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Pfarrer Josef Neumann kann diamantenes Priesterjubiläum feiern

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Pfarrer i. R. Josef Neumann feierte sein 60-jähriges Priesterjubiläum. Foto: Anzeiger/Pfnür

Bischofswiesen – Ihr diamantenes Weihejubiläum feiern zu dürfen, ist nicht vielen Priestern vergönnt. Einer der wenigen, die auf 60 Jahre Priesterleben zurückblicken können, ist der Hausgeistliche des Caritas-Altenheimes Felicitas, Pfarrer i. R. Josef Neumann. Gestern feierte er in der Hauskapelle einen Dankgottesdienst. Auch Mirjam Gargela, ehemalige Leiterin der »Felicitas«, war angereist, um gemeinsam mit ihrem langjährigen Hausgeistlichen zu feiern. Pfarrer Peter Demmelmair, in dessen Pfarrei St. Andreas das Altenheim liegt, würdigte in der Predigt seinen Mitbruder: »Pfarrer Neumann ist ein Mensch, der ein Widerschein der Liebe Christi ist, ein Mensch der Verlässlichkeit, ein Mensch, der Heimat geschenkt hat.« Der Stiftskirchenchor umrahmte die Feier mit Liedern aus der Berchtesgadener Liebfrauenmesse von Pater Korbinian Rother.


Der Weg zum Priester war in den Wirren der Kriegs- und Nachkriegszeit kein leichter und kein gerader. Geboren wurde Josef Neumann am 1. September 1926 in Homolitz im damaligen Königreich Jugoslawien. Mit seinen zehn Geschwistern wuchs er in einer sehr religiösen Familie auf, was dazu führte, dass zwei seiner Brüder ebenfalls Priester wurden, ein weiterer wurde Jesuitenpater. Er besuchte die deutsche Grundschule und das serbische Gymnasium, bis er 1944 im Alter von 18 Jahren zum Heimatschutz eingezogen wurde, der bald dem Militär eingegliedert wurde.

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Am Kriegsende war er mit seiner Einheit an der russischen Front und geriet in russische Gefangenschaft, aus der er drei Monate später entkommen konnte. Er hielt sich, um überleben zu können, ein Jahr lang auf einem Bauernhof in Engelhartstetten auf, wo er bei der Arbeit helfen konnte und versorgt wurde. Als das Schulwesen wieder funktionierte, setzte er seine Schulausbildung fort und machte in Eferding in Oberösterreich seine Matura. Anschließend trat er den Oblaten des heiligen Franz von Sales bei und begann 1948 in Eichstätt sein Theologiestudium.

Am 29. Juni 1953 wurde er in Eichstätt von Bischof Josef Schröffer zusammen mit 33 weiteren Priesteramtskandidaten zum Priester geweiht. Am 5. Juli, also gestern vor 60 Jahren, feierte er in der Wiener Pfarrei Krim seine Primiz. Danach war er einige Jahre in Österreich tätig, 1962 ging er für zwei Jahre nach Niagara Falls in den USA, wo er in der dortigen Schule Englisch lernte und Deutsch lehrte, nach weiteren zwei Jahren in Toledo in Ohio ging er zurück und unterrichtete in Salzburg an einer Schule.

Danach übernahm er für sechs Jahre die Pfarrei Obertaufkirchen, anschließend war er bis zu seinem Ruhestand Pfarrer in Waging, danach Ruhestandspfarrer in Ising, bevor er am 11. Mai 2007 als Hausgeistlicher in die »Felicitas« kam. Hier feiert er nicht nur fünfmal in der Woche eine heilige Messe, sondern er kümmert sich im weitesten Sinne um die Sorgen der Bewohner und besucht Kranke und Sterbende. »Ich spüre, wie die physische Kraft Tag um Tag nachlässt«, sagt der 87-Jährige, »aber ich fühle mich gut und bin glücklich und zufrieden.« Die Seelsorge ist ihm nach wie vor ein Herzensanliegen und er wird, solange es seine Gesundheit erlaubt, für »seine« Bewohner da sein. Andreas Pfnür