weather-image
15°

Psychologin: Doppelmord von Herne ist Tat eines Narzissten

0.0
0.0
Ausgebrannte Wohnung in Herne
Bildtext einblenden
Die ausgebrannte Wohnung in der gesperrten Bismarckstraße in Herne. Foto: Marcel Kusch Foto: dpa
Polizei in Herne
Bildtext einblenden
Polizeibeamte stehen vor dem Imbiss in Herne, in dem der mutmaßliche Kindermörder Marcel H. gefasst wurde. Foto: Roland Weihrauch Foto: dpa
Gesperrte Straße in Herne
Bildtext einblenden
Gesperrte Straße in Herne: In einer brennenden Wohnung fanden die Fahnder die Leiche eines Mannes. Foto: Marcel Kusch Foto: dpa
Spurensicherung in Herne
Bildtext einblenden
Polizisten der Spurensicherung untersuchen Gegenstände aus der ausgebrannten Wohung. Foto: Roland Weihrauch Foto: dpa
Gewalttat in Herne
Bildtext einblenden
Der neun Jahre alte Jaden war erstochen im Keller des Nachbarn Marcel H. gefunden worden. Foto: Ina Fassbender Foto: dpa

Berlin (dpa) - Der Doppelmord von Herne trägt nach Einschätzung einer Expertin Zeichen eines ausgeprägten Narzissmus. Das zeige der Umstand, dass der mutmaßliche Täter sich mit der Leiche des neunjährigen Jaden fotografiert und die Bilder verschickt habe, sagte Isabella Heuser von der Berliner Charité der Deutschen Presse-Agentur.


«Jemand, der bis dahin auf der Verliererseite gestanden hat, tut jetzt etwas ganz Außergewöhnliches, bei dem er sicher davon ausgehen kann, dass alle Menschen, die das sehen, davon sehr beeindruckt sind», erläuterte die Direktorin der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie. Dazu passe die Darstellung der Polizei, Marcel H. habe ihr sein Geständnis regelrecht diktiert.

Anzeige

Dennoch sieht die Expertin noch viel Klärungsbedarf. Dass die beiden Opfer mit insgesamt mehr als 100 Messerstichen getötet wurden, wertet sie als Beleg dafür, dass «jemand mit enormen Gefühlen am Werk» gewesen sei. «Daraus kann man folgern, dass er entweder eine unglaubliche Wut gehabt haben muss oder in einen Machtrausch verfallen ist, weil er hier tatsächlich die Macht hatte über Leben und Tod.» Andererseits habe ihn die Polizei als gefühlskalt beschrieben. Wie das zusammenpasse, sei unklar, sagte Heuser: «Da wird man sicher noch auf psychologische Spurensuche gehen müssen.»

PM der Polizei Dortmund

Das umstrittene Message- und Imageboard 4chan war schon vor dem Mordfall Herne in den Schlagzeilen. Im Jahr 2014 identifizierte sich ein Nutzer als der mutmaßliche Mörder David Kalac und stellte Fotos einer Leiche auf die Seite. Kalac soll im Städtchen Port Orchard im US-Bundesstaat Washington seine Ex-Freundin ermordet haben. Er wurde auf der Flucht gefasst, der Beginn des Prozesses verzögert sich nach Berichten des «USA Today»-Ablegers «Kitsap Sun» aber seit Monaten.

Unrühmlich bekannt wurde 4chan außerdem mit «The Fappening». Der Begriff steht für die Veröffentlichung von Nacktbildern von Prominenten auf 4chan und der Seite Reddit, nachdem die Bilder in einer großen Aktion gestohlen worden waren.