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Phantasievoll und attraktiv: »Assemblage und mehr«

»Assemblage und mehr« ist eine besonders sehenswerte neue Ausstellung im Kulturzentrum in Traunstein überschrieben. Sie dauert allerdings nur eine Woche und ist bis einschließlich Freitag, 19. April, täglich von 14 bis 18 Uhr zu besichtigen. In der Präsentation sind viele neue Strukturgemälde der Traunsteiner Künstlerinnen Alexandra Plaul-Weingartner, Hannelore Strohmeier, Karin Feldner und Helga Huth zu sehen, die ihre Bilder vor allem in der besonderen Technik der »Assemblage«, nämlich Malerei auf zerknittertem Seidenpapier, angefertigt haben.

Unsere Fotos zeigen »Wildes Wasser« von Hannelore Strohmeier (l.) und »La Strada« von Alexandra Plaul-Weingartner. (Fotos: Giesen)

Gastausstellerin Ishild Ramstötter aus Teisendorf – vielen auch gut bekannt als Musikantin und Volkstanztänzerin mit ihrem Mann Sigi Ramstötter – zeigt im Gegensatz zu den überwiegend gegenständlichen Bildern der anderen durchwegs großformatige abstrakte Gemälde wie zum Beispiel »Liebesbrief an die Verflossene«. Reizvoll sind daneben die stark abstrahierten Porträts von »Weibsbildern«.

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Gleichsam als »Mutter der Truppe« hat Alexandra Plaul-Weingartner vor etwa 10 Jahren Kurse in der besonderen Technik der Assemblage bei der Volkshochschule Traunstein angeboten und sie vielen anderen dadurch nahegebracht. Selbst zog sie vor 40 Jahren mit ihrer Familie von Hamburg in den Chiemgau und bezeichnet sich selbst als »Herzensbayerin«. In den ausgestellten Bildern zeigt sich aber doch auch ihre Liebe zur »alten Heimat« wie Wasser, Meer und Schiffe, aber auch hiesige Ansichten und besonders reizvolle abstrakte Motive wie das in Rot und Weiß gehaltene »La Strada«.

Zutreffend für alle Bilder der Ausstellung sind die Worte von Altoberbürgermeister Fritz Stahl, der bei der gut besuchten Vernissage die Einführungsrede hielt: »Unverändert aber dürfen wir bewundern, wie aus verschiedenen Materialien, Farben und Einzelteilen ein harmonisches Gesamtbild gestaltet wird, das durch seine Eigenart, seine intensive und zurückhaltende Ausstrahlung unsere Blicke anzieht.« Fritz Stahl nahm überdies die Vernissage zum Anlass, der Initiatorin Alexandra Plaul-Weingartner mit einem Zitat von Eugen Roth auch im Namen der anderen zum 75. Geburtstag zu gratulieren. Er erinnerte daran, dass sie vor 35 Jahren mit Hinterglas- und Bauernmalerei in Traunstein begonnen hatte und erinnerte auch an die Ausstellung »Traunsteiner Maltupfen« sowie ans Theaterspielen.

Nicht unerwähnt bleiben dürfen die attraktiven, in Motiven und Farben sehr abwechslungsreich gestalteten Bilder von Hannelore Strohmeier, Karin Feldner und Helga Huth. Strohmeiers »Wildes Wasser«, »Elefantenliebe« oder »Im Einklang« zeigen, wie die Künstlerin stets auf der Suche nach neuen Ausdrucksweisen ihre Ideen bildnerisch hervorragend umzusetzen versteht. Helga Huth, früher Lehrerin zum Beispiel an der Grundschule in Haslach, ist ebenfalls vor etwa 40 Jahren von Göttingen hierher gezogen. In ihren teils zarten, teils kraftvollen Aquarellen und Assemblagebildern spiegelt sich die Liebe zur Natur und zur Heimat, die sie gekonnt ins Bild setzt.

Bei Karin Feldner schließlich, die seit gut 20 Jahren in Traunstein auch als Heilpraktikerin tätig ist, bestechen die kräftigen Farben ihrer großflächigen Bilder wie »Roter Mohn«, die intensiv gelbe »Zauberblüte«, aber auch ihre leichten Aquarelle mit mediterranen Motiven.

Einen Teil des Erlöses aus dem Verkauf der Bilder und Kunstkarten spenden die Künstlerinnen für einen wohltätigen Zweck, diesmal für das Tierheim in Trenkmoos. Christiane Giesen