weather-image

Podolski kontert im Zwist mit Matthäus: «Greenkeeper»

Berlin (dpa) - Der erwartete Wechsel von Lukas Podolski zu Inter Mailand sorgt für einen öffentlichen Zwist mit Lothar Matthäus. Der Rekord-Nationalspieler wirft dem Weltmeister mangelnde Fokussierung auf den Fußball vor - Podolski konterte prompt über soziale Medien.

Transfer
Der Wechsel von Lukas Podolski zu Inter Mailand ist fast perfekt. Foto: Matteo Bazzi Foto: dpa

«Ich finde es schon sehr amüsant, dass ausgerechnet Matthäus mir Tipps gibt wie ich mich verhalten soll. #Erfolgscoach #Greenkeeper», schrieb der 29-Jährige via Twitter. Der bisherige Profi des FC Arsenal garnierte seine Aussage über den zum fünften Mal verheirateten Matthäus mit einem Symbol für eine Braut und ein durchschossenes Herz. Matthäus hatte Podolski vorgehalten, sich zu sehr von Dingen außerhalb des Platzes ablenken zu lassen.

Anzeige

«Lukas hat seine Qualitäten, die muss er jetzt aber wieder auf dem Platz unter Beweis stellen», sagte Matthäus bei Sky Sport News HD. «Vorher haben wir gehört, er twittert mehr als er spielt. Er sollte sich mehr auf Fußball konzentrieren.»

Bei großen Vereinen wie dem FC Bayern oder dem Londoner Club habe Podolski bislang den Durchbruch nicht geschafft. Auf dessen Twitter-Antwort reagierte Matthäus wiederum in der Boulevardzeitung «Express»: «Lassen wir mal die Kirche im Dorf. Ich habe ihm keine Verhaltensregeln mitgegeben, das steht mir gar nicht zu. Er hat das Interview wahrscheinlich gar nicht richtig gesehen. Es ging an nur einer Stelle um Twitter und ich finde: twitter ist sexy, aber er sollte mehr Fußball spielen als twittern. Durch seine Reaktion hat er das jetzt ja wieder bestätigt», sagte Matthäus dem Blatt und fügte hinzu: «Er ist nicht fokussiert. Dabei hat er jetzt eine große Aufgabe vor sich, für die ich ihm alles Gute wünsche.»

Matthäus spielte von 1988 bis 1992 selbst für die Mailänder. Die Serie A und der Club seien aber nicht mehr mit seiner eigenen aktiven Zeit vergleichbar. «Mit Inter Mailand hat er natürlich einen großen Namen gezogen, aber der große Name ist Vergangenheit. Platz elf sagt alles aus», betonte Matthäus. «Mannschaften wie Milan oder Inter, die in den 90er-Jahren Fußballgeschichte geschrieben haben, haben an Glanz und Attraktivität verloren. Deshalb spielen die Topspieler nicht mehr in Italien, sondern in Deutschland, England oder Spanien.»

Mit guten Leistungen könne der zuletzt bei Arsenal selten zum Einsatz gekommene Podolski aber auch wieder für das Nationalteam auf sich aufmerksam machen. «Lukas ist fit und jung genug, er fühlt sich auf der Bank oder Tribüne nicht wohl», sagte Matthäus.

Per Mertesacker wünschte derweil seinem bisherigen Arsenal-Teamkollegen Podolski viel Erfolg bei Inter Mailand. «Es war großartig dich hier gehabt zu haben und du wirst mir fehlen», schrieb der Verteidiger des Londoner Clubs bei Facebook. Dazu stellte der Weltmeister gemeinsame Fotos aus dem Flugzeug, beim Torjubel und im Training.

Matthäus bei Sky

Podolski bei Twitter

Matthäus im "Express"