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Risikospiel ohne gravierende Sicherheitsstörungen

Risikospiel gegen 1860 München: Tribüne mit Schmiermittel eingefettet

Burghausen – Ohne gravierende Störungen verlief das Risikospiel zwischen dem SV Wacker Burghausen und dem TSV 1860 München. Trotzdem kam es zu Auseinandersetzungen.

Foto: TWsk (Wikipedia, CC BY-SA 3.0)

Am Samstag fand in Burghausen die von beiden Fanseiten lang erwartete  Regionalligabegegnung zwischen dem SV Wacker Burghausen und dem TSV 1860 München statt.

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Wie bereits im Vorfeld bekannt war, bestand auf beiden Fanseiten ein großes Interesse an dieser Partie. Die Wacker-Arena war mit 8520 Zuschauern annähernd ausverkauft.

Die Polizei hatte sich mit einem starken Kräfteansatz und deutlich sichtbarer Präsenz vorbereitet. Unterstützt wurde die PI Burghausen durch die Bereitschaftspolizei, die Operativen Ergänzungsdienste Traunstein samt Reiterstaffel des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, Beamten der Kriminalpolizei Mühldorf und Traunstein sowie Kräften der Bundespolizei.

Darüber hinaus trugen die im Vorfeld des Spieles getroffenen engen Abstimmungen zwischen der Stadt Burghausen als Sicherheitsbehörde, dem BRK, dem Wacker-Werkschutz, der Werkfeuerwehr Wacker sowie den Verantwortlichen des SV Wacker wesentlich zum Gelingen des Einsatzes bei.

Bereits in den frühen Morgenstunden reisten über 200 Anhänger des TSV 1860 München mit der Bahn nach Salzburg und stimmten sich auf das heiß erwartete Derby ein. Die Münchener Fans wurden dann unter Polizeibegleitung in vier Bussen nach Burghausen geleitet. Insgesamt reisten etwa 1400 Gästefans in insgesamt 27 Fanbussen zum Spiel an. Etwa 500 weitere Gästefans benutzten die Bahn zur Anreise. Durch die starke Polizeipräsenz am Bahnhof wurde ein Aufeinandertreffen  mit Burghauser Anhängern verhindert. Zusammengefasst reisten rund 4000 Gästefans zu diesem Spiel an.

Nachdem es vor dem Spiel bis auf einige kleinere Delikte ruhig verlief, gab es auch im Stadion aus polizeilicher Sicht keine nennenswerten Vorkommnisse. Beide Fanlager trugen während der Spielbegegnung mit lautstarker Unterstützung ihrer Mannschaft zu einer hervorragenden Fußballstimmung bei. Insbesondere die Westkurve feierte ihren SV Wacker Burghausen nach dem Sieg über eine längere Zeit frenetisch.

Obwohl die Gästemannschaft das Spiel mit 0:2 Toren verloren hatte, verabschiedeten die Münchener Fans ihre Spieler noch etwa 30 Minuten lang nach Spielende mit Fangesängen. Leider kam es nach Spielende bei der Abwanderung der beiden Fanlager in die Innenstadt und zum Bahnhof zu diversen versuchten Auseinandersetzungen, die jedoch durch die begleitenden Polizeikräfte unterbunden werden konnten.

Insgesamt wurden von der Polizei 19 Platzverweise ausgesprochen und bislang 17 Strafverfahren eingeleitet. Im Großen und Ganzen ist die Polizei mit dem Verhalten beider Fanszenen am Spieltag zufrieden.

Umso unverständlicher ist die Tatsache, dass in der Nacht von Freitag auf Samstag mindestens zwei Personen aus der Burghauser Fanszene widerrechtlich in die Wacker-Arena eingedrungen sind und die Gästetribüne massiv mit mitgebrachtem Schmiermittel, insbesondere im Bereich der Treppenaufgänge und Handläufe, einfetteten. Ein Täter konnte im Rahmen polizeilicher Überwachungsmaßnahmen noch im Bereich des Stadions vorläufig festgenommen werden. Derzeit laufen die Auswertungen der Überwachungskameras zur Ermittlung des zweiten Täters.

Die Werkfeuerwehr Wacker konnte noch rechtzeitig zum Spielbeginn die Schäden vor Eintreffen der Gästefans beseitigen.