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Optimismus vor ESM-Urteil treibt Dax über 7300 Punkte

Frankfurt/Main (dpa) - Einen Tag vor der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes zum Euro-Rettungsschirm ESM sind die Anleger am Dienstag wieder verstärkt Risiken eingegangen.

Im Gleichschritt mit den freundlichen US-Börsen und dem steigenden Euro legte der zunächst leichter gestartete Dax am Nachmittag einen Zahn zu und schloss erstmals seit Ende Juli vergangenen Jahres wieder über 7300 Punkten. Der deutsche Leitindex ging 1,34 Prozent höher bei 7310,11 Punkten über die Ziellinie. Der MDax legte 0,28 Prozent auf 11 184,79 Punkte zu, der TecDax stieg um 0,42 Prozent auf 806,90 Punkte.

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«Die Finanzwelt geht davon aus, dass das Bundesverfassungsgericht den ESM am Mittwoch für gesetzeskonform erklären wird», sagte Marktanalyst Robert Halver von der Baader Bank. Als positives Zeichen wurde dabei am Markt der Fakt angesehen, dass CSU-Politiker Peter Gauweiler am Dienstag mit einem Eilantrag auf Verschiebung des Urteils gescheitert war. Laut Händler Andreas Lipkow hat der gestiegene Optimismus zu massiven Umschichtungen der Anleger vom Anleihe- in den Aktienmarkt geführt.

An der Dax-Spitze stiegen die Titel der Deutschen Bank um 4,10 Prozent auf 33,15 Euro. Der deutsche Branchenprimus hatte zuvor mitgeteilt, die Kostenbasis deutlich senken und neue Kapitalvorgaben organisch erfüllen zu wollen. Analyst Frank Schneider von Alpha Wertpapierhandel sagte: «Die Deutsche Bank hat sich anspruchsvollere Ziele gesetzt, als vom Markt erwartet. Zudem blieb die teils befürchtete Kapitalerhöhung aus.»

Dahinter lagen die Lufthansa-Papiere mit einem Aufschlag von 2,70 Prozent, die weiterhin von der vereinbarten Schlichtung mit den Flugbegleitern profitierten. Zudem hat die größte deutsche Fluggesellschaft im August erneut mehr Passagiere befördert und von einem positiven Preisumfeld gesprochen. Zu den lediglich drei Verlierern gehörten dagegen die Aktien von HeidelbergCement mit minus 0,31 Prozent - dafür verantwortlich gemacht wurde eine negative Analystenstimme.

Im MDax brachte eine Gewinnwarnung des britischen Luxusgüterkonzerns Burberry die Aktien von Hugo Boss unter Druck, die als klares Schlusslicht um rund acht Prozent auf 70,91 Euro absackten. Laut Analyst Andreas Riemann von der Commerzbank deutet sich damit ein verschlechtertes Branchenumfeld an, was sich wahrscheinlich auch negativ auf den deutschen Modekonzern auswirken werde. Auch die Aktien von Adidas und Puma wurden mit Abgaben von 0,53 und 1,06 Prozent davon in Mitleidenschaft gezogen.

Der EuroStoxx 50 beendete den Handel 1,15 Prozent höher bei 2557,65 Punkten und auch die Leitindizes in London und Paris zeigten sich freundlich. In New York lag der Dow Jones Industrial zum Handelsschluss in Europa mit 0,72 Prozent im Plus.

Am Rentenmarkt stieg die Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,21 Prozent am Vortag auf 1,22 Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,13 Prozent auf 133,98 Punkte. Der Bund Future verlor 0,21 Prozent auf 140,39 Punkte. Der Kurs des Euro stieg deutlich über die Marke von 1,28 US-Dollar. Zuletzt wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,2863 Dollar gehandelt.