-Kapitel Dire Straits lange hinter sich gelassen und liefert seit mehr als 20 Jahren souveräne, gediegene Solo-Songs. Auch seine aktuelle Platte »Down The Road Wherever« umfasst melancholische Balladen, auf Anhieb sympathische Singer-Songwriter-Stücke, Celtic-Folk und ambitionierten Poprock. Der Schotte, der mit seiner damaligen Band Welthits wie »Brothers In Arms«, »Sultans of Swing«, »Money for Nothing« oder »Walk of Life« schuf, komponierte zuletzt ein Musical. Der freiwillige Rückzug in die zweite Reihe - mit kleineren Platten und Konzerten - bereitete dem 69-Jährigen nie Probleme. Seine aktuelle Tour könnte seine letzte sein, deutete Knopfler kürzlich an. »Wenn man eine Wahl treffen muss, fällt zuerst das weg, was am meisten harte Arbeit bereitet. Tourneen - das wird wohl der Baum sein, der zuerst gefällt wird.« Noch steht der Baum - in Köln (13.5.), Berlin (15.5.) und Hannover (16.5.). Bis Juli folgen weitere Auftritte.

KISS haben ihren Abschied nicht nur angedeutet, sondern auch angekündigt. Die »End of the Road«-Tour der Rockgiganten soll ihre letzte sein. Die weiß geschminkten US-Amerikaner mit den knallroten Lippen brachten rund 20 Alben heraus, verkauften davon mehr als 100 Millionen und feierten rund um die Welt Erfolge - mit Hits wie »I Was Made For Lovin' You« oder »Rock And Roll All Nite«. Von der Ursprungsbesetzung ist neben Frontmann Paul Stanley nur noch Sänger und Bassist Gene Simmons dabei (der mit der langen Zunge). Mit den beiden anderen Gründungsmitgliedern Ace Frehley und Peter Criss und auch mehreren Nachfolgern zofften sich Stanley und Simmons immer wieder. Auch untereinander verläuft nicht immer alles harmonisch. Auf ihrer Abschiedstour soll das anders werden, die führt Kiss im Mai zunächst nach Leipzig (27.5.) und München (31.5.).

DIDO startete vor rund 20 Jahren mit ihrem seltenen ersten Vornamen eine Weltkarriere. Mit Hits wie »White Flag«, »Thank You« oder »Life For Rent« und mehr als 40 Millionen verkauften Platten gehört sie zu den erfolgreichsten Künstlerinnen Großbritanniens. Im März erschien Didos neues Album »Still On My Mind« - das erste nach über fünf Jahren. Auf Tournee war die 47-Jährige schon seit rund 15 Jahren nicht mehr. »Das dritte Album war einfach nicht das richtige, um damit auf Tour zu gehen. Es war ziemlich düster und ich wusste nicht, ob ich diese Songs jeden Abend singen kann«, sagte die Britin im dpa-Interview. »Bei der vierten Platte hatte ich gerade ein Baby zuhause und wollte nicht ständig unterwegs sein. Jetzt ist die Zeit perfekt.« Auf ihrer Konzertreise macht Dido Station in München (10.5.), Frankfurt (13.5.), Berlin (15.5.), Hamburg (16.5.) und Düsseldorf (19.5.).

HUGH JACKMAN ist nicht nur in Hollywood ein echter Star, sondern auch am New Yorker Broadway. Der Australier spielte schon in mehreren Theaterstücken mit, gewann 2004 für »The Boy from Oz« einen Tony Award und sang später in Kinomusicals wie »Les Misérables« und »Greatest Showman«. Der 50-Jährige präsentiert auf seiner ersten Welttournee, bei der er von einem Orchester begleitet wird, die größten Hits aus diesen beiden Filmen, aber auch andere Lieder vom Broadway. Dorthin kehrt Jackman im kommenden Jahr zurück. Im Stück »The Music Man«, in dem er schon als Teenager zu sehen war, spielt er einen betrügerischen Handlungsreisenden. In Deutschland singt und tanzt der »Wolverine«-Darsteller aus den »X Men«-Filmen in Hamburg (13.5.), Berlin (14.5.), Köln (16.5.) und Mannheim (21.5.).

Die BACKSTREET BOYS feierten ihre größten Erfolge in den 90ern, dem Jahrzehnt der Boybands. Songs wie »Everybody«, »Quit Playing Games« und »As Long As You Love Me« durften auf keiner Abiparty fehlen. Danach wurde es ruhiger um Nick, Brian, Howie, AJ und Kevin, so richtig verschwunden waren die US-Amerikaner aber nicht. Unter anderem tourten sie ab 2011 mit den New Kids On The Block durch die Welt. In den vergangenen beiden Jahren hatten die Backstreet Boys eine eigene Show in Las Vegas, Anfang des Jahres erschien das neue Album »DNA«. Damit gehen die Fünf auf ihre größte Arenatour seit 18 Jahren. Und die führt sie im Mai nach Hannover (21.5.), Mannheim (25.5.), München (27.5.) und Berlin (29.5.).

Die EAGLES prägten mit »Hotel California« eine Generation. So viele bittersüße Erinnerungen verbinden Millionen Rockfans mit den Hymne aus dem Jahr 1976. Eigentlich waren die Eagles als Begleitband für die Country-Rock-Sängerin Linda Ronstadt gegründet worden. Doch trat das Quartett schnell aus ihrem Schatten. 1972 erschien das Debütalbum »Eagles«, das dank »Take It Easy« und »Peaceful Easy Feeling« die Charts-Leitern erklomm. 1998 schafften es die Eagles in den Olymp, die Rock and Roll Hall of Fame. Vor drei Jahren starb Gründungsmitglied Glenn Frey überraschend im Alter von 67 Jahren. Der Gitarrist und Sänger war für viele die Seele der Band, ein begabter Songschreiber mit einer großartigen Stimme. Auf ihrer aktuellen Tour präsentiert das heutige Quintett seine größten Hits und ist zu Gast in Köln (28.5.) und München (30.5.).

JAMIE CULLUM spielt mehrere Instrumente, fühlt sich in vielen Genres zu Hause, ist Hobby-Fotograf, Radiomoderator und schreibt Filmmusik. Mit seinen 39 Jahren besitzt der Brite bereits einen Grammy, zwei Golden Globes und drei Brit Awards. Der britische Jazz-Musiker mischt seine Alben und Konzerte gern mit Soul, Rock oder Pop. Auf seiner ersten großen Tour wurde Cullum übrigens von Amy Winehouse begleitet - als Support Act. 2012 komponierte er für Roman Lob den Titel »Standing Still«, mit dem dieser für Deutschland beim Eurovision Song Contest auftrat. Bald veröffentlicht der zweifache Familienvater sein neues Album, zuvor tritt er noch in Leipzig (30.5.) und beim Elbjazz-Festival in Hamburg (31.5.) auf.