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Rita Poser bleibt BN-Kreisvorsitzende

Berchtesgaden (BN) - Rita Poser bleibt Kreisvorsitzende des Bundes Naturschutz (BN). Sie wurde in der Mitgliederversammlung der Kreisgruppe Berchtesgadener Land, die aus Anlass des hundertjährigen Bestehens des Verbandes im Ort der Gründung - Berchtesgaden - stattfand, wiedergewählt. In der Diskussion kritisierten die anwesenden Mitglieder den unsensiblen Umgang mit Natur und Landschaft. Besonders im Visier waren dabei der Ausbau am Jenner, die Verdopplung der Dolomitabbaufläche in Oberjettenberg, der Bau neuer Wasserkraftanlagen, die Mülldrehscheibe in Marzoll-Türk und der geplante A8-Ausbau auf der Nordumfahrung in Piding sowie der Kirchholztunnel.

Der neue BN-Kreisvorstand (v.l.): Delegierter Paul Grafwallner, Schatzmeister Andreas Rußwurm, Unterstützer Dr. Hubert Zierl, Kreisvorsitzende Rita Poser, Stellvertreter Prof. Ernst Billmeier, Delegierte Gertrud Flatscher, Schriftführer Dr. Wolf Guglhör sowie die Beisitzer Monika Woelfel, Dr. Wolfgang Scherzinger, Peter Wörnle. Foto: privat

Mit dem multifunktionalen Trainingszentrum am Jenner werde der Zugang zum Nationalpark/Königsweg in den Wintermonaten massiv beeinträchtigt, so ein Vorwurf. Bisher ende die Talstation am Krautkaser oberhalb des Wanderweges. Die neue Talstation liege unterhalb des alten Beschneiungsbeckens, sodass sowohl der Wanderweg als auch die Gotzentalstraße von den Nutzern des neuen Krautkaserlifts gequert würden. Unter Federführung des Deutschen Naturschutzringes (Dachverband der Naturschutzverbände) wurde ein Antrag von BUND Naturschutz, Deutscher Alpenverein, Landesbund für Vogelschutz und Verein zum Schutz der Bergwelt in den Nationalparkbeirat eingebracht, Maßnahmen für die Sicherheit der Wanderer und Tourengeher zu ergreifen.

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Kritisiert wurde auch die mangelnde Zuverlässigkeit der Planer und Betreiber. Denn entgegen den Vorgaben des Bescheids von 2008 seien zahlreiche Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen erkennbar bis heute nicht realisiert worden. Enttäuschend auch, dass nach dem Willen des Agrarausschusses die Vorgaben der EU-Kommission weiter verwässert werden sollen. Deshalb hatte sich der BN gemeinsam mit 25 europäischen Umweltorganisationen an einer Online-Petition beteiligt, nach der Subventionen in Zukunft nicht mehr mit der Gießkanne nach der Größe der Höfe vergeben werden. Stattdessen sollten mit Steuergeldern vorrangig Landwirte gefördert werden, die gesunde Lebensmittel erzeugen und die dazu beitragen, Umwelt, Landschaft und lebenswerte ländliche Räume zu erhalten, findet der BN.

Zusammen mit dem Landesbund für Vogelschutz und dem Landesfischereiverband steht der BN neuen Wasserkraftanlagen ablehnend gegenüber, weil damit die letzten intakten Lebensräume der Gewässer zerstört würden. Auch das Pumpspeicherwerk am Poschberg könne nicht als Beitrag zur Energiewende gezählt werden, da den massiven Beeinträchtigungen wie einer 380-kV-Leitung, Dolomit- und Materialtransporten nur ein fragwürdiger Nutzen gegenüberstünden. Unverständlich sei es zudem, wenn es Gemeinderäte ablehnen, große Dachflächen für Fotovoltaik oder Solarthermie zu nutzen oder Ökostrom zu beziehen.

Auch die Baumfällungen im Landkreis kamen zur Sprache. Immer wieder melden sich laut BN entsetzte Bürger, weil an markanten Stellen die Bäume verschwunden seien.

Der Kassenbericht von Schatzmeister Andreas Rußwurm wies eine solide Finanzierung der Aktivitäten nach. Kassenprüfer Ulrich Scheuerl bestätigte eine übersichtliche und gut nachvollziehbare Kassenführung und empfahl die Entlastung des Vorstandes, die einstimmig erteilt wurde.

Bei den anschließenden Wahlen wurde Prof. Dr. Ernst Billmeier zum Stellvertreter der Vorsitzenden gewählt. Andreas Rußwurm (Schatzmeister) und Dr. Wolf Guglhör (Schriftführer) wurden im Amt bestätigt. Delegierte sind Paul Grafwallner und Gertrud Flatscher, Beisitzer Monika Woelfel, Peter Wörnle und Dr. Wolfgang Scherzinger.