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Parteien: Deutschland soll Flüchtlinge aus Syrien aufnehmen

Berlin (dpa) - Deutschland soll Bürgerkriegsflüchtlingen aus Syrien Zuflucht gewähren. Dafür haben sich führende Außenpolitiker aller im Bundestag vertretenen Parteien in der Tageszeitung «Die Welt» (Freitag) ausgesprochen.

Syrische Zivilisten
Weinende und verzweifelte Mutter: Der Bürgerkrieg in Syrien bringt immer mehr Menschen in Not. Mindestens 2,5 Millionen Menschen haben so gut wie nichts mehr. Foto: Ugarit News Foto: dpa

«In Syrien gibt es eine humanitäre Katastrophe. Deutschland sollte Flüchtlinge aufnehmen», sagte Rainer Stinner (FDP) der Zeitung. «Moralisch wäre eine Aufnahme in Deutschland grundsätzlich geboten», befand auch der Sozialdemokrat Rolf Mützenich.

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Mützenich und Kerstin Müller (Grüne) wiesen darauf hin, dass die meisten Flüchtlinge derzeit zwar in der Nähe ihrer Heimat bleiben und schnell in ihr Land zurückkehren wollten. «Aber Deutschland sollte angesichts der dramatischen humanitären Lage auch anbieten, selbst Menschen aus Syrien aufzunehmen, um die Anrainerstaaten zu entlasten», sagte die frühere Staatsministerin im Auswärtigen Amt. Wolfgang Gehrcke (Linke) forderte ebenfalls, dass Deutschland seine Grenzen öffnet.

Philipp Mißfelder (CDU) schließlich plädierte dafür, ausgewählte Flüchtlinge ins Land zu lassen: «Große Sorgen macht mir die Lage der Christen in Syrien, da der Bürgerkrieg vor allem auch religiös motiviert ist. Deshalb sollte Deutschland an dieser Stelle eine Aufnahme von Flüchtlingen nicht ausschließen.» Damit ging Mißfelder über die Position seines Parteikollegen Ruprecht Polenz (CDU) hinaus. Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses möchte lediglich die Mittel für die Flüchtlingslager in Jordanien, Libanon und der Türkei weiter aufstocken.