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Pater Manfred Gruber an seiner neuen Wirkungsstätte. Der Franziskaner ist schon seit Ende August im Kloster. (Foto: Rosenberg)

Pater Manfred folgt auf Benno

Berchtesgaden – Pater Manfred Gruber ist der neue Priester im Franziskanerkloster. Er folgt auf Pater Benno, der im August ins Kloster Bezau in Vorarlberg/Österreich wechselte. Freundlich öffnet er die Pforte und bittet, das Kloster zu betreten. Obwohl er gerade mal seit fünf Wochen in Berchtesgaden ist, hat er sich schon gut eingelebt. »An einem Samstag im August bin ich angereist und tags darauf habe ich bereits hier in der schönen gotischen Franziskanerkirche eine Messe gefeiert«, schwärmt der Priester von seiner neuen Wirkungsstätte.


Pater Manfred stammt gebürtig aus Polen, ist seit mittlerweile 34 Jahren in Deutschland und reiste aus dem Kloster Bensheim an, in dem er die vergangenen 21 Jahre lebte. Dort war er als Pfarrvikar tätig: Er hielt Gottesdienste, taufte Kinder, führte Beichtgespräche und besuchte Kranke daheim oder in Klinken. Genau diese Aufgaben wird er auch im Pfarrverband Stiftsland Berchtesgaden ausüben. Dabei freut sich der 62-Jährige am meisten, nahe bei den Menschen zu sein.

Auf die Welt gekommen ist der Franziskanerpater 1960 in der schlesischen Ortschaft Burkenwalde, wo heute noch seine Eltern mit der Schwester wohnen. Dort ging er zur Volksschule. Die weiterführende technische Schule war im 40 Kilometer weit entfernten Oppeln. Pater Manfred erinnert sich, dass er nachmittags oft lange auf den Zug, der ihn wieder nach Hause brachte, warten musste. Diese Wartezeit hat er meist in der Franziskanerkirche in Oppeln verbracht. Dort knüpfte er schnell Kontakt zu den Franziskanerbrüdern und so war es nicht verwunderlich, dass er bereits mit 18 Jahren in die Franziskaner-Gemeinschaft Kattowitz eintrat.

Sein weiterer Lebensweg führte ihn zunächst in das übliche Probejahr, das Noviziat. Danach erhielt er den Habit, das Ordensgewand der Franziskaner. In der Folge studierte er Philosophie und Theologie. Sein Ordensgelübde, also das Versprechen, in der Klostergemeinschaft nach den Ordensregeln des heiligen Franziskus zu leben, legte er 1987 ab und ein Jahr später folgte die Priesterweihe.

Wenige Wochen später, im Sommer 1988, kam er bereits nach Deutschland. Zunächst lernte er die deutsche Sprache und kam dann in das österreichische Kloster Bezau, in dem nun Pater Benno lebt. Nach 13 Jahren wechselte er nach Bensheim, um nun seine neue Wirkungsstätte in Berchtesgaden zu finden. Gemeinsam lebt er mit drei weiteren Franziskanerpatres und einem Bruder im Kloster mitten im Markt. Gemeinsam unterstützen sie die Pfarreien in der Region Stiftsland. Dafür muss Pater Manfred viele und teils längere Wege zurücklegen. Auf diese Art und Weise hat er schon viele schöne Ecken seiner neuen Heimat entdeckt. Pater Manfred, naturverbunden wie der heilige Franziskus, erzählt begeistert: »Ich bin umgeben von Wäldern aufgewachsen«, und freut sich, dass er nun auch hier in einer einzigartigen, sehr naturverbundenen Region leben und arbeiten darf.

Cornelia Rosenberg