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Phil Collins kann sich neue Musikprojekte vorstellen

Stuttgart (dpa) - Phil Collins ist ein Phänomen: Der 62-Jährige blickt zurück auf eine mehr als dreißig Jahre lange Karriere, ständige Gerüchte über einen kompletten Rückzug aus dem Musikgeschäft und laut britischem «Daily Telegraph» ein Image als «meistgehasster Mensch der Rockmusik» inklusive.

Phil Collins
Phil Collins mit Musical-Darsteller Andreas Lichtenberger. Foto: Bernd Weißbrod Foto: dpa

Kurz vor der Stuttgarter Premiere des Collins-Musicals «Tarzan» sagte er am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa, wie er mit der ewigen Kritik umgeht - und warum er sich vorstellen kann, wieder Musik zu machen.

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Frage: Anders als die meisten Stars sprechen Sie seit einiger Zeit frei über Ihren Gesundheitszustand oder darüber, wie die Presse mit Ihnen umgeht. Woher kommt diese Offenheit?

Antwort: Ich fühle mich manchmal so, als ob die Art, in der ich gezeigt werde, nicht dem entspricht, was ich bin. Mit der Zeit wird es aber immer schwerer, sich von diesem Bild loszureißen, man selbst verschwindet fast. Ich glaube, ich versuche im Moment, mich selbst aus diesem öffentlichen Drehbuch rauszuschreiben.

Frage: Mit welchem Vorurteil würden sie denn gerne mal aufräumen?

Antwort: Es gibt im Laufe einer Karriere so viel, das an dir hängen bleibt. Dinge wie die Behauptung, dass ich per Fax meine Scheidung eingereicht hätte. Das ist etwas, das nicht passiert ist, und trotzdem blieb es an mir kleben.

Frage: Kam daher die Idee, etwas aus dem Rampenlicht herauszutreten?

Antwort: Ich selbst versuche, mich jedem Tag neu zu nähern, aber häufig haben Leute eine ganze Liste an Munition. Ich werde dazu benutzt, bestimmte Dinge zu personifizieren. Dessen wurde ich ein wenig müde, also habe ich mich entschieden, mich zur Ruhe zu setzen. Am Ende war das Wichtigste für mich, um meine Kinder herum zu sein. Ich habe kein Problem damit, kürzer zu treten.

Frage: Welches Bild haben Sie inzwischen davon, wie Ihre Musik wahrgenommen wird?

Antwort: Ich schreibe die Musik für mich selbst, aber vieles davon gefällt ganz normalen Menschen. Es ist nicht ausdrücklich innovativ, es gefällt nicht unbedingt dem intellektuellen Journalismus, aber normalen Menschen gefällt es. Genau das habe ich mit der Zeit wiederentdeckt. Man neigt einfach dazu, zu hart mit sich selbst zu sein, aber dann kommt ein Portier in einem Hotel und sagt mir etwas Nettes. Ich denke dann: «Eigentlich hat er recht. Das ist gut.» Solche Dinge sind in der letzten Zeit ein paar Mal passiert. Ich fange an zu denken, dass ich wieder etwas Neues machen könnte.

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