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»Ortsumfahrung die beste Lösung«

Chieming. Die Ortsdurchfahrt von Chieming war zentrales Thema der jüngsten Sitzung des Gemeinderats. Vertreter der Regierung von Oberbayern, des Staatlichen Bauamtes, des Landratsamtes und der Polizeiinspektion Traunstein waren zugegen, gaben Empfehlungen ab und äußerten sich, was möglich ist und was nicht. Diese Sitzung stieß bei den Chiemingern auf großes Interesse, denn rund 80 Bürger waren gekommen. Denn das Thema Verkehr bewegt die Gemüter.

Durch Chieming fahren nicht nur viele Autos, sondern auch zahlreiche Lastwagen. Deshalb soll es – wenn es nach Baudirektor Sebald König geht – eine Ortsumfahrung geben. (Foto: Humm)

Der Leiter des Staatlichen Bauamtes, Baudirektor Sebald König, riet dem Gemeinderat, sich vehement für eine Ortsumfahrung von Chieming einzusetzen. Denn das sei die beste Lösung. Alles andere hat nach seiner Meinung wenig Aussicht auf Verwirklichung.

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Er empfahl der Gemeinde, eine schriftliche Bürgerbefragung durchzuführen. Dabei sollten die Bürger über Vor- und Nachteile informiert werden.

Weiter sagte König, Chieming befindet sich derzeit nach dem Ausbauplan für Staatsstraßen in der ersten Dringlichkeitsstufe, aber nur in der Reserve. Das heißt, wenn jemand aus dieser Dringlichkeitsstufe ausfällt, dann rückt Chieming nach. Nach seinen Worten reiche dies nicht aus, Chieming müsste mehr in die Offensive gehen und mit einem Planfeststellungsverfahren möglichst bald beginnen.

Ein schnelleres Vorwärtskommen könnte das »Sonderbaulastprogramm Staatsstraßen« bringen, das allerdings einen Eigenanteil der Gemeinde vorsieht. Etwa 80 Prozent der Bau- und Grunderwerbskosten seien für eine Ortsumfahrung förderfähig, der Anteil der Gemeinde würde 20 Prozent betragen. Nur eine detaillierte Planung gebe Auskunft über zu erwartende reale Kosten. König meinte noch, die Gemeinde Ruhpolding habe bereits das Sonderbaulastprogramm in Anspruch genommen. Sebald König hält die Einbindung mit einer Umfahrung von Sondermoning für durchaus empfehlenswert. Er informierte außerdem, dass im Chieminger Oberdorf im Bereich der Kapelle eine Querungshilfe 2014 kommen werde.

Abteilungsdirektor Franz Lutz von der Regierung von Oberbayern, zuständig für Wirtschaft, Landesentwicklung und Verkehr, sieht von der Rechtssprechung her keine Chance für Chieming auf Umlenkung des Schwerlastverkehrs. Er betonte, eine Ortsumfahrung von Chieming sei die richtige und zukunftsweisende Maßnahme.

Bürgermeister Benno Graf meinte, die wegweisende Beschilderung zur A 8 hin bei Matzing in Richtung Chieming könnte wenigstens probeweise entfernt werden. Franz Lutz lehnte dies allerdings ab.

Ingrid Schäffler (UW) kritisierte die große Gefahrenquelle bei der Unterwirtskurve im Begegnungsverkehr mit Lastwagen. Heinz Wallner (Bayernpartei) befürchtet beim sicherlich noch kommenden Ausbau der A 8 eine erhebliche Zunahme des Schwerlastverkehrs für Chieming.

Bürgermeister Benno Graf gab bekannt, dass die derzeit provisorische Ampelanlage im Chieminger Oberdorf so lange dort stehen bleibt, bis beim Kreuzungsbereich Theresien- straße/Laimgruberstraße die Querungshilfe erstellt ist. Er kündigte außerdem an, dass 2014 die Bürgerbefragung über die Notwendigkeit einer Chieminger Ortsumfahrung erfolgen werde. OH