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Rettung mit und ohne Hubschrauber

Berchtesgaden - Bevor Mitte letzter Woche das Wetter umschlug, hatte die Bergwacht Berchtesgaden noch einiges zu tun. Besonders das Wochenende davor erwies sich als einsatzstark. Gleich sieben Einsätze waren alleine am Sonntag zu leisten. Dabei zeigte sich wieder einmal, dass sich nicht alle Einsätze leicht und einfach mit dem Hubschrauber abwickeln lassen.

Viel zu tun hatte die Bergwacht Berchtesgaden im Laufe der letzten Woche. Schwerpunkt der Einsätze ist immer wieder der Jennerbereich. Foto: Bergwacht

Gleich während der Bergwachtversammlung am Freitagabend gab es die erste Alarmierung. Zweimal in dieser Nacht brauchte die Bergwacht Ramsau den Tankanhänger zur Unterstützung ihres Einsatzes.

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Auch am nächsten Tag alarmierte der Funkwecker. Eine 29-jährige Erlangerin hatte sich beim Wandern zu den Pries-bergalmen am Knie verletzt und wurde mit einem Einsatzauto zum Bergwachthaus gefahren, um sie dort der Besatzung eines Krankenwagens zu übergeben.

Die meisten Einsätze der vergangenen Woche ereigneten sich am Sonntag. Bereits am Morgen kämpfte eine 17-Jährige am Dr.-Hugo-Beck-Haus mit schweren Krämpfen. Der Einsatzleiter gab diesen Einsatz an die Besatzung des Rettungshubschraubers »Christoph 14« weiter, die diesen dann alleine abwickeln konnten.

Kurz nach Mittag fiel ein Mann an der Bergstation der Jennerbahn unglücklich. Bei dem Sturz zog er sich eine Kopfverletzung zu. Die Einsatzkräfte konnten den Mann mit dem Bergwachtauto ins Tal bringen und den Sanitätern des Roten Kreuzes übergeben.

Der Tankanhänger sollte auch an diesem Tag zum Einsatz kommen. Als Erstes meldete sich die Bergwacht Marktschellenberg mit der Anfrage um Unterstützung, kurz darauf auch die Bergwacht aus der Ramsau.

Um 17.15 Uhr kam die nächste Alarmierung. Ein 21-jähriger Einheimischer bekam bei der Isidor-Querung im Grünstein-Klettersteig Probleme mit seinem Kreislauf. Die Bergwachtmänner mussten ihn 50 Meter abseilen und konnten ihn dann der Besatzung des Krankenwagens überlassen.

Beim letzten Tageslicht bekam die Bergwacht den Notruf einer Frau aus dem Pflugtal. Sie war vollkommen erschöpft und musste vom Hubschrauber mit dem Tau herausgeflogen werden.

Gleich zwei Einsätze wurden an diesem Tag im Alpeltal erforderlich. Als Erstes meldeten sich drei Männer aus Osnabrück. Die drei befanden sich im Pflugtal Richtung Alpeltalsteig und waren mit ihren Kräften am Ende. Die Hubschrauberbesatzung des »Christoph 14« konnte eine Person ins Tal fliegen, die anderen beiden sollten vom Hubschrauber »Edelweiß 7« geholt werden. Als dieser eintraf, musste er allerdings wegen der einbrechenden Dunkelheit den Einsatz abbrechen und ließ die beiden in Begleitung eines Bergwachtmanns zurück. Drei weitere Einsatzkräfte hatten sich bereits auf den Weg gemacht, um diesen zu unterstützen. Nun begann ein langer Abstieg für alle. Erst um 0.45 Uhr konnte dieser Einsatz im Tal beendet werden.

Zwei weitere Personen hatten in derselben Zeit mit schwindenden Kräften zu kämpfen. Vater und Sohn kamen oberhalb des Winterwandls im Alpeltal nicht mehr weiter. Auch sie mussten von den Einsatzkräften ins Tal geführt werden.

Am Montag zog sich ein 64- jähriger Sachse auf dem Bayerischen Weg in der Nähe des Purtschellerhauses eine Sprunggelenksverletzung zu. Nachdem die Bergwachtmänner den Mann erstversorgt und ihm eine Schiene angelegt hatten, konnte er mit dem Tau abtransportiert werden.

In Richtung Gotzenalm mussten etwas später weitere Einsatzkräfte ausrücken, um einen Mann mit akuten Herzproblemen zu versorgen. Dank des schlechten Wetters bekam die Bergwacht Berchtesgaden dann eine Verschnaufpause und hatte die restliche Woche keine Einsätze mehr zu verzeichnen. J.I.