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Olympia-Aus für Björndalen: Verband nominiert ihn nicht

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Ole Einar Björndalen
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Wird in Pyeongchang nicht am Start sein: Ole Einar Björndalen. Foto: Matthias Balk Foto: dpa

Der erfolgreichste Wintersportler der Geschichte läuft in dieser Saison hinterher. Jetzt ist klar: Biathlon-Star Ole Einar Björndalen verpasst Olympia. Es kann das Ende einer Ära sein.


Oslo (dpa) - Die einmalige Karriere von Weltklasse-Biathlet Ole Einar Björndalen neigt sich nach dem Olympia-Aus dem Ende zu.

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Der 43 Jahre alte Norweger wurde am Montag nicht für die Winterspiele im südkoreanischen Pyeongchang nominiert und wird auch beim Weltcup in Antholz in dieser Woche nicht mehr starten.

Björndalen reagierte enttäuscht: »Ich glaube, ich hätte in Form kommen können bis Olympia«, sagte er dem Fernsehsender TV2. »Es ist blöd, dass ich nicht dabei sein kann.« Zugleich räumte der Biathlon-König ein: »Der Tag musste kommen, und jetzt ist er hier.« Norwegen schicke eine sehr starke Mannschaft nach Südkorea.

Der erfolgreichste Winter-Olympionike der Sportgeschichte wurde vom norwegischen Verband nicht aufgestellt. »Er hat die Bedingungen leider nicht erfüllt, und es gibt andere Läufer in der Mannschaft, die sich besser präsentiert haben«, erklärte der Sportchef im Nationalen Olympischen Komitee (NOK), Tore Övrebö.

»Das ist jetzt natürlich eine bittere Pille, die Ole schlucken muss«, sagte der dreimalige Olympiasieger Michael Greis. Der Allgäuer war 2006 in Turin zum Schrecken des damals als Topfavorit gehandelten Skandinaviers geworden. »Schade, dass die Winterspiele ohne ihn stattfinden. Ich hätte den Sprint-Olympiasieger von Sotschi sehr gerne in Südkorea gesehen«, sagte Greis.

Rekord-Weltmeister Björndalen hatte die interne Qualifikationsnorm für die am 9. Februar beginnenden Spiele verpasst. Am 27. Januar wird der mit der dreimaligen Olympiasiegerin Darja Domratschewa verheiratete Björndalen 44 Jahre alt. Während der Spiele in Pyeongchang wird »König Ole« nun viel Zeit für das gemeinsame Töchterchen Xenia haben.

Zum ersten Mal seit 1992 finden Olympische Winterspiele ohne Björndalen statt. Es wären seine siebten Spiele in Serie gewesen. »Das trifft alle, die sich für Wintersport interessieren«, sagte Övrebö. Es sei eine schwere Entscheidung gewesen. Das NOK habe den Entschluss des Biathlon-Verbands lange diskutiert, am Ende aber zugestimmt.

Er persönlich bedauere, dass Björndalen sich nicht qualifiziert habe, sagte der Sportchef. Er werde für immer einen großen Platz in der norwegischen Sportgeschichte einnehmen. Der Skandinavier gewann in seiner Karriere achtmal olympisches Gold, dazu 94 Weltcuprennen, 20 WM-Titel und insgesamt 45 WM- und 13 Olympia-Medaillen.

Vor vier Jahren feierte er in Sotschi mit fast 40 Jahren neben Sprint-Gold auch mit der Mixed-Staffel den Sieg. »Er hat es ausgereizt bis zum Letzten, und er hätte es sich einfacher machen können. Er hätte nach dem Olympiasieg 2014, der noch mal eine sensationelle Leistung war, seine Karriere beenden können oder auch zuhause in Oslo nach der WM 2016, als er vier Medaillen gewonnen hat«, sagte der deutsche Männer-Bundestrainer Mark Kirchner. »Wenn man irgendwann den Absprung nicht schafft, auf dieser Erfolgswelle aufzuhören, dann muss es am Ende vielleicht so ausgehen.«

Björndalen war in dieser Saison im norwegischen Team hintergelaufen und hatte als bestes Resultat nur einen 18. Platz erreicht. Beim Weltcup in Ruhpolding verpasste er vergangene Woche seine letzte Chance, sich sportlich zu qualifizieren. Er wurde am Mittwoch bei seinem 575. Weltcup-Rennen im Einzel nur 42., hätte jedoch in die Top Sechs kommen müssen. Beim Staffelsieg der Norweger am Samstag war er nicht mehr dabei.

Andere norwegische Läufer, die die Qualifikationsnorm erfüllten, verdienten ihren Platz im Team, betonte Övrebö. Norwegen fährt nun mit Johannes Thingnes Bö, Tarjei Bö, Emil Hegle Svendsen, Lars Helge Birkeland, Erlend Bjöntegaard und Henrik L'Abbe Lund nach Südkorea.

Kommentatoren im norwegischen Fernsehen spekulierten, das Olympia- Aus könne für Björndalen auch das Karriereende bedeuten. Der Athlet sagte dazu, er werde nach der Saison entscheiden, wie es weitergeht. Er plane, bei der EM Ende Januar in Italien anzutreten. »Die Motivation wird überhaupt kein Problem. Jetzt muss ich mich nur sammeln«, sagte er.

Sein langjähriger Widersacher Greis glaubt, dass Björndalen sich auf einen Abschied beim nach Olympia in Oslo stattfindenden Weltcup vorbereitet. »Ich würde mich freuen, wenn der König der Biathleten dort noch mal seine Extraklasse unter Beweis stellt und ihm ein würdiger Abschied bereitet wird«, sagte der dreimalige Olympiasieger und Weltmeister.

Mitteilung Nationales Olympisches Komitee

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