Offiziere und Offiziersanwärter der Gebirgsjäger auf Exkursion im Dokumentationszentrum

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Dr. Mathias Irlinger erklärt anhand alter Fotografien die Geschichte des Obersalzbergs. (Foto: Gebirgsjägerbrigade 23)

Berchtesgaden – Junge Offiziere und Offiziersanwärter der Gebirgsjäger aus Bad Reichenhall unternahmen eine Exkursion ins Dokumentationszentrum Obersalzberg. Der Obersalzberg ist ein historisch bedeutsamer Ort. Adolf Hitler traf dort seinerzeit schwerwiegende Entscheidungen. Die Gebirgsjäger waren auf den Spuren der Vergangenheit.


»Politische Bildung ist ein Gestaltungsfeld der Inneren Führung. Sie verdeutlicht den Soldaten den Wert der freiheitlichen demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland und bestärkt sie, auf dieser Grundlage als Staatsangehörige in Uniform ihren Dienst für Frieden, Recht und Freiheit zu leisten«, hieß es im Befehl zur Veranstaltung. Vor dem Hintergrund des 80. Jahrestages des deutschen Angriffs auf die Sowjetunion besuchten verschiedene Funktionäre – vom Offizier bis zum Dienstgrad Oberleutnant und Offiziersanwärter – das Dokumentationszentrum. »Wie die Politische Bildung am Herrenchiemsee zum Thema Grundgesetz zählt auch der Besuch auf dem Obersalzberg zu einer festen Veranstaltung des Gebirgsjägerbataillons 231«, erklärt Oberstleutnant Dennis Jahn, der Kommandeur der Reichenhaller Jäger ist.

Historiker und Bildungsreferent Dr. Mathias Irlinger führte die Teilnehmer durch die Ausstellung mit Dokumenten, Bildern und Exponaten. Dr. Mathias Irlinger erklärte die Geschichte des Obersalzbergs. Die Gebirgsjäger besichtigten auch den nahe gelegenen Bunker. Um die zukünftigen Offiziere aktiv in die politische Bildung einzubinden, mussten sie Kurzvorträge zum Krieg im Osten vorbereiten und halten. Die Vorgeschichte des Unternehmens Barbarossa und der weitere Verlauf bis zur Wende in Stalingrad wurde in den Vorträgen beleuchtet. Den militärischen Aspekt, etwa die Nachschubsituation oder die Ausrüstung der Soldaten, mussten die Soldaten mit bedenken.

Die dienstälteren Offiziere bewerteten die Vorträge und gaben den jungen Referenten Tipps. »Ich merke, dass Sie sich sehr gut vorbereitet haben. Ich bin mit der gezeigten Leistung sehr zufrieden. Machen Sie weiter so«, lobte Oberstleutnant Jahn. Dann gingen die Gebirgsjäger mit Dr. Irlinger über einen Teil des Geländes. Von den Gebäuden aus der NS-Zeit hatten nur noch wenige Reste die Zeit überdauert. Anfang der Fünfzigerjahre wurde der bereits beschädigte Berghof gesprengt. Historische Aufnahmen halfen dabei, ehemalige Standorte zu identifizieren, von denen nun oft nicht mehr als Mauerreste oder Erdlöcher sichtbar sind. Die Soldaten gewannen bei dem Besuch Eindrücke und neues Wissen.

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