Rettungsaktion während der eigenen 50er-Feier: Bergwacht ehrt Staufenwirt Andreas Frommelt

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Foto: Kaffei/BRK BGL

Bad Reichenhall/Nonn – Die Bergwacht Bad Reichenhall hat den Wirt des Reichenhaller Hauses am Hochstaufen, Andreas Frommelt, bei einer abendlichen Tour am Gipfel besucht und ihn dabei mit einer Urkunde und einem Stirnlampen-Geschenk für sein über viele Jahre hinweg überdurchschnittliches bürgerschaftliches Engagement als flotter Ersthelfer vor Ort geehrt. Andi und seine Frau Christine waren während der vergangenen Jahre immer wieder bei Notfällen am stark frequentierten Reichenhaller Hausberg gefordert, um verunfallten, akut erkrankten und in Bergnot beratenen Menschen zu helfen, bis die Bergwacht eintrifft, was gerade nachts und bei schlechtem Wetter ohne Heli auch mal länger dauern kann, wie zuletzt am 15. August 2021 bei Gewitter und Sturm am Mittelstaufensteig (wir berichteten), als Andi Frommelt während der Feier seines 50. Geburtstags von der Hütte aufgebrochen ist, um einem 53-jährigen Wanderer zu helfen.


Andi Frommelt und seine Frau Christine aus Unken im Salzburger Pinzgau sind bei unzähligen Bergsteigern aus Nah und Fern als besonders gastfreundliche und hilfsbereite Wirtsleute sehr beliebt. „Was so mancher nicht weiß, ist Andis Präsenz und Einsatz als Mann vor Ort, wenn die Bergwacht im Staufen-Gebiet alarmiert wird“, berichtet Regionalleiter Dr. Nik Burger, der am 15. August Einsatzleiter im Saalachtal war, auf die flotte Hilfe von Andi Frommelt zählen konnte und von seiner Leistung stark beeindruckt war.

Der Reichenhaller Bereitschaftsleiter Stefan Strecker, sein Stellvertreter Urs Strozynski und Einsatzleiter Dr. Burger stiegen nach der Arbeit auf und überreichten Frommelt eine Dankesurkunde und eine hochwertige Stirnlampe. Burger und Strecker würdigten, dass der Hüttenwirt für die Bergwacht immer erreichbar ist und lobten seine unersetzbare Leistung als Ersthelfer und im Staufen-Gebiet besonders ortskundiger Bergsteiger, der bei Suchen von Einsatzstellen sehr gute Arbeit leistet.

Manchmal sind wie am 15. August die Meldebilder im Notruf diffus, und der Standort des Erkrankten, Verletzen oder Verstiegenen recht unklar. Ohne zu zögern rückte der durch die Bergwacht telefonisch informierte Frommelt während seiner eigenen Geburtsfeier mit Erste-Hilfe-Ausrüstung und Stirnlampe bewaffnet aus, um den Mann am alpinen Steig zwischen Mittelstaufen- und Zennokopf-Gipfel zu suchen. Er kümmerte sich dann vor Ort um den Wärme-Erhalt des Frierenden, versorgte ihn mit Flüssigkeit, da er nicht genug zu trinken dabeihatte, und teilte der Bergwacht wichtige Infos zum Gesundheitszustand mit, wodurch der Einsatzleiter die Lage viel besser einschätzen konnte. „Ohne Andis Hilfe und Infos wäre der Einsatz viel schwerer und riskanter abzuwickeln gewesen. Andis Kompetenz und Ruhe waren auch in diesem Fall wieder eine große Unterstützung für Retter und Geretteten“, lobt Dr. Burger.

Burger, Strecker und Strozynski wissen aus eigener Erfahrung und einer nicht mehr überschaubaren Vielzahl an Einsätzen, wie wertvoll die Hilfe des Wirtes ist. Auch bei Hubschrauber-Einsätzen rund um das Reichenhaller Haus war und ist Andi Frommelt bisweilen schon vor der Landung hinter dem Haus oder dem Absetzen der Retter mit Winde oder Tau beim Patienten, leistet Erste Hilfe, weist die Retter ein und unterstützt beim Transport. Nach der Ehrung ließen es sich die Wirtsleute nicht nehmen, die kleine Delegation der Bergwacht, begleitet von den beiden Bergrettern Marcel Häusler und Daniela Kaffei, üppig zu bewirten. Erst zu gut fortgeschrittener Zeit stiegen die Bergretter dann mit Stirnlampen ab.

ml