Oberstleutnant Martin Sonnenberger verabschiedet sich

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Brigadegeneral Maik Keller (M.) entband den scheidenden Bataillonskommandeur Oberstleutnant Martin Sonnenberger von seiner Aufgabe und legte sie in die Hände von Oberstleutnant Sebastian Becker (l.). (Foto: Christian Wechslinger)

Berchtesgaden – Oberstleutnant Martin Sonnenberger hat nach über dreieinviertel Jahren das Kommando über das Gebirgsjägerbataillon 232 abgegeben. Der scheidende Kommandeur hat am Mittwoch am Schlossplatz in einem militärischen Zeremoniell die Truppenfahne an Brigadegeneral Maik Keller übergeben, der als Kommandeur der Gebirgsjäger Brigade 23 Sonnenberger seiner Aufgaben enthob. Anfang nächster Woche wird sich der Oberstleutnant bei seiner neuen Dienststelle im Bundespräsidialamt in Berlin melden.


Truppe mit Alleinstellungsmerkmal

Großen Eindruck hinterließ das Gebirgsmusikkorps aus Garmisch-Partenkirchen, das in kompletter Besetzung unter der Stabführung von Oberstleutnant Karl Kriner die Soldaten beim Marsch durch den Markt zum Schlossplatz anführte. Nachdem sich die Soldaten im offenen Karree formiert hatten, meldeten die einzelnen Kompanieführer ihre Abordnungen zum Appell. Sonnenberger sprach in seiner Abschiedsrede von einer sehr intensiven Zeit beim Gebirgsjägerbataillon 232. Er hielt Rückschau auf vielfältige Einsätze und Herausforderungen und auch auf die besonderen Umstände durch Corona.

Mit großer Dankbarkeit konstatierte Sonnenberger, dass alle Soldaten von den Einsätzen gesund zurückgekehrt seien. All seine Soldaten hätten einen hervorragenden Job ausgeführt. Nach annähernd 30 Jahren des Sparens und Verkleinerns der Bundeswehr gehe es darum, sich nicht nur auf alte Tugenden und Fähigkeiten zurückzubesinnen, sondern auch mit einer planbaren Modernisierung die europäische Verteidigung durch NATO und EU zu schaffen, so Sonnenberger. Dabei lobte er das Alleinstellungsmerkmal der Gebirgstruppe. In Deutschland müsse man einen ehrlichen Diskurs über die geostrategische und sicherheitspolitische Gesamtlage führen. Laut dem scheidenden Kommandeur werden Deutschland und Europa sich entscheiden müssen, wie die große wirtschaftliche und die überschaubare militärische Macht gemeinsam mit den Verbündeten genutzt werden.

Damit könne man die regelbasierte Ordnung stützen und den westlichen Wertekanon als Leitbild für die Menschen in vielen Ländern fördern, so Sonnenberger.

Als Mosaiksteine hierfür nannte er die Modernisierung der Ausstattung für die Truppe. Nach etwas mehr als 1 200 Tagen dankte er seiner Truppe, die ihm seine Aufgabe sehr erleichtert hätte. »Mit der Selbstverständlichkeit für die Auslandseinsätze, das richtige Mindset zu Landes- und Bündnisverteidigung, einer Leidensfähigkeit und Härte gegen sich selbst, Flexibilität und enger Zusammenarbeit untereinander werden die Struber Jager auch zukünftig alle Herausforderungen meistern«, war sich Sonnenberger sicher. Nachdem er sein Kommando zurückgegeben hatte, spielte das Gebirgsmusikkorps ihm zu Ehren sein Lieblingslied »Es war ein Edelweiß«.

Vorbildliche Führung

Brigadekommandeur Maik Keller lobte den scheidenden Kommandeur für sein Engagement. Sonnenberger, so Keller, habe sein Bataillon mit Leib und Seele geführt. »Er tat dies mit großem Engagement, Weitblick und gesundem Führungsanspruch.« Der Verband habe unter der Führung Sonnenbergers mit seinen Soldaten die Aufträge stets vorbildlich und auf hohem Niveau erfüllt. An vorderster Stelle hätten dabei die Verpflichtungen bei den Auslandseinsätzen gestanden. Das Bataillon habe jedoch auch am Standort im täglichen Dienst voll überzeugt. »Ich wusste immer, dass ich mich auf 232 verlassen kann«, erklärte Brigadegeneral Keller.

Auch mit Blick auf die besonderen Einschränkungen und Vorgaben im Rahmen der Covid- 19-Pandemie habe das Bataillon voll überzeugt. Keller erinnerte auch an die Unterstützung beim Hochwassereinsatz im Juli. Abschließend lobte er den scheidenden Kommandeur für dessen herausragende Pflichterfüllung: »Ich habe ausgesprochen gerne mit Ihnen zusammengearbeitet. Sie haben mich stets sehr gut informiert und ihre Verantwortung wahrgenommen. Auf ihr Wort war immer Verlass.«

Die Eindrücke und Erinnerungen würden Sonnenberger sicher auch in seiner neuen Verwendung im Bundespräsidialamt auf einer völlig anderen Ebene interessante Einblicke geben, war sich der Brigadekommandeur sicher. Mit den Worten »Gut gemacht« entband Brigadekommandeur Maik Keller Oberstleutnant Martin Sonnenberger von seinem Kommando und übergab es dessen Nachfolger Sebastian Becker, dem er viel Soldatenglück für herausfordernde Aufgaben wünschte.

Christian Wechslinger