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Podolski und die übergroßen Van-Persie-Fußstapfen

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Lukas Podolski konnte sich über einen sehr guten Tag mit dem FC Arsenal freuen. Foto: Caroline Seidel Foto: dpa

London (dpa) - Ist Prinz Poldi aus Köln bald Londons King Lukas? Nach seinem Premierentor für den FC Arsenal ist Lukas Podolski jedenfalls auf dem besten Weg zum Gunners-Publikumsliebling.


Die mitgereisten Arsenal-Anhänger widmeten dem Fußball-Nationalspieler beim 2:0-Prestigeerfolg über den FC Liverpool schon den Song «He scores, when he wants - er trifft, wann er will». Das war das Standard-Jubellied für den abgewanderten Torschützenkönig Robin van Persie. Die «Sun» fragte am Montag unter dem Foto des mit geballten Fäusten auf dem Rücken liegenden Podolski: «Welcher Robin?»

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Aber realistisch betrachtet passt Podolski noch nicht in die übergroßen Fußstapfen des 30-Millionen-Euro-Manns. Sogar am Montag stahl ihm sein zu Manchester United abgewanderter Vorgänger die Schlagzeilen. Der «Daily Telegraph» feierte den niederländischen Superstar, der sein Torkonto auf 100 Premier-Leauge-Treffer erhöht hat, als «Hattrick Hero» nach Uniteds 3:2-Last-Minute-Sieg beim FC Southampton. Der «Independent» titelte: «Robin zur Rettung».

Aber Podolski kann vielleicht mit dem anderen Neuzugang Santi Cazorla dieses undankbar schwere Erbe gemeinsam antreten. Er harmonierte brillant mit dem für 19 Millionen Euro vom FC Malaga verpflichteten teuersten Arsenal-Transfer dieses Sommers. Podolskis Tor (31. Minute) war ein Doppelpass mit Cazorla vorausgegangen. Bei dessen Treffer (68.) revanchierte sich der Deutsche mit der Vorlage - ebenfalls ein Doppelpass. Ist da ein neues Traum-Duo geboren?

Podolski hatte am Sonntag ein breites Grinsen im Gesicht - immer wieder zeigte er den Mitspielern und dem Gäste-Block seine typische Daumen-nach-oben-Geste und freute sich über einen «sehr guten Tag für Arsenal und einen sehr guten Tag für mich». Sein Coach Arsène Wenger, dem sein Händchen auf dem Transfermarkt schon abhandengekommen schien, philosophierte schelmisch über den Killerinstinkt des 27-Jährigen beim Abschluss: «Tödlich» nannte er Podolski martialisch. Nach Auffassung des «Guardian» ist der Rheinländer die Art von Spieler, «von dem die Fans nicht ihre Augen lassen können».

Wo er nur auftaucht, strahlt Podolski kindlichen Stolz aus, nun Teil der beeindruckenden Geschichte der «Kanoniere» aus Nord-London zu sein. Und er fährt nun mit neuem Selbstbewusstsein zur Nationalmannschaft. Ebenso wie Arsenals derzeit formstarker Abwehrchef Per Mertesacker, der heimlich still und leise wesentlichen Anteil an einer interessanten Bestmarke hatte. Die traditionell defensiv anfälligen Gunners sind nach drei Spieltagen noch ohne Gegentor - erstmals seit 88 Jahren.