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Ricco Groß wird Cheftrainer der österreichischen Biathlethen

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Ein erstes Trainingslager haben Ricco Groß (rechts) und Co-Trainer Ludwig Gredler mit den österreichischen Biathleten in Ruhpolding absolviert. (Foto: Wukits)

Die österreichischen Spitzenbiathleten hören ab sofort auf die Kommandos von Ricco Groß. Der 47-jährige Ruhpoldinger hat bei den Biathleten des Nachbarlands einen Zweijahresvertrag als Cheftrainer unterschrieben. Ein erstes Trainingslager mit der Mannschaft hat bereits in der Chiemgau-Arena stattgefunden.


»Der ÖSV ist sehr hartnäckig gewesen, der Verband wollte unbedingt die Zusammenarbeit mit mir«, sagt der vierfache Olympiasieger und neunfache Weltmeister. »Die Athleten und ich freuen uns auf die Zusammenarbeit. Eine meiner primären Aufgaben ist es, das Team zusammenzuführen. Bisher waren viele Sportler ein Stück auf sich alleine gestellt und hatten nur wenige gemeinsame Trainingskurse«, erklärt Groß. »Es gilt, ein Team- und Wir-Gefühl zu schaffen und den sechsten Weltcupplatz zurückzuerobern.«

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Ludwig Gredler unterstützt als Co-Trainer

Ricco Groß hat in seinem Team erfahrene Leistungsträger wie Julian Eberhard, Simon Eder, Dominik Landertinger und Daniel Mesotitsch und junge Talente wie Tobias Eberhard und Felix Leitner. Unterstützt wird Ricco Groß durch seinen Co-Trainer Ludwig Gredler, eines der ehemaligen Aushängeschilder im österreichischen Biathlonsport.

Eine wichtige Funktion hat auch der Ruhpoldinger Markus Fischer: Er kümmert sich um den B-Kader im ÖSV. »Das geht Hand in Hand für uns, was die fünf Plätze für den Weltcup und die fünf Starter für den IBU-Cup betreffen«, sagt er. Ins Training will Markus Fischer einige neue Aspekte mit einfließen lassen, Details dazu will er nicht verraten.

In den vergangenen drei Jahren war Ricco Groß Cheftrainer der russischen Biathleten – eine Zeit mit Höhen und Tiefen. »Es war eine interessante und ereignisreiche Tätigkeit, die nicht immer vom Erfolg gekrönt gewesen ist«, sagt er rückblickend. Vor allem die Ereignisse im Vorfeld der Olympischen Spiele 2018 in Südkorea haben Groß das Leben schwer gemacht. »Es ist eine blöde Situation, wenn du drei Wochen vor Olympia erfährst, dass Teile deiner Mannschaft nicht eingeladen sind. Dafür hat es bisher keine Begründung vom IOC gegeben«, ärgert er sich noch immer. »Leider haben wir deswegen nicht um die Medaillen mitkämpfen können.«

Dass seine Sportler durchaus konkurrenzfähig gewesen wären, zeigten die drei Weltcups nach Olympia. In Kontiolathi gewann Anton Shipulin den Sprint, beim Weltcupfinale in Tyumen (Russland) war Maxim Zwetkow erfolgreich. Die Staffel kam in Oslo auf den 3. Platz.

Ricco Groß hatte in seiner Zeit als Trainer in Russland immer wieder betont: »Wer dopt, der fliegt.« Im Nachhinein ist es für ihn nicht vorstellbar, dass die Sportler seiner Gruppe zu unsauberen Mitteln gegriffen haben. »Natürlich habe ich sie am Abend beim Schlafengehen nicht zugedeckt«, meint er etwas ironisch. Die ganzen Diskussionen um Doping findet er nicht gut. »Man muss die Problematik offen gestalten. Man kann nicht immer Behauptungen in den Raum stellen. Man muss in der Beweisführung endlich mal deutlich werden, heißt: Hier sind diese Proben, die waren positiv und diese Sportler gehören gesperrt«, so seine Ansage.

»Sportler brauchen auch den Tapetenwechsel«

Nun aber gilt seine ganze Aufmerksamkeit seiner neuen Aufgabe beim ÖSV. Er wird mit seinen Athleten verschiedene Trainingslager besuchen und sich nicht nur auf Hochfilzen konzentrieren. »Meine Sportler brauchen auch den Tapetenwechsel und andere Bedingungen. Jeder Schießstand ist anders und auch jede Rollerbahn. Nur so ist es möglich, verschiedene Trainingsschwerpunkte zu setzen.«

Zum Schluss wird Groß noch einmal deutlich: Auf die Frage, ob er denn auch ein Angebot vom Deutschen Skiverband als Trainer gehabt habe, kommt ein klares und kurzes »Nein!« SHu