weather-image

Rhythmen überbordender Lebensfreude

1.0
1.0
Bildtext einblenden
Synchronität bei schwindelerregendem Tempo: Große Begeisterung in »Rhythm of the Dance« im k1-Saal. (Foto: Benekam)

Für viele ist Irland ein gewaltiger Kraftort. In diesem Land und seinem Volk steckt ein riesiges Reservoir an Inspiration: Musik, Tanz, Erzählungen und Sagen. Satte Auswüchse irischen Tanzes und irischer Musik durften die Gäste im fast ausverkauften k1-Saal in Traunreut genießen.


Bei »Rhythm of the Dance«, im Format einer energievollen Stepptanz-Show mit pulsierenden Rhythmen und überbordender Lebensfreude und in Kombination mit musikalischen Einlagen aus traditioneller irischer Musik geschöpft, fühlten sich die k1-Gäste in diese andere Welt entführt: Über 2000 Jahre Tanz, Musik und Kultur aus vorkeltischen Zeiten bis zu den modernen Sounds von heute waren im Programm versprochen.

Anzeige

Am Ende der zweistündigen, qualitativ hochwertigen Show hatte man das Gefühl, dass alle so verlockenden Versprechen tatsächlich eingelöst wurden. Es steppte, es stimmte, es donnerte und krachte, es pulsierte, es funkelte und leuchtete, es überliefen einen Gänsehautschauer, nicht nur in den Tanzszenen, sondern auch in den musikalischen Beiträgen – kurz: Man wurde des Hörens und Sehens nicht satt. Fantasievolle Kostüme (ganze 25 Kostümwechsel während der Show), grandiose Choreografien von Top-Tänzern(-innen) umgesetzt und eine Live-Band aus virtuosen Musikern, die an außergewöhnlichen Instrumenten wie den traditionellen Uileann Pipes (Irischer Dudelsack), der Bodhran (Irische Rahmentrommel), Violine, Flöten, Ziehharmonika und Banjo ihr Können unter Beweis stellten.

Sanft und gefühlvoll eröffnete eine einzelne Sängerin die Show, regelte, umrahmt von Lichteffekten in den Farben der irischen Nationalflagge die Aufmerksamkeit der Zuschauer hoch – im Hintergrund auf großer Leinwand leuchtete ein Vollmond. In diese mystische Szenerie brachen nach und nach die Tänzer ein, deren Bewegungen sich aus den selbst auf der Bühne produzierten Rhythmen zu ergeben schienen.

Perkussive Geräusche aufschlagende Stepptanzschuhe (eine echte Belastungsprobe für den Bühnenboden), fehlerfeie Synchronität bei zum Teil Schwindel erregendem Tempo, strahlende Eleganz bei gleichbleibend optimaler Körperspannung und dabei immer ein lockeres Lächeln im Gesicht: Das zeugt von enormer Disziplin und Professionalität – Produzent Kieran Cavanagh darf mit seiner Truppe mehr als zufrieden sein. Untermalt wurde das Tanzerlebnis von wechselnden Lichteffekten.

Als echter »Burner« kam beim k1-Publikum auch der solistische Einsatz der »Bodhran« an: Die Rahmentrommel aus gebogenem Holz und Schafsleder wird als »Ur-Instrument« der Kelten gehandelt. Ihr treibender Trommelrhythmus zog sich als Taktgeber wie ein roter Faden durch viele Szenen der Tanzshow. Immer wieder setzten die begeisterten Zuschauer laut klatschend in den Rhythmus ein und fachten damit die offenbar gut gelaunten Musiker und Tänzer zu noch energievollerem Auftreten an.

Schade nur, dass immer wieder allzu begeisterte Smartphone-Nutzer im Publikum sich nicht an die vernünftige Regel des Veranstalters halten und mit ihrem ignoranten Mitfilmen und Fotografieren andere Zuschauer stören. Die Truppe »The National Dance Company of Ireland« störte das glücklicherweise nicht, sodass sich Tänzer und Musiker nach zweistündigem Stepp-Marathon über jubelnden Applaus freuen durften. Kirsten Benekam

Schreibwaren Miller