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PV-Anlagen auf Rathausdach und Feuerwehranbau

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Auf dem Dach des Grassauer Rathauses soll eine PV-Anlage zur Eigenstromnutzung installiert werden. Der Gemeinderat stimmte einhellig zu. (Foto: T. Eder)

Grassau – Nach der Machbarkeitsstudie des Klimaschutzmanagers im Ökomodell Achental, Hans Haslreiter, lassen sich Photovoltaikanlagen auf dem Rathaus- und dem Feuerwehrhallendach wirtschaftlich betreiben. Vorgestellt wurde die Studie in der jüngsten Marktgemeinderatssitzung im Heftersaal.


Zu untersuchen war, ob auf dem Rathaus, dem BRK- Gebäude, dem gemeindlichen Bauhofgebäude und dem Feuerwehranbau eine PV-Anlage sinnvoll ist. Laut Haslreiter dürfen vom produzierten Strom nur 70 Prozent ins Netz eingespeist werden. Die Einspeisevergütung habe sich geändert und sei erneut gesunken. So gebe es für die Kilowattstunde, sofern die Anlage bis zum April installiert ist, nur mehr 7,81 Cent bei einer Anlagengröße von 10 Kilowatt peak (KWp).

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Je größer die Anlage, desto geringer die Vergütung. Er schlug eine Anlage von 20 KWp Leistung auf dem Rathausdach vor. Den jährlichen Stromverbrauch im Rathaus schätze er auf 20 000 Kilowattstunden. Bei einer Einspeisevergütung von 7,6 Cent, Stromkosten von 21 Cent und einem Eigenverbrauch von 40 Prozent errechnete Haslreiter eine jährliche Vergütung von rund 800 Euro, und eine Einsparung von 1450 Euro. Jährlich würde sich die Gemeinde somit insgesamt 2250 Euro sparen und in 20 Jahren rund 45 000 Euro. Steige der Strompreis auf 32 Cent, dann erhöht sich die jährliche Einsparung auf 4200 Euro und in 20 Jahren auf 84 300 Euro.

Nach 20 Jahren fällt die Einspeisevergütung weg, dennoch würde die Anlage in 30 Jahren rund 116 800 Euro einbringen. Abgezogen werden müssten die Kosten für die PV-Anlage mit 32 500 Euro und für den Speicher mit 13 500 Euro. Amortisiert hätte sich die Anlage nach 20 Jahren bei den derzeitigen Stromkosten.

Auf dem Feuerwehrhallenanbau wäre eine Anlagengröße zwischen 10 und 15 KWp ausreichend. Auf dem Feuerwehrgerätehaus sei bereits eine PV-Anlage montiert. Dennoch lasse sich eine weitere Anlage zur Eigenstromnutzung wirtschaftlich darstellen. Angenommen wurde eine Anlage mit 13 KWp und Stromkosten von 26 Cent, die sich sparen ließen. Somit würden jährlich rund 1490 Euro und in 20 Jahren knapp 30 000 Euro gespart. Die Anlage hätte sich dann bereits amortisiert.

Nicht wirtschaftlich sei hingegen eine Anlage auf dem BRK-Gebäude, da die Gemeinde nur einen Teil des Gebäudes selbst nutzt und folglich geringe Stromkosten habe. Wenn, dann, so Haslreiter, wäre hier nur eine kleine PV-Anlage ohne Stromspeicher zu empfehlen. Das gleiche gelte für den Bauhof.

Auch hier mache eine Anlage mit Speicher beim jetzigen Stromverbrauch wenig Sinn. Zudem stehe das Gebäude durch große Bäume immer wieder auch im Schatten, was den Ertrag reduziert. Allerdings soll dort noch ein Gewächshaus gebaut werden, was den Stromverbrauch erhöht. Wird zudem an den Einsatz von Elektrofahrzeugen gedacht, ist eine PV-Anlage mit Speicher wieder interessant, so Halsreiter.

Daniela Ludwig (CSU) fragte, ob die Statik des Rathausdachs ausreiche. Dies konnte Haslreiter nicht beantworten. Wie Kattari hinzufügte, werde dies natürlich im Vorfeld untersucht.

Thomas Hofmann (AE) meinte, eine E-Tankstelle beim BRK-Gebäude wäre ein idealer Standort für gemeindliche Fahrzeuge, auch aufgrund der räumlichen Nähe zum Rathaus. Solange der Stromnutzer und Erzeuger die gleiche Person sind, sei dies möglich, so Haslreiter. Dr. Winfried Drost (UGL) interessierte, ob Car-Sharing-Fahrzeuge geladen werden könnten. Sofern diese auf die Gemeinde zugelassen sind, sah Haslreiter kein Problem.

Kritisch äußerte sich Klaus Noichl (CSU) hinsichtlich der Lithium-Ionen-Speicher, die seltene Erden benötigen. Für ihn sei dies dann kein grüner Strom mehr. Gegen eine E-Tankstelle am BRK-Gebäude sprach sich Tom Hagl (CSU) aus, da hier der Parkplatz knapp sei.

Schließlich einigte sich der Rat einstimmig, sowohl für den Feuerwehrhallenanbau wie auch für das Rathaus PV-Anlagen mit Speicher zu installieren. Über eine Anlage auf dem BRK-Gebäude soll noch einmal diskutiert werden.

tb


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