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Report: Sotschi-Spiele haben begonnen

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Olympisches Feuer
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Das olympische Feuer brennt. Photo: Daniel Karmann Foto: Daniel Karmann Foto: dpa

Sotschi (dpa) - Die ersten Olympischen Winterspiele in Russland können beginnen. Präsident Wladimir Putin sprach in Sotschi die Eröffnungsformel, Eishockey-Legende Wladislaw Tretjak und Paarlauf-Idol Irina Rodnina entzündeten das Feuer. Die Sicherheit blieb zuvor ein Gesprächsthema.


Die XXII. Olympischen Winterspiele in Sotschi sind eröffnet. Russlands Präsident Wladimir Putin sprach am Freitagabend um 22.26 Uhr Ortszeit im schmucken Fischt-Stadion die traditionelle Formel. Es sind die ersten Winterspiele in Russland.

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«Heute Abend schreiben wir ein neues Kapitel in der olympischen Geschichte», betonte Thomas Bach, der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), während der prunkvollen, aber bisweilen langatmigen Eröffnungsfeier, die mit der Entzündung des olympischen Feuers um 22.53 Uhr ihren Höhepunkt fand. Die dreimalige Paarlauf-Olympiasiegerin Irina Rodnina und der legendäre Eishockey-Torwart Wladislaw Tretjak entzündeten gemeinsam die Flamme, danach folgte ein gigantisches Feuerwerk.

Allerdings sahen die 40 000 Zuschauer im Stadion und das weltweite Fernsehpublikum frühzeitig eine Panne. Eine riesige künstliche Schneeflocke ging nicht wie geplant zu einem der fünf olympischen Ringe auf. Somit waren in der Arena nur vier Ringe zu sehen. «Es hat niemanden beleidigt», sagte der künstlerische Leiter Alexander Ernst. Insgesamt weckte die als Streifzug durch die russische Geschichte angelegte Show trotz des großen Aufwandes nur selten Emotionen.

Das deutsche Team wurde von Skirennfahrerin Maria Höfl-Riesch als Fahnenträgerin ins Olympiastadion geführt. Das Alpin-Ass ist im 153-köpfigen Aufgebot des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) neben den Rodlern um Felix Loch und dem Nordischen Kombinierer Eric Frenzel eine der größten Gold-Hoffnungen. «Ich wünsche mir, dass wir hier jeden Tag eine Medaille gewinnen», sagte DOSB-Generaldirektor Michael Vesper am Freitag. In Vancouver vor vier Jahren gab es 30 Mal Edelmetall für die Deutschen, dieses Mal wurde ein Zielkorridor von 27 bis 42 Medaillen vorgegeben.

Rechtzeitig zum Start der Wettkämpfe ist die olympische Bühne aus Sicht von IOC-Chef Bach bereitet. «Wie immer in den ersten Tagen der Spiele gibt es noch ein paar kleine Baustellen, aber nichts wirklich Substanzielles», sagte Bach auf der 126. Vollversammlung des IOC, ohne die Probleme detailliert zu benennen.

Zu Beginn der Spiele stellt sich allerdings die Frage, ob der Kampf um Siege und Platzierungen die politischen Dauerdebatten um die Sotschi-Spiele zur Nebensache werden lassen kann. Umweltzerstörung, Gigantismus, Ausbeutung von Wanderarbeitern und das Anti-Homosexuellen-Gesetz - die internationale Kritik am Olympia-Gastgeber ist heftig. 60 Prozent der Deutschen halten Russland nicht für den richtigen Ausrichter von Olympischen Spielen, wie eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Nachrichtenagentur dpa ergab.

Zudem glauben nur neun Prozent der Befragten daran, dass die Sotschi-Spiele dopingfrei bleiben. 83 Prozent rechnen fest damit, dass so mancher der rund 2900 Olympia-Teilnehmer zu verbotenen Mitteln greift. Der Pharmakologe Fritz Sörgel warnte vor neuen, schwer nachweisbaren Doping-Mixturen. Es gebe Sportler, die spezielle Mischungen herstellen ließen, «in dem so alles drin ist, was Dopingpotenzial hat und in der Kombination fantastisch wirkt», sagte der Wissenschaftler in einem Interview der Nachrichtenagentur dpa.

Nicht zuletzt stand auch die Sorge um die Sicherheit der Winterspiele im Fokus der Diskussionen. Dass die Anschlaggefahr möglicherweise real ist, zeigte ein Vorfall, der während der Eröffnungsfeier bekanntwurde. Auf einem Flug aus der Ukraine nach Istanbul habe es am Freitag den Versuch gegeben, eine türkische Linienmaschine zu entführen, berichteten türkische Medien. Die in Charkow gestartete Maschine landete in Istanbul, dort wurde ein angeblich angetrunkener Ukrainer überwältigt, der ins Cockpit eindringen wollte.

Aus Angst vor Anschlägen verhängen die USA Medienberichten zufolge ein vorübergehendes Verbot von Flüssigkeiten, Gels und Spraydosen im Handgepäck auf Russland-Flügen. Am Mittwoch hatten die USA vor Sprengstoff in Zahnpastatuben und anderen kosmetischen Behältnissen an Bord von Maschinen gewarnt, die auf dem Weg nach Russland sind.

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