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Porträt: Bidsina Iwanischwili

Tiflis (dpa) - Als reichster Mann Georgiens mit einem Milliardenvermögen hat sich Bidsina Iwanischwili lange Zeit als stiller Wohltäter in dem Südkaukasusstaat einen Namen gemacht.

Milliardär Bidsina Iwanischwili
Als reichster Mann Georgiens hat sich Bidsina Iwanischwili als stiller Wohltäter in dem Südkaukasusstaat betätigt. Foto: Ulf Mauder Foto: dpa

Doch dann hat der 56-Jährige dem Präsidenten Michail Saakaschwili aus Ärger über dessen Politik den Kampf angesagt und mit einer demokratischen Wahl das Machtmonopol seines Kontrahenten beendet. Er werde als Regierungschef die Gewalt gegen die Menschen in seiner Heimat stoppen, sagte Iwanischwili unlängst bei einem Treffen mit der Deutschen Presse-Agentur in seiner Villa in Tiflis.

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Von hier oben - und für alle Georgier sichtbar - schaut er nicht nur auf den neuen Palast, den sich Saakaschwili hat bauen lassen. Iwanischwilis von dem japanischen Architekten Shin Takamatsu entworfenes Anwesen aus Glas und Stahl überragt auch das Patriarchat von Ilia II. Die einflussreiche georgisch-orthodoxe Kirche hat dem Oligarchen viele Spenden zu verdanken.

Es ist etwa ein Jahr her, dass der auch in der Kunstwelt wegen seiner spektakulären Auktionskäufe bekannte Multimilliardär seinen Wechsel in die Politik bekanntgab. Georgischer Traum hat er die Bewegung genannt - nach dem Namen der populären Band seines Sohnes Bera, dessen Rapmusik auch bei den Demonstrationen landauf, landab zu hören war. Iwanischwili, der in Russland nach dem Zerfall der Sowjetunion mit Metallhandel und Immobiliengeschäften reich wurde, beteuert, dass er Georgiens prowestlichen Kurs beibehalten wolle.

«Die Menschen hier wollen in die EU und in die Nato. Das ist auch mein Ziel», sagt er. Sein Widersacher Saakaschwili nennt den Oligarchen ein «russisches Projekt», um Georgien mit Mafiamethoden wieder in die Zeiten einer Sowjetdiktatur zu stürzen. Wohl auch wegen dieses verbreiteten Verdachts hat sich Iwanischwili von seinen russischen Reichtümern sowie dem Pass des mächtigen Nachbarn getrennt.

Nach seinem Wahlsieg nun will der unauffällige Mann mit den lebendigen Augen und der jungenhaften Figur das Recht in dem Land wieder herstellen. Vor allem sehnt er sich nach seiner georgischen Staatsbürgerschaft zurück, die Saakaschwili seinem politischen Konkurrenten hatte entziehen lassen.

Iwanischwili verspricht einen Kampf gegen Armut und Arbeitslosigkeit sowie eine Stärkung des Mittelstandes und der Agrarwirtschaft in dem für seine Weinkultur und seinen Obstreichtum bekannten Land.

Er achte auf seine Figur, treibe Sport und liebe Yoga, sagt der Vater von vier Kindern. Der am 18. Februar 1956 in einer armen Bauernfamilie geborene Iwanischwili wird in seinem Heimatort Tschorweli im Westen Georgiens wie ein Heiliger verehrt. Dort schwärmen die Menschen, dass er ihnen zum Beispiel Häuser bauen lasse und die Krankenversicherung zahle. Von einem solchen Wohlstand träumen inzwischen viele Wähler in Georgien.

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Georgischer Traum, Georgisch