Pater Anton Dimpflmaier zelebriert Almmesse auf der Königstalalm

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Die »Drogzapfn Buam« begleiteten den Gottesdienst musikalisch. (Fotos: Bernhard Stanggassinger)
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Seit 15 Jahren liest Adi Hölzl die Lesung und trägt selbstgereimte Fürbitten vor.

Schönau am Königssee – Am Fuße von Windschartenkopf und Rotspielscheibe liegt die Königstalalm, mitten im Gebiet der Königsseer Almen im Nationalpark Berchtesgaden. Dort fand auch am vergangenen Samstag eine Almmesse statt, die Pater Anton Dimpflmaier zelebrierte. Begleitet wurde der Gottesdienst von den »Drogzapfn Buam«, die mit ihren Blechblasinstrumenten aufspielten.


Es sind überwiegend Einheimische, die den schweißtreibenden Aufstieg auf sich nehmen, um dem Pater zuhören zu können. Die meisten starteten vom Parkplatz Hinterbrand und stiegen über die Jennerbahn-Mittelstation auf dem Königsweg auf. Einige von ihnen nutzen das gute Wetter und gingen über die Rotspielscheibe zur Alm. Die ältere Generation hingegen nutze die Jennerbahn, um von der Bergstation über das Schneibsteinhaus abzusteigen.

Auf der Königstalalm stehen zwei Almhütten – der Stangerkaser und der Stockerkaser. Für die Almbauern vom Stockerlehen ist die Königstalalm die Hochalm, den Früh- und Spätsommer verbringen die Rinder auf der Niederalm, der Wasserfallalm am Jenner. Am Stockerkaser befindet sich auch ein wunderschönes Almkreuz. Für das Schmücken hatte der »Stockerer Toni« zuvor viel Zeit investiert.

Pater Dimpflmaier war beeindruckt von dem schönen Platz und von dem schön geschmückten Kreuz. »Es ist das Kreuz auf das wir schauen, es ist ein Zeichen des Lebens und ein Zeichen der Auferstehung, es ist ein Zeichen, dass nichts vorbei ist«, sagte er in seinen Grußworten. In seiner Predigt ging der Geistliche auf das besondere Gipfelkreuz von der Rotspielscheibe ein, bei dem Kopf, Hände und Füße besonders herausgehoben sind. »Es zeigt, dass wir Brücken bauen können in unserem Leben und Glauben.«

Vor etlichen Jahren hat es im »Berchtesgadener Anzeiger« ein Bild gegeben, das für Aufregung gesorgt hatte. Im Winter hatte ein Skitourengeher dem Kopf des Gipfelkreuzes einen Helm aufgesetzt, den Händen Handschuhe und den Füßen Skischuhe angezogen. »Ja darf man denn mit so einem heiligen Kreuz so etwas machen? Die Antwort von Pater Dimpflmaier war: »schee«.

»Unser Herr Jesus ist auch auf unsere Welt gekommen um Freude zu haben. So was ist keine Verunehrung und unser Herr Jesus wäre gewiss auch gerne mit den Skiern da herunter gewedelt. Aus dem Glauben Kraft schöpfen, dass es weitergeht, auch wenn wir nicht unbedingt wissen, wo uns die Schritte hinführen. Wir sollen miteinander auf die Leute zugehen«, so Pater Dimpflmaier.

Seit 15 Jahren liest Adi Hölzl Fürbitten bei der Almmesse, die er selber in Gedichtform verfasst hat. Auch in diesem Jahr hat er zeitlich passende Fürbitten vorgetragen. Zum Schluss segnete Pater Anton Dimpflmaier die Gläubigen und die »Drogzapfn Buam« spielten »Großer Gott wir loben Dich«.

Die Gottesdienstteilnehmer kehrten im Anschluss noch im Stockerkaser ein. Es gab eine gute Almbrotzeit, die »Drogzapfn Buam« spielten schneidig auf und die Almkühe standen um den Kaser und sorgten mit ihren Kuhglocken für eine richtige Almidylle.

Bernhard Stanggassinger